Diabolus Umarov

Blog des Autor Diabolus Umarov

Star Trek Discovery S01E05

Von: diabolusUmarov
Erstellt am: 17.10.2017

War ich von Episode 4 ein wenig enttäuscht, punktete Episode 5 dann wieder richtig!

Ich bleibe jedoch bei meine Meinung, die Klingonen sind in dieser Serie optisch ein Griff ins Klo. Was auch immer die Macher dazu inspiriert hat, diese stolze Rasse so zu verunstalten, in meinen Augen ist es schwer verunglückt. Super schade, hat man doch grossen Wert darauf gelegt, klingonisch in dieser Serie richtig einzusetzen. Sogar ein Klingonischlehrer, ich wusste gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt, wurde zu Rate gezogen. Dann baut man ihre Optik aber so um, dass sie mich an den Ausseriridischen aus »Enemy Mine« erinnern. Will mir nicht in den Kopf!

Aber, in dieser Folge sind die Klingonen dann schon eher das, was ich mir unter ihnen vorstelle. Stark, brutal und kein bisschen freundlich. Auf ihrem Gefängnisschiff geht es richtig rund. Da gibt es keine Genfer Konventionen. Da kriegen die Gefangenen in regelmässigen Abständen mal schön in die Fresse. Da kommt das zum tragen, was Kirk und Co immer mal wieder erwähnten. Von Klingonen gefangen zu nehmen ist einfach keine angenehme Angelegenheit.

Bleiben wir aber bei den Klingonen. Wo mir ihr Verhalten noch gut gefallen hat, waren die Raider dann wieder komplett für den Arsch. So ein Design habe ich bei den Klingonen noch nie gesehen. Ist es bei ihnen etwa auch so, dass man die schädlichen Nebenwirkung ihrer Technik auf die Gesundheit erst später erkannte und deshalb danach das Design so radikal verändert hat? Irgendwie sehr, sehr komisch. Dazu bliebe für mich noch die Frage, warum kann Captain Lorca so problemlos so ein Teil fliegen? Da erinnere ich mich an Star Trek III, wo selbst ein Scotty eher raten musste, wie man den geklauten Bird Of Prey in Bewegung setzt. Wenn dieses Ass da raten muss, wieso ist es für Lorca so, als hätte er diese kleinen Schiffe schon in der Grundausbildung geflogen? Nee, das hätte man besser machen können.

Sehr gut fand ich dann wieder, dass das Bärtierchen in der Folge freigelassen wird. Eigentlich fand ich das Tier ziemlich cool, da ich ja auch ein Fan seines irdischen Pendants bin. Aber dieses Geheule von Michael fand ich schon stark übertrieben. Nicht das Mitgefühl, nein eher wie das aufgebauscht wurde. Erst war es ein Monster, vor dem alle weg rannten und Panik schoben, auf einmal ist es das geliebte Haustier, dem man auf keinen Fall schaden möchte. Als Tierliebhaber prinzipiell eine gute Sache, nur etwas zu übertrieben dargestellt. Wie man dann aber Ersatz dafür finden konnte fand ich dann wieder klasse!

Okay. Kommen wir dann mal zu einem Punkt, der in den sozialen Medien ja stark diskutiert wurde. Sollte man homosexuelle Offiziere auf einem Sternenflottenschiff haben? Ehrlich gesagt, die Diskussion darüber hat mich mehr schockiert, wie der Umstand selbst. Leben wir echt noch in Zeiten, wo die sexuelle Orientierung eines Menschen irgend eine Rolle spielt? Wenn die beiden damit doch klar kommen, warum interessiert uns das dann? Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter! Als Kämpfer für lange Haare bei Frauen heule ich ja auch nicht rum mit der Frage, ob ein Offizier eines Raumschiffs kurze Haare haben sollte. Ich beschwere mich zwar gerne, dass eine Frau mit langen Haaren diese beim Kämpfen offen trägt, weil das in der Realität niemand so machen würde, aber deshalb eine Diskussion mit Umfragen vom Zaun brechen? Ich bin ein wenig schockiert. Ich habe homosexuelle Freunde in meinem Umfeld und die unterscheiden sich in keinster Weise von Heteros. Okay, es sind eben Männer, die sich da küssen. Aber wie gesagt, es ist doch nicht mein Problem! Viel schlimmer finde ich aber, würde Michael nun ein Verhältnis mit Sylvia anfangen, wären die Gespräche in den sozialen Netzwerken gleich ganz andere. Frauen dürfen das, Männer nicht. Absoluter Schwachsinn!

Kommen wir aber jetzt mal zu meinen Highlights!

Da wäre eben Sylvia Tilly. Immer am plappern, oft unsicher, aber ein Charakter der einfach Spass macht. Die redet auch mal von geilem Scheiss und ähnliches. Eine Tatsache, die ich seit TNG stark vermisst habe. Ab dieser Serie waren die Leute immer so steif und achteten auf korrekte Ausdrucksweise. Sylvia haut einfach raus, was ihr durch den Kopf geht und das lockert das Ganze enorm auf! Sie ist dabei zu meinem Lieblingscharakter der Serie aufzusteigen, auch wenn ich Stamets für ebenfalls sehenswert halte. Er erwähnt immer mal wieder, dass mit dem neuen Antrieb noch nicht zu spassen ist. Da wird nicht gekuscht, wenn der Captain eine anscheinend unmögliche Aufgabe stellt. Nein, er sagt auch mal, dass es so einfach nicht funktioniert und behält damit auch Recht. Auch hier war mit TNG und auch Voyager ein wenig zu steif. Da hiess es nur, mach das, du hast so und so lange Zeit. Also wurde das im angegebenen Zeitrahmen ohne Widerworte erledigt. Scotty war da anders und Trip auf der NX-01 war sich auch nicht zu fein, mal einer Anordnung zu widersprechen. Hier punktet die Serie deutlich.

Das Oberhighlight in dieser Episode war jedoch ein alter Bekannter von Kirk. Harcourt Fenton Mudd ist mit von der Partie und bislang so ziemlich das einzige Element, welches wirklich aus der original Zeitlinie stammt. Er ist so gut getroffen, dass es bei mir schon geklingelt hat, bevor ich seinen Namen hörte. Da haben die Macher der Serie mal einen Volltreffer gelandet! Ich konnte so richtig ausmalen, wie er aus seiner misslichen Lage dann irgendwann auf den Planeten mit den Androiden gerät. Das hätte der Serie an einigen anderen Punkten auch nicht geschadet und die Machen beweisen damit in meinen Augen auch, dass sie es eigentlich drauf haben. Leider kommt das viel zu selten vor. Aber, ich bin nun bereit zu hoffen!

Als Fazit bleibt alles beim alten. Sehen kann man die Serie auf jeden Fall, wenn man auf Science-Fiction steht. Man muss in meinen Augen nicht einmal ein Trekki sein und vielleicht wäre es sogar von Vorteil keiner zu sein, da einem dann die ganzen Unstimmigkeiten nicht auffallen. Mit ungetrübtem Auge kommt die Serie wahrscheinlich noch um einiges besser, kann ich aber schlecht beurteilen, da ich nun einmal ein Trekki bin. Einer, der mit dieser Serie warm geworden  ist und sie genauso wie die neue Zeitlinie wirklich gerne zu Star Trek zählt! Wer also Netflix hat, der sollte sich auf die Montage freuen! Ich tue es.


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