Diabolus Umarov

Blog des Autor Diabolus Umarov

Life

Von: diabolusUmarov
Erstellt am: 04.02.2018

Ich bin Fan solcher Filme. Das kann ich nicht anders sagen. Zwar wollte ich ins Kino, als der Film lief, doch Finanzen und Familie machten mir leider einen Strich durch die Rechnung. Nun läuft der Film auf Sky und ich kam endlich in den Genuss, ihn zu sehen.

Genuss. War es ein Genuss? Ich würde diese Frage mit »Ja« beantworten. Warum? Nun, da werde ich mal wieder nicht drumherum kommen, zu spoilern. Wer den Film also noch nicht gesehen hat und nicht verraten bekommen möchte, sollte sich diesen Artikel vielleicht erst dann durchlesen, wenn er den Film geschaut hat.

Die Handlung ist eigentlich klar. Nachdem man weiss, dass die ISS Proben vom Mars empfangen hat dürfte klar sein, wie das ausgeht. Chaos und Zerstörung. Es ist nun einmal einträglicher, Marsbewohner als Feind darzustellen. Es wäre auch langweilig, wenn da nun Proben zurückgekommen wären, in denen nichts aufregendes zu finden gewesen wäre. Um so etwas zu sehen, sollte man sich besser Dokumentationen anschauen. Von daher, die Handlung ist zwar nicht neu, aber muss sie auch nicht sein, solange sie gut umgesetzt ist.

Okay. Wurde sie gut umgesetzt? Nun, eine Parallele zu Alien kann man nicht abstreiten. Das wurde auch schon in anderen Kritiken erwähnt. Schlimm ist das aber nicht. Ich selbst kenne das Problem. Etwas wirklich neues zu finden ist schwer. Auch in meinen Büchern kann man Parallelen zu anderen Filmen und Büchern erkennen. Problem ist dabei die Masse. Es gibt mittlerweile so viel Material, da muss man sich schliesslich irgendwann wiederholen. Das sollte man dann aber richtig machen, so meine Meinung.

Okay. Anfangs ist die Geschichte noch harmlos. Die Proben kommen an und werden untersucht. Natürlich findet man eine anscheinend tote Lebensform unter dem Mikroskop. Diese wird nun zum Leben erweckt. Ist das nun unwahrscheinlich? Wenn man mich fragt, dann nicht. Denn es gibt auch hier auf der Erde Lebensformen, die sich vom All nicht beeindrucken lassen. Bärtierchen, seien da genannt. Auch Vertreter dieser Art hat man schon real draussen an die ISS gehängt und dem All ausgesetzt. Nach einer Woche konnte man sie problemlos reanimieren. Also von daher, nicht so unwahrscheinlich.

Dieser Lebensform gibt man den Namen Celvin. Typisch Mensch. Nun fängt Calvin an zu wachsen und was man herausfindet sollte eigentlich schon klar machen, da bahnt sich ein Problem an. Denn Calvin scheint hauptsächlich aus Gehirn und Muskeln zu bestehen. Nachdem er gewachsen ist und intelligentes Handeln zeigt, muss man ihn natürlich stimulieren. Ebenfalls typisch Mensch. Man feuert also Strom auf den kleinen Kerl und wundert sich dann, dass er das nicht lustig findet. Es kommt, wie es kommen muss. Calvin wird böse und fängt an zurückzuschlagen. Da werden Finger gebrochen und zum guten Schluss schafft es Calvin, der für seine Grösse schon sehr intelligent agiert, aus der Box zu entkommen. Erst mutet er noch an, wie ein Seestern. Doch es wird bald klar, der Kleine wird zu einem Problem.

Wie es weitergeht, sollte klar sein. Es wird gestorben. Dabei zeigt Calvin nicht nur Kreativität beim Töten, sondern auch wieder seine Intelligenz. Er findet schliesslich einen Weg, um aus dem Labor auszubrechen.

Es kommt nun zu einigen Dingen, die mir persönlich sehr gut gefallen haben. So wird, bei einem Ausseneinsatz, dass Kühlsystem des Raumanzugs beschädigt und der Helm füllt sich mit Flüssigkeit. Ein ähnliches Problem hatten auch schon echte Astronauten! Das ist also nicht aus der Luft gegriffen! Auch später, als ein Sojus Modul von der Erde kommt, um die ISS ins All zu schiessen. Nachdem der Versuch misslingt, kracht das Modul gegen die Station und reisst einige Solarpanele ab. Das ist vielleicht so noch nicht passiert, aber auch die Mir hatte schon ungewollten Kontakt mit einem Raumtransporter.

Wo ich mich etwas schwer mit tue ist Calvins Rückkehr in die Station. Der war ja draussen und zerstörte das Kühlsystem im Raumanzug. Nun. Durch die Steuerdüsen kommt er wieder in die Station. Aber wie? Mir wäre nicht bekannt, dass es einen direkten Zugang von den Steuerdüsen in die Station gibt. Wie Calvin das also gemacht haben will ist mir etwas schleierhaft. Auch wird versucht, ihn am Eindringen zu hindern. Wenn man ihn in einer Düse entdeckt, wird mit dieser gefeuert. Okay. Vielleicht kann Calvin die Temperaturen ab, aber müsste er dann nicht ins All geschossen werden? Da stimme ich mit dem Film nicht ganz überein. Aber, irgendwie musste er ja wieder in die Station kommen, sonst wäre der Film ja nicht mehr spannend. Nehmen wir also einfach mal so hin.

Da gibt es aber noch so ein Punkt. Einer der Raumfahrer hält den Raumtransporter für eine Fluchtmöglichkeit und öffnet dessen Luke. Sofort wird der Inhalt der Station zum Raumtransporter gesaugt. Vielleicht habe ich an dieser Stelle im Film etwas verpasst, denn die Station verliert sofort ihren Druck. Ob nun der Raumtransporter undicht ist, oder beim Öffnen der Luke etwas schief gelaufen ist, weiss ich nicht. Auf jeden Fall bläst die Atmosphäre der Station zum Transporter. Der Knecht, der die Luke geöffnet hat, will nun natürlich zurück und bekommt Hilfe von seinen Kollegen. Calvin, der ebenfalls Richtung Transporter geblasen wird, hangelt sich an dem Kerl hoch, doch bevor er seine Kollegen erreicht, lässt der Kerl los und fliegt mit Calvin in den Transporter. Hier wäre nun der Punkt gewesen, wo die Besatzung die Luke hätte schliessen und Calvin sicher hätte einsperren können. Taten sie aber nicht. Welch Wunder. Sie suchen ihr Heil in der Flucht.

Noch ein Punkt, welcher mir nicht so gefallen hat, waren die Sauerstoffkerzen am Ende. Calvin verbrachte eine ganze Zeit im Vakuum. Das schien ihn nicht so zu kümmern. Nachdem jedoch die Lebenserhaltung ausgefallen ist und der Sauerstoff zur Neige geht, stürzt sich Calvin auf jede dieser Kerzen und lässt sich so in eine der Fluchtkapseln locken. Also auf der einen Seite scheint ihm das Vakuum nichts auszumachen, auf der anderen Seite stürzt er sich auf Sauerstoffkerzen, wie Garfield auf Lasagne. Ein bisschen unrealistisch, wen man mich fragt. Dient aber der Handlung, kann man also akzeptieren.

Den Schluss verrate ich jetzt nicht. Mir hat er aber gefallen, auch wenn er nicht unbedingt überraschend kam.

Ich muss aber was zur Ausstattung des Films sagen. Die ist nämlich nahezu super! Man kann wirklich den Eindruck gewinnen, dass Ganze spielt in einer sehr nahen Zukunft. Raumstation, Anzüge und alles kommen einem sofort sehr bekannt vor, auch wenn einiges wenig zu gross erscheint. Allerdings kommen mir die technischen Anlagen stellenweise ein wenig veraltet vor. Sieht man Bilder von der ISS, dann sieht man moderne Laptops und ähnliches. Im Film wirkt das alles eher so, wie man es von der Mir erwarten würde. Meiner Meinung nach. Die Rettungskapseln sind dann wieder High-Tech.

Auch hier weicht der Film von der heutigen Realität ab. Eine Raumstation mit acht Personen, aber nur zwei Rettungskapseln für jeweils eine Person? Warum sollte man das machen? Erwartet man in der nahen Zukunft, dass im Falle einer Katastrophe sowieso nur zwei Besatzungsmitglieder überleben, oder wie soll man sich das vorstellen? Ergibt nicht so viel Sinn, oder?

Als Fazit kann ich sagen, der Film ist gut! Mir hat er wirklich gut gefallen und ich kann ihn nur wärmstens Empfehlen!


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