Noch ein schöner Tag (Teil 1)

Warum war das Leben eigentlich gleich so viel besser, nur weil man einen Partner hat? Kuschelnd schliefen wir ein und auch wenn am nächsten Morgen mein Schatz mal wieder nicht im Bett lag, war dennoch alles einfach viel schöner. Ich öffnete nicht meine Augen und fragte mich sofort, warum ich denn schon wieder wach geworden war. Eigentlich ärgerte es mich eher, dass ich nicht zusammen mit meiner Freundin wach geworden war und die Zeit mit ihr verbracht hatte.

Sie schien auch einen sechsten Sinn zu haben, oder sie schaute dauernd nach mir, denn kaum waren meine Augen auf, kam mein Engel angeflogen. Ein ganzes Tagesprogramm hatte sie schon ausgearbeitet. Erst würden wir faulenzen, dann duschen und später dann essen gehen, bevor es ins Kino ging. Na, da war mein Pessimist in Hochstimmung! Endlich zeigte sie ihr wahres Gesicht! Essen wollte sie gehen, dann ins Kino. Jetzt mal raten, wer das bezahlen sollte!

Sie! Schon bevor der Pessimist seine Gedanken ausformuliert hatte, fügte mein Schatz hinzu, sie würde mich einladen und daran gäbe es nichts zu rütteln! Irre! Nichts da mit ausnutzen! Sie hatte es geplant, sie wollte es bezahlen. Ganz wohl war mir dabei jetzt eigentlich nicht. Ich meine, eigentlich sollte ja der Mann bezahlen, oder jeder für sich. Mein Schatz erklärte mir jedoch, dass ich da gar nichts zu melden hätte. Wenn sie zahlen wollte, dann müsse ich das einfach so hinnehmen. Gut. Wer war ich, mit ihr deshalb zu streiten?

Nach der Morgentoilette kam dann der faule Teil des Tages. Da wir bei mir waren, verzogen wir uns aufs Sofa und schauten in den Fernseher, während wir kuschelten. Dann kam eine Frage.

»Bist du glücklich Tony?«

»Bin ich. Das erste Mal seit meiner Kindheit!«

»Cool. Ich bin auch glücklich. Es tut mir echt leid, dass ich diesen Quatsch mit Roman gemacht habe.«

»Warum denn? Ich dachte, du warst verliebt?«

»War ich auch. Glaube ich. Ich weiss es ehrlich nicht so genau. Vielleicht war es auch nur seine Art. Er kann auf andere Menschen schon sehr überzeugend wirken!«

Ich lachte kurz.

»Ja, solange er hinter verschlossenen Türen ein Arschloch sein kann.«

»War er eigentlich ja nicht. Es war schon schön mit ihm, dagegen kann ich nichts sagen. Aber die Art eben, immer alles darauf auszulegen, wie es bei anderen ankommt, dass hat mich gestört.«

Öhm, dass klang jetzt aber gar nicht gut!

»Und wenn er die nicht gehabt hätte? Wärst du dann noch mit ihm zusammen?«

Sie wurde leise.

»Wahrscheinlich. Tut mir leid Tony.«

Na toll. Musste sie jetzt alles kaputt machen?

»Und was bin ich dann? Eine Notlösung?«

Wow, wie finster Abigail gucken konnte.

»Denk und sag das nie wieder! Sonst werd ich richtig giftig!«

»Tut mir ja leid, aber es klang gerade so!«

»Sollte es nicht! Es sollte eher bedauern ausdrücken, dass ich dann die Zeit mit dir verpasst hätte!«

Autsch! Da hatte ich aber was missverstanden. Oder, sie hatte es schlecht ausgedrückt. Wie dem auch sei, meiner Stimmung ging es wieder besser.

»Ja? Ist die Zeit mit mir gut?«

»Cool, dass du das überhaupt fragen musst.«

»Ja entschuldige, mir fehlt da ein bisschen Erfahrung!«

»Cool, könnte man glatt vergessen!«

Ich runzelte die Stirn.

»Wie meinst du das?«

»Na ja, du machst das eigentlich alles ziemlich gut! Du bist irgendwie überhaupt nicht unsicher, oder so. Ich hab auch nicht den Eindruck, dass du dir immer erst alles hundertmal überlegst, bevor du was machst. Du bist einfach locker und cool, dass mag ich!«

Wow, was ein Kompliment!

»Bin ich noch nicht lange Gail. Vor ein paar Wochen hab ich den halben Tag nichts anderes gemacht, als mir zu überlegen, wie ich besonders gut bei Frauen ankommen könnte.«

Sie schaute mich an. Ihr Kopf lag auf meiner Brust und sie schielte super süss nach oben.

»Klingt ja fast nach Roman!«

»Schon. Nur bei dem funktioniert es!«

»Ja, aber was bringts? Der hat mich erobert und dann soweit gebracht, dass ich ihn rausgeschmissen hab. Bei dir funktioniert es nicht und dich will ich gar nicht mehr loslassen!«

So schöne Worte!

»Stört dich das eigentlich nicht?«

Ich zeigte auf meinen überaus stattlichen Bauch.

»Was heißt stören? Sei mir da jetzt nicht böse Tony, aber so ein flacher Bauch, auf dem sich die Muskeln abzeichnen, ist schon attraktiver, aber kommt es darauf an? Bist du nur mit mir zusammen, weil ich so aussehe?«

Boah! Die war ja richtig gut! Ich konnte jetzt nicht beleidigt, oder traurig sein, ohne mich gleichzeitig als oberflächlich zu outen. Gut, dass hatte Janine mir ja schon unterstellt, aber das wollte ich ja nicht sein!

»Es stört dich also nicht?«

Sie grinste.

»Cool. Wir vögeln jetzt seit Tagen immer wieder und du fragst dich echt, ob mich dein Körper stört? Irgendwas hast du nicht ganz verstanden Schatz!«

Na ja, wenn man es aus dem Blickwinkel betrachtete.

»Wenn das so weiter geht, nehme ich wahrscheinlich sowieso ab! Wir haben so viel Sex und essen dabei so wenig, da muss ich einfach abnehmen!«

Wieder grinste sie.

»Hast du eine Waage?

Eigentlich hatte ich keine, zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Ich hatte aber ein Board, welches zu einer Spielkonsole gehörte. Da konnte man sich wiegen und das wurde auch alles noch gespeichert.

»Etwas ähnliches. Warum?«

»Cool. Weisst du wie viel du gewogen hast, bevor wir zusammengekommen sind?«

»Nein, aber das ist gespeichert. Warum?«

Das war nicht so ganz die Wahrheit. Natürlich wusste ich über mein Gewicht Bescheid. Mir war es nur ein wenig zu peinlich!

»Cool, Kannst du mir ein Blatt und ein Stift geben? Mach du dich mal nackig und alles fertig zum wiegen!«

Oh weh. Was kam denn jetzt? Ich ging zum Drucker, nahm ein Blatt heraus und gab es ihr, zusammen mit einem Stift. Während ich das Board in Position brachte und das dazugehörige Spiel startete, riss sie das Blatt in kleine Zettel und schrieb etwas darauf. Als sie fertig war, rief sie mich zu sich.

»Cool, aufpassen! Da stehen Zahlen drauf. Je nachdem, ob und wie viel du abgenommen hast, kriegst du alles das von mir, was bis unter Gewichtsverlust steht. Okay?

Nö. Gar nichts okay! Ich verstand kein Wort, liess mich aber auf das Spiel ein. So startete ich das Wiegen, stellte mich auf das Board und das Ding fing an zu messen. Ehrlich gesagt, ich war ganz schön aufgeregt! Was würde da wohl rauskommen? Gewichtsverlust kannte ich nur bis maximal 500 Gramm. In die andere Richtung gab es weit höhere Zahlen. Dann das Ergebnis.

»Sechs Kilo? Echt jetzt? Cool!«

Ich war fasziniert! Es war ewig her, dass ich so viel an Gewicht verloren hatte. Selbst die ganzen Diäten schafften vielleicht drei Kilo über Wochen. Keine sechs in ein paar Tagen. Abigail rief mich zu sich und fing an die Zettel umzudrehen. Mit der eins fing sie an.

»1, ein Strip von mir. 2, nacktes küssen und schmusen im Bett. 3, Handarbeit. 4, Brustarbeit. 5, Oralsex. 6, reiten. Na? Gefällt dir?«

Jetzt verstand ich das Spiel. Punkt vier und fünf spannten mich an. Das gab es bisher noch nicht und ich war schon sehr neugierig, wie das wohl war. Neugierig war ich aber auch, was da noch unter den anderen Zetteln gestanden hätte. Freundlicherweise, bekam ich es gezeigt.

Sieben wäre Wahl des Zielorts gewesen. Also, wo am Ende meine Ladung hin sollte. Acht wäre Analsex gewesen, was mich zutiefst erschütterte, unter neun stand schlucken und unter zehn hätte ich einen Wunsch frei gehabt.

Ich will nicht sagen, dass ich deshalb nicht erregt war. Aber meine Freundin, meine Abigail wollte Analsex? Schlucken? Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll, aber es passte nicht zu ihr! Sie war so rein und edel, wie passten solche Praktiken dazu? Das wollte nicht in meinen Kopf und tatsächlich trübte es ein wenig meine Erregung. Zum Glück waren wir nur bis zur sechs gekommen!

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