Ein schöner Tag (Teil 2)

Sechs Kilogramm in wenigen Tagen. Diese Art von Diät war wirklich der Hammer! Sie zeigte mir aber etwas. Ich war nicht chronisch fresssüchtig, wie ich die ganzen Jahre eigentlich angenommen hatte. Es schien mehr der Frust und die Langeweile zu sein, die mich dauernd neues Essen in mich hinein schaufeln liess! War ich mit Abigail zusammen, hatte ich kaum Hunger, auch nach mehreren Stunden nicht. Normalerweise war die Zeitspanne, zwischen verhungern und verhungern so bei drei, maximal vier Stunden. Danach musste ich was essen! Mit Abigail konnte ich auch achte Stunden nichts gegessen haben und dennoch stand ich nicht kurz vor dem Hungertod. Wohl alles Kopfsache!

Aber gut. Sechs Kilo verloren, sechs Zettel mit aufregenden Liebesspielen, Essen gehen und Kino. Der Tag würde noch grossartig werden! Ich war sehr gespannt, wie sich die neuen Sex-Praktiken anfühlen würden. Wobei ich dazu sagen muss, auf den Zetteln standen natürlich die umgangssprachlichen Ausdrücke und nicht das harmlose Zeug, was ich hier geschrieben habe! Doch irgendwie, gerade bei Oralverkehr haderte ich ein wenig mit mir. Ein Teil von mir war sehr begierig, es zu erleben, der andere Teil konnte es nicht vereinbaren, dass mein Engel so etwas wirklich tat. Merkwürdig. Was war denn nun falsch daran? Lag es daran, dass ich so etwas eigentlich bisher nur in Pornos gesehen hatte und es deshalb verrucht war? Oder warum hatte ich damit teilweise meine Probleme? Das verstand ich nicht!

Es ging zum Essen. Zuvor mussten wir jedoch noch zu Abigail, damit die sich feinmachen konnte. Ich selbst hatte meine beste Jeans, auf Hochglanz polierte, schwarze Schuhe und auf Abigails Anraten hin einen schwarzen Rollkragenpullover an. So sass ich in Abigails Wohnzimmer, freute mich über den Baum mit den vielen Kugeln, dem Lametta und den ganzen Lichtern und wartete darauf, dass mein Schatz aus dem Schlafzimmer kam. Gespannt war ich schon sehr, denn ein wenig ihrer Garderobe hatte ich ja schon erleben dürfen. Da waren zuweilen wirklich ausgesuchte Stücke dabei und ich konnte es nicht erwarten herauszufinden, für welche sie sich entscheiden würde.

Dann war der grosse Moment gekommen! Meine Abigail kam aus dem Schlafzimmer und verschlug mir den Atem! Von unten nach oben schaute ich sie mir an und konnte gar nicht glauben, dass diese Schönheit tatsächlich meine Freundin war! Schwarze, hohe Schuhe zierten ihre Füsse. Ein wenig ihrer Knöchel war zusehen, bevor der Rock eine wunderschönen, schwarzen Kleides begann. Er zog sich hoch bis zu ihrem Po und an ihrer Hüfte zeigte sich ein dünner Gürtel, der entweder mit vielen glitzernden Steinen verziert war, oder mich ansonsten irgendwie blendete. Ihren Oberkörper hüllte das Kleid nur teilweise ein. Ihre linke Schulter und der Arm waren fast bis zur Armbeuge bedeckt, während die rechte Schulter frei blieb und ein wenig Haut ihrer Brüste zeigte. Die seidigen Haare trug sie offen, während eine Perlenkette ihren Hals und mehrere Reihen Perlen ihre Handgelenke zierten.

Womit zur Hölle hatte ich eine solche Frau verdient? Sie hätte jeden Mann auf diesem Planeten haben können, wahrscheinlich sogar jene, die eigentlich vergeben waren. Aber nein, trotz dieser Auswahl wollte sie mich. Den dicken Tony, der bislang nie Erfolg bei einer Frau verbuchen konnte. Wenn auch grösstenteils aus eigenem Verschulden. Sie kam näher und fragte mich etwas.

»Gehst du so mit mir weg?«

»We di kl …«

Mehr ging nicht! Da war wieder diese Kommunikationsschwierigkeit zwischen Kopf und Sprachzentrum. Das funktionierte einfach nicht mehr. Abigail grinste.

»Cool, ich deute das mal als ja!«

Wie ein Zombie schlurfte ich neben ihr her, als sie sich noch einen dicken Mantel holte und es dann raus zum Auto ging. Auch wenn wir mit meinem Auto da waren, übernahm sie das Steuer. Sie war der Meinung, in meinem Zustand könnte es fatal sein, wenn ich fahren würde. Zurecht! Ich war so hin und weg von ihr, verstärkt durch die Tatsache, dass diese Frau meine Freundin sein wollte, ich wäre bestenfalls bis zur nächsten Hauswand gekommen!

Die Fahrt liess mich etwas feststellen, woran ich bislang nie einen Gedanken verschwendet hatte. Was konnte mich denn eigentlich alles erregen? Klar, was mich in Pornos anmachte, darüber war ich mir im Klaren. Aber so in real und in freier Wildbahn? Nun hatte ich die Gelegenheit, etwas davon zu entdecken. Da sass meine Freundin, mit diesem unschlagbaren Anblick. Sie fuhr mein Auto und das auch noch in hohen Schuhen. Ja, genau dieser Umstand erregte mich sehr! Das eine Frau, die sich so herausgeputzt hatte, auch noch so gut Autofahren konnte. Echt der Hammer!

Einen Moment lang machte ich mir Sorgen, dass die hohen Schuhe vielleicht keine so gute Idee waren, so mit abrutschen vom Pedal und so. Doch ich erinnerte mich sofort an eine meiner Lieblingsserie, wo zwei Männer Mythen unter die Lupe nahmen. Auch dort wurde getestet, ob hohe Schuhe Einfluss auf die Reaktionszeit, oder die Kontrolle des Fahrzeugs hatten und dieser Mythos wurde zerstört. Folglich musste ich mir keine Gedanken machen und Abigail zeigte auch, dass sie alles unter Kontrolle hatte!

Dann Restaurant. Es war ein bekanntes, kleines Restaurant am Stadtrand. Kein solcher Nobelschuppen, wo man für viel Geld möglichst kleine Portionen bekam. Der Laden hatte einen guten Ruf und wenn man hier ass, dann war man hinterher auch ausreichend gefüllt. Während wir darauf warteten, dass unser Essen gebracht wurde, hielt Abigail die ganze Zeit meine Hände, während wir redeten. Sie erzählte mir, dass sie mit ihrem verstorbenen Ex oft essen war und seit seinem Tod es bislang nicht über sich gebracht hatte, wieder mit einem Partner zusammen in ein Restaurant zu gehen. Ich war der Erste seit damals und das nur deshalb, weil ich der Erste war, bei dem sie ähnlich glücklich war, wie bei ihrer verstorbenen Liebe. Wie glücklich mich das machte, kann ich nicht in Worte fassen!

Wieder kam ein neuer Punkt, der meine Diät unterstützen würde. Ich verschlang zwar mein ganzes Essen, Abigail übrigens auch, doch ass ich unglaublich langsam. Ich lauschte ihren Worten und war einfach von ihrem Anblick viel zu fasziniert, um mit gewohnter Geschwindigkeit zu essen. Dickes Plus für meinen Schatz in Bezug auf mein Abnehmen!

Von hier aus ins Kino war zu Fuss kein Problem. Weniger als 15 Minuten hatte es gedauert und ich dachte dabei daran, wie ich sie damals nachhause gebracht hatte. Wie sich vielleicht alles entwickelt hätte, wenn ich meine Jacke zurückgefordert und nicht krank geworden wäre. Nun, dann wäre ich vielleicht etwas früher mit ihr zusammengekommen, hätte dafür aber die Zeit mit Janine nicht gehabt.

Janine. Was die wohl gerade machte? Ging es ihr gut, oder lag sie immer noch schnarchend im Bett und holte den Schlaf nach, den sie bei ihren Eltern nicht bekommen hatte? Sollten wir vielleicht, nach dem Kino, eine Runde in die Kneipe und schauen, ob sie dort war? Oder reizte es mich zu sehr, nachhause zu gehen und meine Zettelchen einzulösen?

Da traf mich der Schlag. Unter der eins hatte ich ja einen Strip von ihr zugesprochen bekommen. In dem Outfit? Ich dachte das schnell durch. Wie würde ich reagieren, wenn sie in den Klamotten tanzen und sich ausziehen würde? Konnte ich das ohne Unfall überstehen? Wäre ein Unfall vielleicht praktisch gewesen, da hinterher das Liebesspiel etwas länger dauern und ich das länger geniessen konnte, was ich noch zugesprochen bekommen hatte? Wow, was man sich für Fragen stellen konnte! Beeindruckend!

Wir waren im Kino und ich kann nicht sagen, was wir da überhaupt für einen Film gesehen hatten! Popcorn und ein grosses Getränk hatte ich mir geholt. Na ja, eher von ihr aufgedrängt bekommen. Sie bestand ja darauf zu bezahlen und ich wollte ihr eigentlich keine unsinnigen Kosten verursachen. Deshalb kaufte sie mir einfach etwas, damit ich nicht ohne den Film geniessen musste. Das war allerdings unsinnig! Während des ganzen Films taten wir eigentlich nichts anderes, als uns zu küssen und liebevoll zu streicheln. Uns im Arm zu halten und die Gegenwart des anderen zu geniessen. Lediglich einmal, wo sie für kleine Mädchen musste, knabberte ich etwas Popcorn und trank ein paar Schlucke. Der Film sagte mir derweil nichts. Ich hatte so viel verpasst, ich wusste gar nicht, um was es eigentlich ging und deshalb ergab das, was ich in der Zeit sah, auch irgendwie keinen wirklichen Sinn!

Auf dem Rückweg war ich dann wieder Herr meiner Sinne und konnte selbst mein Auto fahren. Was ein fataler Fehler! Was ich nicht bedacht hatte, vom Fahrersitz aus sah ich genau so zu ihr, dass ich einen kleinen Blick in den Mantel, auf ihre Brüste erhaschen konnte, wenn sie atmete. Nicht viel und eigentlich sah man nichts, doch war es so aufregend, dass ich zwei Mal fast in den Gegenverkehr gerudert wäre. Es war auch nicht der Anblick, der mich so faszinierte. Es war die Tatsache, dass sie es wohl bemerkte, aber nichts dagegen hatte! Ich durfte bei so einer Frau in den Ausschnitt schielen und sie fand das auch noch gut! Der Wahnsinn! Da ich fast in Trance mein Auto steuerte, kam ich auch nicht auf die Idee, einen Abstecher in die Kneipe zu machen.

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