Diabolus Umarov

Blog des Autor Diabolus Umarov

Lisa! Kopfgeldjäger! (Fall #50217 – Ab in die Vergangenheit!)

Von: diabolusUmarov
Erstellt am: 15.10.2017

Was bisher geschah!

Nicht wirklich viel. Seitdem ich das Geheimnis von Roswell aufgedeckt hatte passierte eigentlich gar nichts mehr. Okay, ich pflegte meine Liebschaft weiter und das kleine Arschloch ging mir auf die Nerven und verschlang Unsummen für neue Updates, davon ab passierte wenig. Aufträge waren keine in Sicht, ich flog einfach von Planet zu Planet und suchte Zerstreuung. Dabei liess ich es mir aber auch nicht nehmen, meinen neu gewonnen Reichtum in mein Schiff zu investieren. Das Blitze mittlerweile an allen Ecken und ich hatte mir auch einen Nahrungsmittelgenerator besorgt. Immer auf der Suche nach Essen sein zu müssen war einfach anstrengend. Doch im Gegensatz zu anderen Schiffen liess ich mein Essen nie vollständig erzeugen. Ich liess den kleinen Roboter weiterhin für meine Nahrung sorgen. Der besorgte sich die notwendigen Zutaten dann aus dem Generator. Auch eine modifizierte Version zur Herstellung von Ersatzteilen wurde angeschafft, so musste ich nicht immer erst suchen, wo ich etwas für meinen Kahn herbekam. Das führte dann aber zu einer massiven Aufrüstung an Waffen und Schutzschilden. Dummerweise durfte ich nach wie vor keine scharfen Waffen einsetzen, auch wenn ich schon länger niemand mehr umgebracht hatte.

Montag

Einer dieser Tage, wo die Langeweile irgendwie überall zu finden war. Wir hatten einen kleinen Mond angesteuert, auf welchem ich mir neue Kleidung besorgen wollte. Warum konnte man die eigentlich nicht aus dem Generator zaubern? Der kleine Penner und ich hatten es versucht, aber Stoff war das nicht, was dabei raus kam. Trüffel, ja die konnte das Teil erzeugen, aber kein vernünftiger Fetzen. Ein Ionenbeschleuniger ging, aber Schuhe waren ein Unding.

Nun gut, ich liess mich von den vielen positiven Kritiken verführen und steuerte eben diesen Mond an. Alles was in unserem Teil des Universums Rang und Namen hatte kaufte hier seine Outfits. Warum also nicht auch ich? Geld hatte ich ja mittlerweile genug, da konnte man das ja ruhig mal machen. Doch irgendwie, hier reihte sich ein laden neben dem anderen. Aber, was hatten die für Klamotten? Man sollte brutale Summen auf den Tisch legen und bekam dafür ein Stück Nichts? Das waren doch keine Klamotten! Das waren Bestenfalls, nein dazu fällt mir nichts ein! Auch die Schuhe. Da war ein Paar, welches eine super Sohle und tollen Absatz hatte. Das war aber auch schon alles. Oben waren nur zwei kaum sichtbare Riemen. Dafür sollte ich soviel ausgeben, wie für ein neues Landegestell für mein Schiff? Also ganz bestimmt nicht!

Morgens waren wir hier gelandet. Abends war mein Schockzustand auf dem Höhepunkt angelangt. Hier würde ich ganz bestimmt nichts kaufen. Aber, dieser Mond hatte auch ein Nachtleben. Ein ziemlich exklusives sogar. Wenn man hier in so einen Club wollte, dann hatte man entweder gute Beziehungen, oder war berühmt. Auf mich traf leider beides nicht zu, aber Beziehungen konnte man schliesslich schaffen, oder? Zumindest wenn man so offen war wie meine Wenigkeit. Ich suchte mir also einen der Kontrollettis eines Clubs aus und wartete ab, bis er Pause machte. Ich eilte hinter ihm her, machte ihm ein paar schöne Augen und nachdem ich ihn mündlich überzeugt hatte durfte ich rein.

Doch was war das? Für diesen Schuppen hatte ich gerade meine besten Leistungen ausgegraben und zum guten Schluss auch noch den Abgang verschlungen? Meine Güte! Das war keine Party in dem Laden. Es standen überall nur Leute rum, die sich mit einem Glas in der Hand unterhielten. War eher ein Empfang, als eine Party. Ich war so schnell gelangweilt, dass ich schon wieder das Weite suchen wollte. Wäre mir da nicht ein echt heisser Kerl aufgefallen, welcher die ganze Zeit alleine in der Gegend herumstand und sich ganz offensichtlich auch am Langweilen war. Sollte der eben für Kurzweil sorgen.

Nachdem ich mich zu ihm gesellt und ihn in ein Gespräch verwickelt hatte musste ich allerdings feststellen, bei ihm war nichts zu gewinnen. Er war seit Jahren in einer festen Beziehung. Zu einem Mann! Das weibliche Geschlecht interessierte ihn nicht wirklich, was mich dann doch betrübte. Warum waren nur so viele heisse Kerle schwul? Ging ja mal gar nicht. Meine Versuche, ihn von einem Probestoss zu überzeugen, scheiterten kläglich. Aber, er brachte mich dennoch dazu, meine Langeweile eine Zeit zu vergessen. Er war Wissenschaftler und begleitete auch einen solchen Posten auf einem der wenigen GemSpa-Schiffe, welche noch das Universum durchstreiften. Was er zu erzählen hatte war wirklich interessant und so dauerte die Unterhaltung auch mehrere Stunden und viele Gläser lang. Je mehr er im Tee hatte, desto mehr fing er an die wirklich heissen Details zu berichten.

»Kannst du dir vorstellen? Vor ein paar Wochen sind wir an einer Anomalie vorbei geflogen. Ich habe mit Händen und Füssen versucht meinen Kapitän davon zu überzeugen, dass wir uns das näher anschauen sollten. Aber nein, der liess sich nicht erweichen. Stell dir vor! Da waren Partikel, die anscheinend gegen die Zeit existierten. Unglaublich und wir sind einfach daran vorbei geflogen!«

Es war ihm anzumerken, dass ihm das schwer auf der Seele brannte.

»Wie? Sie existierten gegen die Zeit?«

Das verstand ich nicht.

»Ja. Wenn sie auftauchten schienen sie ihre Energie schon verbraucht zu haben. Dann stabilisierten sie sich und in dem Moment, wo sie das Potential hatten, welches sie bei ihrer Entstehung haben sollten, verschwanden sie einfach. Als würden sie rückwärts existieren.«

Ich hatte es zwar immer noch nicht verstanden, neugierig war ich aber dennoch.

»Und was hätte es dir gebracht, so etwas zu untersuchen?«

Er schaute mich mit einem betrunkenen, zugleich aber auch verächtlichen Blick an.

»Na hör mal! Wer auch immer dazu eine wissenschaftliche Abhandlung schreibt wird berühmt! So etwas ist bislang nur theoretisch möglich, beobachtet und erforscht hat es noch niemand! Wir waren wohl die Ersten, die das jemals real gesehen haben und nein, untersuchen durfte ich das natürlich nicht! Mann, ich könnte jetzt in einer Reihe mit grossen Wissenschaftlern genannt werden. Doch Auftrag ist Auftrag.«

Als er das ausgesprochen hatte war meine Aufmerksamkeit schlagartig weg. Ich wollte nur noch hier raus, in mein Schiff und diese Anomalie suchen. Ich war zwar nicht dazu in der Lage, dieses Phänomen irgendwie zu beschreiben, oder zu untersuchen, aber wofür hatte ich denn meinen kleinen Scheisser? Der war doch immer so überschlau! Er konnte das untersuchen und ich würde es später einreichen. Mit etwas Glück würde mein Ansehen mit einem Schlag steigen. Vielleicht würde mir das neue Aufträge verschaffen, vielleicht würde ich sogar wieder tödliche Waffen benutzen dürfen.

»Du, ich muss mal aufs Örtchen. Wartest du hier auf mich?«

Fragte ich ihn. Er nickte, aber irgendwie schien er das alles gar nicht mehr wirklich wahrzunehmen. Natürlich ging ich nicht wirklich auf die Toilette. Ich suchte den Eingang und machte mich so schnell es ging auf den Weg zu meinem Raumschiff. Kaum war ich drin informierte ich den Bot über mein Vorhaben. Der fragte mich dann nach Koordinaten. Super gemacht Lisa! Solch unbedeutende Informationen hatte ich mich natürlich nicht geben lassen. Welch ein Glück, dass ich diesen dummen Autopilot erworben hatte. Er hatte sofort einen Plan und liess sich den Namen von dem Typ geben. Kaum hatte er ihn verband er sich mit der Datenbank und ging auf die Suche. Den Namen des Raumschiffs inklusive der letzten Routen hatte er schnell ermittelt. Wir mussten also diese Strecken nur abfliegen und nach dieser Anomalie ausschau halten. Braves, kleines Mistding!

Kurz vor Mitternacht sass ich in meinem Anzug auf dem Pilotensessel und startete mein Schiff. Bot musste mich mal wieder an das Landegestell erinnern, denn ich wäre wieder mit ausgefahrenen Landebeinen los geflogen und hätte unter Garantie wieder irgendetwas mitgenommen. Warum fiel es mir nur so schwer, an das Einfahren zu denken? Das war doch Routine. Aber nein, immer und immer wieder vergass ich es. Das war fast zum heulen.

Dienstag

Den Dienstag verbrachte ich fast die ganze Zeit am Steuer meines Raumschiffes. Irgendwie war es frustrierend. Wir gondelten den Kurs des anderen Schiffes hinterher, aber mein kleiner Bot war nicht dazu in der Lage irgendwelche beschriebenen Phänomene zu entdecken. Wollte der Typ sich nur wichtig machen? Das konnte ich mir eigentlich nicht vorstellen, dafür war er mit zu viel Leidenschaft bei der Sache gewesen. Aber, wo waren denn seine Partikel, die rückwärts durch die Zeit existierten? Ich wäre schon froh gewesen, wenn wir überhaupt irgendwelche Partikel gefunden hätten. Zumindest mal irgendwelche ungewöhnlichen. Aber nein. Alles war ganz normal.

Gegen Nachmittag entschied ich mich dazu, doch mal etwas Essen zu gehen. Ausserdem musste ich mal aus meinem Anzug raus. So cool wie er ja war, nach einer gewissen Zeit müffelte er etwas. Ich war kaum in meinem Quartier und bis auf den Slip ausgezogen, bekam ich eine Meldung von Bot. Wie er sagte, hätte er eine Spur dieser ominösen Partikel geortet. War doch klar, oder? Ich hätte noch den ganzen Tag da sitzen können, nichts wäre passiert. Aber kaum bin ich weg, macht das dumme Ding die Entdeckung.

Sollte mir jetzt aber auch egal sein. Ich lief fast nackt zurück ins Cockpit, wo Bot bereits die Spur der Partikel auf einem der Bildschirme visualisiert hatte.  Ich war nun kein Experte, aber auch ich konnte erkennen, dass die angezeigten Partikel nach ihrem Auftauchen fast kein Potential hatten, dieses aber mit längerer Lebensdauer anstieg. Bot fing an zu rechnen. Ich war irgendwie fasziniert davon. Draussen, also wenn ich durch die Fenster schaute, war natürlich nichts zu erkennen. Der Bildschirm bot aber dieses faszinierende Schauspiel. Wenn das nun wirklich Partikel waren, die sich nicht an unseren Ablauf der Zeit hielten, was konnte das dann bedeuten?

Auf die Antwort versuchte Bot mir schliesslich eine Antwort zu geben. Seine Berechnung hatte fast eine ganze Stunde gedauert, während dessen ich fasziniert das Auftauchen und Verschwinden der Partikel beobachtet hatte. Wie er sagte, würde normal fliessende Materie mit diesen Partikeln in Berührung kommen, dann würde die normale Materie die Partikel mit sich ziehen und aller Wahrscheinlichkeit nach deren fliessrichtung ändern. Fliessrichtung war in dem Fall der Fluss der Zeit. Er versuchte es mir so zu erklären. Zeit war so etwas wie ein Fluss. Diese Partikel schienen aber eine andere Fliessrichtung zu haben. Als würde ein kleiner Teil des Flusses in die falsche Richtung fliessen. Methematisch wäre so etwas durchaus denkbar, gesehen hatte es bislang jedoch niemand. Würde nun dieses kleine Flüsschen mit etwas grossem in Berührung kommen, was mit dem normalen Fluss schwimmt, so würde sich die Fliessrichtung ändern. Zwar beschränkt auf die gerade vorhandenen Partikel, aber theoretisch müsste es so ablaufen. Seine Berechnungen hätten das klar ergeben.

Nun war die Frage, was tun wir? Bot war schnell der Meinung, reine Messungen würden uns keine neuen Schlüsse erlauben. Diese Partikel verhielten sich immer gleich und wenn man ignorierte, dass sie anscheinend falsch herum durch die Zeit wanderten, dann war an ihnen auch nichts spektakuläres. Er hatte jedoch einen Plan. Seiner Meinung nach würden sich diese Partikel auf einen relativ kleinen Raum erstrecken. Wenn wir das Schiff nun so positionieren würden, dass diese Partikel genau in unserem Frachtraum auftauchen würden, so könnten wir mit ihnen experimentieren. Mir war da irgendwie nicht ganz wohl bei der Sache. Da man nicht vorhersagen konnte, was diese zeitliche Umkehrung bewirkte, konnte man auch nicht genau sagen, wie das Schiff darauf reagieren würde. Aber, wenn sich der kleine Scheisse etwas in seinen elektronischen Kopf gesetzt hatte, dann war er nur schwer wieder davon abzubringen. Er argumentierte mich ganz einfach an die Wand, so dass ich irgendwann dann doch nachgab. Ach, hätte ich das doch mal besser gelassen!

Warum? Nun, Bot berechnete eine Position, welche unser Schiff einnehmen sollte. Auf dem Bildschirm hatte er dafür extra eine Ansicht gezimmert, welche sowohl unser Schiff von oben, wie auch den Bereich der Partikel zeigte. Ich sah, wie unser Schiff diesen Bereich berührte. Es gab sehr seltsame Geräusche und als ich mich umschaute wurde alles schwarz.

Mittwoch

Okay. Irgendwann kam ich dann wieder zu mir und schaute mich um. Bot war mit dem Schiff verbunden und schien da etwas nachzuforschen. Natürlich wollte ich wissen, was da gerade passiert war. Bot drehte seine Kameras in meine Richtung, dann aber zurück zum Schiff. Ich musste energischer werden, bevor er sich die Mühe machte und mir eine Antwort gab. Wollte ich die eigentlich wissen? Na ganz sicher nicht!

Denn, anscheinend waren es nicht wir, welche die Flussrichtung der Partikel änderten. Nein, es war genau umgekehrt! Solange wir den Bereich berührten, in dem die Zeit nicht normal lief, zog diese das ganze Schiff mit in die Vergangenheit. Doch wie weit? Bot erklärte mir, dass er nach meiner Ohnmacht das Schiff sofort von diesem Bereich weg brachte. Wir waren also bestenfalls ein paar Sekunden damit verbunden gewesen. Nun, wenn wir den gleichen Zeitraum in die Vergangenheit bewegt worden wären, dann wäre das kein grosser Beinbruch gewesen. Ungewöhnlich zwar, aber keine Dramatik. Bot war jedoch der Meinung, wir wären weiter in die Vergangenheit geschoben worden. Viel weiter sogar. Nun rückte er auch endlich damit raus, was er da so angestrengt am machen war. Er berechnete anhand der Bewegung der Sterne und Galaxien, wie weit wir zurückgereist waren.

Verdammt war ich schockiert, als er mir seine Ergebnisse präsentierten. Seiner Ansicht nach waren wir mehrere hundert Jahre in die Vergangenheit gebracht worden. Das würde sich auch mit der Tatsache decken, dass es weder eine Verbindung zum intergalaktischen Netzwerk gab, noch der starke Funkverkehr zu empfangen war. Ich bekam etwas Panik und wollte natürlich sofort wissen, ob wir das wieder rückgängig machen konnten. Bot war sich da leider nicht sicher. Die Partikel würden uns da nicht helfen, denn die flossen ja zurück in die Vergangenheit. Wir konnten etwas gewagtes riskieren und einfach das Schiff auf Überlicht beschleunigen, ohne uns dabei vom Higgsfeld abzuschirmen. Das war in sofern riskant, bei einem solchen Manöver würden wir alles abbekommen. Längenkontraktion, Zeitdilatation usw. Zeitdilatation war nicht das Problem. Aber aufgrund der Längenkontraktion würden sogar harmlose Lichtwellen wie harte Gammastrahlung bei uns einschlagen. Bot war das noch egal, ich für meinen Teil wäre dabei aber gegrillt worden. Bot hielt es zwar nicht für unmöglich, aber so nebenbei wäre das nicht durchzuführen. Dafür bräuchten wir noch Ausrüstungen, doch würden wir die in diesem Zeitalter finden?

Es gab nur einen Weg das herauszufinden. Wir mussten einen bewohnten Planeten anfliegen.

Donnerstag

Vielleicht war es egoistisch, aber ich wollte zur Erde. Bot war dagegen, denn dort würden wir, seiner Meinung nach, ganz bestimmt nichts finden. Für ihn war unsere beste Chance, an die Komponenten zu gelangen die wir für die Reise brauchen würden, die Altair. Ich wollte wissen, ob er irgendwie falsch programmiert war. Die Altair waren nicht gerade Freunde von uns. Bislang war jedes Zusammentreffen noch immer in einem Kampf geendet. Die Menschheit hatte ja auch nur mit Mühe und Not den Krieg gegen dieses Volk für sich entscheiden können. Nun wollte Bot genau dort hin? Wenn die in Besitz meines Schiffes gekommen wären, meine Güte. Wir hätten den ganzen Ablauf der Geschichte verändert und wahrscheinlich wäre die Menschheit dann schon ausgelöscht worden, bevor wir den eigentlichen Erstkontakt mit ihnen hatten. Nein. Das war mir viel zu riskant. Dann lieber zur Erde.

Bot hatte mit seiner Berechnung vollkommen recht. Wir waren um das Jahr 2020 angekommen. Ich war entsetzt. In dieser Epoche war die GemSpa noch eine lokale Raumfahrtagentur und hatte gerade mal den Weg zum Mars geschafft. Zu der Zeit flogen die Raumschiffe noch mit chemischen Raketen. So rückständig! Überlicht war ein reines Produkt der Therie und die Meisten Menschen gingen auch davon aus, dass man niemals mit Überlicht fliegen konnte. Nun kreiste ich hier oben rum. Mit einem Raumschiff, welches die Lichtgeschwindigkeit zu einem hohen Faktor überschreiten konnte. Also eins war mal klar. Landen konnte ich auf keinem Fall auf diesem Planeten. Es war eigentlich schade, dass wir nicht noch ein paar Jahrzehnte weiter in der Vergangenheit waren. Dann hätte ich den Absturz des Raumschiffs in Rosswell live miterleben können. Aber gut. Irgendwie war es auch ironisch. In diesem Moment waren wir so etwas wie Aliens.

Kriesensitzung stand an. Wie sollten wir mit dieser Situation umgehen? Bot war mir da schon ein Schritt voraus. Schon während des Anflugs hatte er sich über dieses Zeitalter genau informiert, auch über die technischen Möglichkeiten. Seiner Ansicht nach war es tatsächlich möglich, mit der vorhandenen Technik etwas zu bauen, was mich beim Flug schützen konnte. Es gab dabei nur ein Problem. Um in Besitz dieser Technik zu gelangen musste ich sie entweder stehlen, oder käuflich erwerben. Stehlen wäre eine einfache Sache gewesen, wenn die Komponenten nicht quer über die Welt verstreut gewesen wären. Das wäre wahrscheinlich zu früh auffällig gewesen und unser ganzes Vorhaben wäre irgendwann gescheitert. Entweder hätte man mich gefasst und einfach eingesperrt, oder man hätte entdeckt wer ich wirklich war und letzten Endes hätte ich dadurch die Geschichte verändert. Wir entschieden uns also dafür, ich sollte es auf dem legalen Weg versuchen.

Da bliebe allerdings das Problem, ich hatte die zu dieser Zeit übliche Währung nicht zur Hand! Die musste erst beschafft werden. Doch wie? Sollte ich mir auf der Erde einen Job suchen? Dann wäre ich wahrscheinlich Jahrzehnte hier gestrandet, bis ich genug zusammen hatte, um die Teile zu kaufen. Für Bot war das allerdings kein wirkliches Problem. Wir hatten über diese Zeit auch viele Zeitungen gespeichert. Ein Vorteil, dass mein Schiff diese riesige Datenbank hatte. Darin zu finden waren sogenannte Lotto-Zahlen. Zu jener Zeit war das ein beliebter Versuch, schnell an Reichtum zu gelangen. Man musste einen Lottoschein ausfüllen und dann am Wochenende darauf hoffen, dass die Zahlen, welche man ausgewählt hatte, gezogen wurden. Stimmten die überein, so gab es Geld. Bot hatte da schon seine Fühler ausgestreckt. In wenigen Wochen würde der sogenannte Jackpot einer Lotterie in Deutschland auf über 90 Millionen Euro stehen. Das wäre mehr als genug gewesen, um meine Teile zu besorgen. Ich musste also nichts weiter tun als auf die Erde gehen, einen Schein mit den Zahlen ausfüllen, die gezogen wurden und im Anschluss hätte ich alles Geld, um mein vorhaben in die Tat umzusetzen.

Ganz so einfach war es dann aber doch nicht. Der Erhalt des Gewinns war mit Vorlage eines gültigen Ausweises verbunden. Den hatte ich natürlich nicht. Na ich hatte schon einen, aber der war in dieser Zeit bestimmt nicht gültig. Da musste ich auf die Fähigkeiten von Bot hoffen. Sein Plan war, er würde sich in die irdischen Datenbanken hacken und schauen, dass ich irgendwie zu einem Ausweis kommen würde. Aber auch dieser Plan war nicht ganz einfach. Denn, im Gegensatz wie man es oft in Filmen dieser Zeit sehen konnte, wir konnten uns von hier oben nicht einfach irgendwo auf der Erde einhacken. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als mich auf einen Ausseineinsatz zu schicken.

Da hatte ich dann auch schon eine Idee! Im Laufe der Zeit, meist wenn ich Langeweile hatte, las ich so einiges. Auch über diese Zeit, eben wegen den Anfängen der sogenannten modernen Raumfahrt. Es gab ein Buch von dem ersten Mensch, der auf dem Mars war und in diesem Buch wurde ein weiteres erwähnt. Auch dieses hatte ich gelesen. Die Hauptfigur darin hatte so etwas wie ihre Lebensgeschichte geschrieben. Wenn sie so war, wie es in dem Buch beschrieben wurde, dann sollte es mir nicht schwer fallen, mit ihr in Kontakt zu kommen und vor allem, ich sollte sie auch für mich gewinnen können! Ja, sie stand auch auf Frauen und ich hätte eigentlich in ihr Beuteschema fallen müssen. Missionsziel 1 war also, diese Dame, welche auf den Namen Amy hörte, ausfindig zu machen und zu versuchen sie als Freund zu gewinnen.

Gesagt, getan. Ich zog mich normal an, also Jenas, Shirt und Turnschuhe und liess mich von Bot an den Rand der im Buch erwähnten Stadt Neunburg transportieren. Mensch war ich froh, dass ich mittlerweile den Transporter hatte und die Mode sich auch nicht wirklich viel seit damals geändert hatte.  Schon nach den ersten Metern in der Stadt wäre die Mission fast gescheitert. Ich überquerte einen breiten Weg, den ich so nicht als Strasse erkannt hatte. Vielleicht war ich auch schon zu lange im All gewesen, aber das heranbrausende Auto hätte mich fast über den Haufen gefahren. Ich war schockiert. Zum einen, dass ich damit nicht gerechnet hatte und zum anderen, bei dem Fahrzeug handelte es sich um so ein antikes Stück Technik! Das hatte einen Verbrennungsmotor und benutzte fossile Brennstoffe. Aus meiner Sicht finsteres Mittelalter!  Wer wird aber kritisch sein.

Nun musste ich erst einmal herausfinden, wie ich mein Ziel finden würde. Bot, der mir über meinen Ohrring ins Ohr flüstern konnte, stellte sich dabei als hervorragendes Navi heraus. Er lotste mich zu dem Büro von Amy, welches jedoch anscheinend nicht besetzt war. Also musste ich herausfinden, wo die sich herumtrieb. Auch hier war Bot wieder der perfekte Begleiter. Amy war zu der damilgen Zeit ein MyTube-Star und er schaute sich einfach ihre Videos an. Siehe da, er fand heraus, wo ich sie finden konnte. In Amerika! Schöne Scheisse!  Ein ganzes Jahr war sie dort. Ausserdem, zu dieser Zeit existierte Amerika noch. Zu meiner Zeit war dieses Land schon längst zerfallen.

So funktionierte das also schon einmal nicht. Ich kehrte auf mein Schiff zurück, um mit Bot einen neuen Plan zu schmieden. Wenn ich Amy nicht erreichen konnte, dann musste ich es bei einem ihrer Freunde versuchen. Da stellte sich auch ein Mann heraus, der dafür fast prädestiniert zu sein schien. Derrick hiess er und anscheinend jagte er so ziemlich jedem Rock hinterher. Also perfekt für mich. Doch das wollte ich dann doch erst am nächsten Tag in Angriff nehmen.

Freitag

Ich machte mich schon recht früh auf den Weg. Also zehn Uhr Morgens. Lustigerweise waren wir zwar Jahrhunderte in die Vergangenheit gewandert, die Uhr lief aber immer noch synchron mit der Erde.

Okay. Bot hatte sich da schlau gemacht. Derrick, auf den ich es ja abgesehen hatte, arbeitete mit Amys langjährigen Freund in einer Autopflege. Das war eine sehr gute Möglichkeit, ohne gross Aufsehen zu erregen einmal Hallo zu sagen. Ich wurde wieder am Rand der Stadt abgesetzt, achtete dieses Mal auf den Verkehr und liess mich von Bot zum Ziel lotsen. Etwas überrascht war ich schon. Das Gebäude selbst war eher klein, aber der Parkplatz stand voll von verschmutzten Autos. Der Laden schien zu brummen. Nur, wo fand ich nun mein Ziel? Ich musste fragen. Dazu schnappte ich mir den erstbesten, den ich finden konnte. Das war ein schlacksiger Kerl, der da gerade verkrampft im Innenraum eines dieser antikel Vehikel hing.

»Hallo? Darf ich kurz stören?«

Ohne das der Kerl sich herausbewegt hätte bekam ich die Antwort.

»Um was geht es denn?«

Wollte er wissen. Ich hatte da von Bot schon eine kleine Geschichte zurechtgelegt bekommen.

»Ich habe mir vor ein paar Tagen ein Auto gekauft. Technisch in einwandfreiem Zustand, aber das wurde von einem Bauarbeiter betrieben. So gut sein technischer Zustand ist, so dreckig ist das Ding auch. Ihr kriegt so etwas aber hin, oder?«

Vielleicht lag es an meiner komischen Formulierung, vielleicht hatte der Kerl so etwas einfach schon öfters gehört. Auf jeden Fall verbog sich der Kerl so, dass er mich anschauen konnte.

»Ich würde sagen, dass ist unsere Arbeit!«

»Also einmal innen und aussen reinigen ist kein Problem?«

Als ich das gesagt hatte krabbelte er aus dem Auto raus. Boah, der sah mal echt nicht ansprechend aus.

»Ja, dass ist kein Problem. Bei einer Komplettreinigung machen wir auch einen Extrarabatt!«

Sagte er schliesslich und rieb sich die Hände an einem Tuch sauber. Als diese soweit gereinigt waren hielt er mir die Rechte hin.

»Ich heisse übrigens Derrick und bin Teilhaber dieses Unternehmens!«

Erklärte er mir. Ich wurde schwach. Das war Derrick? Der Typ der laut Amy jede Frau ins Bett bekam? Ich fing an zu zweifeln, ob ihr Buch wirklich eine Erzählung ihres Lebens, oder vielleicht doch eher ein Märchen war.

»Ich heisse Lisa.«

Ich ergriff seine Hand und schüttelte sie.

»Lisa? Sie sind neu hier, richtig?«

Fragte er. Ich war irritiert. Wie kam er darauf?

»Stimmt. Woher wissen sie das?«

Er schaute mich abschätzend an.

»Zum einen sagen wir mal du. Dieses sie ist mir zuwider. Dann redest du nicht so, wie die Leute hier aus dem Eck!«

Sagte er. Ich musste überlegen. Ich benutzte die selben Worte wie er und auch Bot meldete, dass er diese Aussage nicht verstehen würde. Nun war es aber an der Zeit, meine Geschichte zu erzählen.

»Ich komme eigentlich aus Norddeutschland. Vor kurzem habe ich mich von meinem Freund getrennt, oder bin getrennt worden und nun suche ich hier mein Glück.«

Dabei versuchte ich ein trauriges Gesicht zu machen.

»Ach herrje. Das kann ich verstehen. Haben sie denn schon eine Bleibe?«

Fragte Derrick sofort.  Bot ballerte mir sofort ins Ohr, dass ich das verneinen sollte.

»Leider noch nicht. Da wollte ich mich gleich drum kümmern!«

Das klang für mich jedoch irgendwie fadenscheinig. Ich meine, Da zieht ein Mädel in eine neue Stadt, hat keine Bleibe, aber fragt als erstes nach der Reinigung ihres Autos? Das würde er mir niemals abkaufen.

»Wenn sie wollen, dann können sie bei mir unterkommen.«

Erklärte er mir und brachte mich ins Straucheln. Der Typ kannte mich seit fünf Minuten und bot mir eine Bleibe an? Also entweder waren die Menschen dieser Zeit viel lockerer drauf, als in meiner Zeit, oder er war einfach nur sehr unvorsichtig.

»Echt jetzt? Sie kennen mich doch gar nicht!«

Sagte ich und bekam verbal von Bot in den Arsch getreten.

»Stimmt. Aber in meiner Wohnung gibt es nicht wirklich viel von Wert. Wenn sie da etwas klauen wollen nur zu.«

Nun, so konnte man das auch erklären. Vielleicht sah er in mir auch keine Bedrohung. Wenn der gewusst hätte, was ich alles drauf hatte, vielleicht hätte er dann anders reagiert.

»Phillip! Trap mal an!«

Rief er über den Platz. Kurz darauf kam ein wirklich attraktiver Mann angelaufen. Phillip also. Das musste Amys Freund sein.

»Was los?«

Fragte er sofort und musterte mich.

»Die junge Dame hier will ihr Auto bei uns aufbereiten lassen. Ausserdem hat sie noch keine Bleibe hier in der Stadt und ich hab ihr Unterschlupf bei mir angeboten.«

Derrick schien das als ganz normal zu erachten. Phillip hingegen beäugte mich kritischer.

»Du kannst das nicht lassen oder?«

Fragte Phillip sofort.

»Du kennst mich doch. Bin immer hilfsbereit!«

Grinste Derrick.

»Ja, ja. Du denkst immer nur mit deinem Schwanz!«

Sagte Phillip etwas mürrisch. Dann reichte auch er mir die Hand.

»Ich bin übrigens Phillip.«

Stellte er sich mir vor. Ich ergriff sie.

»Lisa!«

Sagte ich nur.

»Lass mich raten. Um ihr dann jetzt ihre neue Behausung zu zeigen willst du Schicht machen.«

So wie sich das anhörte war ich anscheinend nicht die Erste, die Derrick von hier aus abschleppte.

»Du kennst mich!«

Antwortete Derrick.

»Ja, tue ich! Vergiss aber mal gleich, dass du hier blau machen kannst. Du kannst ihr von mir aus alles zeigen, aber die Karre wird heute noch fertig!«

Phillip war eindeutig der Chef hier.

»Der ist fast fertig. Ich muss den noch staubsaugen, dann ist alles gemacht!«

Nachdem Derrick das gesagt hatte begutachtete Phillip das Fahrzeug.

»Na dann saug das Ding noch schnell, dann ist es mir egal!«

Sagte Phillip, nickte mir zu und machte sich wieder vom Hof.

»Tut mir leid der Auftritt. Phillip ist irgendwie komisch, seit seine Freundin nach Amerika ist.«

Erklärte Derrick.

Ich wartete so lange, bis Derrick mit seiner Arbeit fertig war. Mit Bot musste ich beraten, wie wir weiter vorgehen würden. Derrick erwartete ein dreckiges Fahrzeug, welches ich ja gar nicht hatte. Das mussten wir irgendwie auf die Reihe bringen. Für Bot war klar, zumindest dieses Mal kämen wir um einen illegalen Weg nicht herum. Er hielt es aber auch für wenig riskant. Sein Plan bestand darin, irgendwo weit ab von Neunburg ein Fahrzeug zu suchen, welches meinen Angaben entsprach. Das konnte er vom All aus mit den Sensoren des Schiffes machen. Ich würde mich vom Schiff aus dort hin transportieren, die Kiste entwenden und ins Raumschiff bringen. Ja, im Frachtraum war genug Platz für ein Auto und der Transporter baute auch einen ausreichend grossen Übergang, dass ich das Auto hindurch fahren konnte. Im Schiff würden wir dann sämtliche Identifizierungsmerkmale ändern, dann konnte ich das Ding in Neunburg wieder aus dem Schiff fahren und es zu Derrick bringen. Klang ja ganz einfach!

Etwa eine Stunde später waren wir dann bei Derrick. Er bewohnte eine Einliegerwohnung in einem grossen, viereckigen Haus. Das Haus von Amy und Phillip, wie ich erklärt bekam. Derrick hatte aber definitiv recht. Zu stehlen gab es hier nichts! Der Fernseher wäre vielleicht etwas wert gewesen, aber den hätte ich kaum unauffällig hier heraus gebracht. Ansonsten wurde seine Wohnung nur von Sofas und Betten dominiert. Neben dem Badezimmer gab es zwei abgeschlossene Räume und in beiden war ein grosses, einladendes Bett zu finden. Wahrscheinlich vögelte hier Derrick die vielen Frauen, die im Buch beschrieben wurden. So wirklich glauben konnte ich es trotzdem nicht. Auf jeden Fall durfte ich eines der Zimmer beziehen.

Bei der Wohnungsinspektion suchte ich verzweifelt nach einem Computer. Den hätte ich gebraucht, damit sich Bot in das irdische Netz hacken konnte. Aber, Derrick schien so etwas nicht zu besitzen. Er schien generell nichts zu besitzen, was ich nicht verstand.

Gut. Den Rest des Tages verbrachte ich in Gesellschaft von Derrick. Er wollte mir nicht nur ein Quartier geben, nein er wollte auch noch mit mir shoppen gehen. In welchem Film war ich denn da gelandet? War der so scharf auf mich, dass er mich gleich auch noch einkleiden musste? Ich hatte nie gesagt, dass ich keine Kleidung hatte. Er bestand aber darauf und okay, Kleider waren immer gut. Zu meiner Verwunderung, er hatte Ahnung von Klamotten! Egal was er mir aussuchte, waren es nun Tops, Hose, oder Röcke, ich kam jedes Mal aus der Umkleide und fand mich super sexy. Egal was mir dann gefiel warf er in den Einkaufswagen. Meine Güte, was er da Geld für mich ausgeben wollte. Na, ich würde mich mit Sicherheit dafür revangieren müssen und zu allem Elend, es würde wirklich ein Opfer für mich darstellen. Derrick war einfach nicht mein Fall und Sex mit ihm schloss ich eigentlich kategorisch aus. Das Schlimmste daran war, er war auch nicht zweckdienlich! Hatte er keinen Computer, dann war das unprofitabel.

Zu meiner weiteren Verwunderung, als wir zurück in seiner Wohnung waren half er noch mit, dass Zeug in die Waschmaschine zu werfen. Waschmaschine. Meine Güte, in welchen rückständigen Zeiten war ich denn hier gelandet? Auf meinem Schiff musste ich die Klamotten nur in den Reiniger werfen, dort wurde alles an Schmutz und Gerüche extrahiert und fertig. Die benutzten Wasser und Waschmittel. Anschliessend musste das alles noch getrocknet werden. Nein, hier würde ich mich auf Dauer nicht wohlfühlen. Was mich auch sehr verwunderte, auch nach der Wäsche kam nicht ein einziges Anzeichen dafür, dass mich Derrick ins Bett kriegen wollte. Tat er das alles wirklich nur aus Hilfsbereitschaft? Auch wenn ich es nicht wirklich glauben konnte und Bot es genauso sah, es schien wirklich so zu sein.

Dann kam der Abend. Wir sassen auf seinem Sofa und schauten irgend einen Film. Da muss ich allerdings sagen, diese Art der Unterhaltung war der unseren überlegen. Im Schiff zog ich mir eine Brille auf und war anschliessend im laufenden Unterhaltungsprogramm. Nie so, dass ich damit hätte interagieren können, aber man war eben mitten drin. So fand es ich viel angenehmer. Ich konnte mich mit Derrick unterhalten und ihn dabei auch anschauen. Das war irgendwie gemütlicher. Wenngleich die Filme wirklich schräg waren. Derrick zeigte mir da sogenannte Sience-Fiction Filme. Menschen die mit Raumschiffen durchs All flogen und Aliens trafen. Irgendwie war das mehr als ironisch. Das was die im Film zeigten war für mich Alltag. Okay, die Qualität der Filme war stellenweise unterdurchschnittlich. Wie die sich die Reise mit Überlicht vorstellten war schon lustig. Weniger lustig waren die Schlachten im Weltall. Da flog ein Schiff hinter dem anderen her und das verfolgte versuchte hinter den Gegner zu kommen. Warum drehte es sich nicht einfach um? Im Weltraum war das doch gar kein Problem! Oder auch die Waffen, mit denen da geschossen wurde. Wenn ich ballerte, dann flog mein Geschoss 300000 Km/s. War der Gegner also unterhalb dieser Distanz, dann traf ich auch. Ich meine, Wenn mein Geschoss keine Sekunde unterwegs war, dann war da einfach nichts mehr mit Ausweichen.

Fasziniert war ich jedoch von den Aliens. Okay, in einigen Filmen hatten die Ausserirdischen nur etwas andere Nasen, oder mal eine andere Stirn. Das war schon etwas unrealistisch und eigentlich auch nicht nachvollziehbar. Die sogenannten Klingonen trafen aber die bei uns bekannten Weltraumrussen ziemlich gut. Okay, unsere Variante war deutlich grösser, reproduzierte sich nicht durch Sex und auch deren Raumschiffe waren komplett anders. Aber die Art war schon treffend. Ehre stand ihnen über alles und wann immer es ging prügelten sie sich. Beeindruckend. Aber nicht so beeindruckend wie das Wesen als Alien. Wer auch immer dieses Wesen im Film erdacht hatte, er hatte einen Volltreffer gelandet. Da stimmte alles, von der Art der Befruchtung des Wirtes, über die Geburt bis hin zu den Fähigkeiten. Ich war gelinde gesagt schockiert. Bot sollte das mal überprüfen. So genau konnte man einfach nicht raten!

Derrick hörte das Garagentor. Ich für meinen Teil dachte, es gäbe ein Erdbeben, oder ähnliches. Das machte ja so viel krach! Schleusen, Schotts und ähnliches glitten bei uns nahezu geräuschlos von einer Position zur anderen. Dieses Tor machte aber derart viel Krach, ich bekam es mit der Angst zu tun. Derrick beruhigte mich und sagte, wir würden dann jetzt rüber zu den anderen gehen. Gut, dachte ich mir. Vielleicht finde ich dort ja einen Computer.

Als wir bei Phillip in der Wohnung waren musste ich staunen. Es war zwar nicht gerade üppig ausgestattet, aber alles sah sehr elegant aus. Im Gegensatz zur Wohnung von Derrick. Hier wäre ein Raum schon deutlich profitabler gewesen, auch wenn ich daran natürlich nicht dachte. Zu meiner Freude, Computer, auch in tragbarer Form, waren hier vielfach anzutreffen. Gut, ich musste also nur einen unbeobachteten Moment mit einem aktiven Gerät haben, dann konnte Bot loslegen. Der hatte schon ein entsprechendes, kleines Programm gezimmert, mit welchem er unauffällig jeden Computer dieser Zeit fernsteuern konnte. Das Programm schlummerte in dem Datenspeicher meines Armbandes. Das musste ich nur anschliessen, ein paar Sekunden warten und alles war erledigt. Nur, dafür musste so ein Ding eingeschaltet sein und ich brauchte die paar Sekunden, wo mich niemand beobachtete.

Phillip kümmerte sich erst einmal um Essen. An Kochkünsten schien es ihm nicht wirklich zu mangeln, zumindest roch es super, was er da so anrichtete. Man kann sich meine Verwunderung vorstellen, als er im Anschluss mit einer Tasse angelaufen kam. Er hatte kein Essen gemacht. Nein, es war ein Getränk namens Kaffee. Auch mir wurde so eine Tasse angeboten und cool wie ich war nahm ich sie mir natürlich. Himmel, was ein Teufelszeug. Das schmeckte elend bitter und irgendetwas war darin, kaum war die Tasse leer hatte ich das Gefühl ich müsste wie ein Gummiball durchs Zimmer springen. Bot erklärte. Das war Koffein! Eine Stubstanz, welche in dieser Zeit vielfach zur Stimulanz der eigenen Leistungsfähigkeit eingesetzt wurde. In meiner Zeit gab es das gar nicht mehr. Wir hatten aber auch andere Wege gefunden, wie man auch ohne solche Stoffe das volle Potential in sich abrufen konnte. Egal, gehört jetzt nicht hier her.

Eine halbe Stunde später kamen dann noch mehr Leute. Die schienen freien Zugang zu dem Haus zu haben, zumindest bekam ich nicht mit, dass irgend jemand die Tür geöffnet hätte. Zwei Mädels und ein Kerl kamen herein. Ich dachte angestrengt nach. Das mussten Rebekka, Janine und Mario gewesen sein, wenn das Buch von Amy korrekt war. So wurden sie mir auch vorgestellt. Janine klemmte sich dabei direkt an meine Seite. Ihr gefielen meine Haare und auch mein Schmuck. Vor allem die Ohrringe. Es wurde merkwürdig, denn die waren noch keine Stunde da, als ich schon das Gefühl hatte meine besten Freunde um mich zu haben. Es war irgendwie, als wäre ich schon immer in diesem Haufen gewesen. Da wurden intime Dinge besprochen, die mir die Schamesröte ins Gesicht trieben, sie redeten über das Geschäft und das Amy ihnen fehlte.

Bis kurz vor Mitternacht hatte ich keine Gelegenheit, einen Computer für meine Zwecke zu missbrauchen. Doch dann bekam ich meine Chance. Zuerst einmal ging es um Lotto. Meine neuen Freunde schienen ebenfalls diesem Hobby zu frönen, wodurch sich mir eine sehr gute Gelegenheit bot. Ich verabschiedete mich kurz, um auf dem Örtchen mit Bot zu reden. Ich wollte seine Meinung wissen. Er war der Ansicht, selbst wenn ich den Gewinn mit den anderen teilen musste, es würde immer noch bequem reichen, um die Dinge zu besorgen, die ich brauchte. Also liess ich mir die Zahlen geben, die am nächsten Tag gezogen wurde und gesellte mich wieder zu den anderen. Ich fragte, ob ich da auch eine Reihe ausfüllen durfte. Bezahlen würde ich später. Derrick lachte und meinte, er würde mich einladen. Wenn wir aber gewinnen würden, dann würde der Betrag geteilt werden. Da war ich selbstverständlich einverstanden. Ich klickte also die Zahlen an, die Bot mir genannt hatte und Phillip machte den Rest fertig.

Einige Minuten später meinte Derrick, er müsste da mal etwas erledigen gehen und verschwand. Wie ich hören konnte ging er raus, also nicht auf die Toilette. Rebekka machte sich derweil stark an Phillip zu schaffen und wurde schon bald von Janine unterstützt. Diese war jedoch so frech und fragte, ob ich nicht mitmachen wollte. Lust hatte ich schon, aber der Gedanke, dass ich vielleicht gleich den Computer für mich alleine hatte brachte mich dazu, dieses Angebot abzulehnen. Es kam dann auch so, wie ich es erhofft hatte. Nach ein paar Minuten machten sich die drei vom Acker, um das Schlafzimmer unsicher zu machen. Irgendwie verfluchte ich mich, die drei hätte ich gerne näher erlebt. Aber ich hatte endlich freie Bahn. Ich stöpselte mein Armband an den Computer, wartete kurz, da meldete Bot schon, dass er die Kontrolle hatte und anfangen würde. Ausgezeichnet.

Zu weiteren Abenteuern kam es dann leider nicht mehr. Derrick kam zwar zurück, doch so wie der schaute ging es ihm nicht besonders gut. Als er sich schliesslich entschied, während die anderen noch lautstark das Schlafzimmer unsicher machten, ins Bett zu gehen schloss ich mich an. Ich ging natürlich in mein Bett, hielt noch Kriegsrat mit Bot und versuchte dann zu schlafen.

Samstag

Dieser Tag fing schon sehr komisch an. Kaum hatte ich die Augen offen und meine Ohrringe angezogen, piepte Bot mir wie wild ins Ohr. Er hatte alles vorbereitet, damit ich ganz legal einen Ausweis besorgen konnte. Zu unserer Freude, in Norddeutschland gab es tatsächlich eine Lisa, die anscheinend das erste Lebensjahr nicht erreicht hatte. Na ja, freuen konnte ich mich darüber weniger, für unsere Zwecke war es jedoch genial. Denn, auch wenn die Deutschen zu dieser Zeit ja als extreme Pedanten im Bereich Buchführung waren, es gab keinen Eintrag eines Todes des Kindes. Das hiess also, ich musste nur mit der von Bot hergestellten Geburtsurkunde zum Amt laufen, mir dort einen vorläufigen Ausweis ausstellen lassen und die Sache war geritzt. Ich war etwas böse darüber, dass ich in diesem Fall schon 36 Jahre alt war. Aber, wer wird denn eitel sein. Ausserdem hatte Bot schon das gesamte Internet, der Vorläufer unseren intergalagtischen Netzwerks, durchforstet und alle Teile gefunden, die wir brauchen würden. Einziges Manko an der Geschichte, die Teile kamen von überall aus der Welt. Ich würde also noch eine Zeit hierbleiben müssen, bis wir alles zusammen hatten. Wer meine Fallberichte kennt sollte sich darüber im Klaren sein, es wird Fortsetzungen für diesen Fall geben!

Als nächstes musste ich feststellen, dass ich alleine in der Wohnung war. Kein Derrick. Aber gut, der war bestimmt nebenan. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass er auch Samstags arbeiten würde. Nun, drüben wurde ich eines besseren belehrt. Dort sassen Janine und Rebekka, aber auch von keinem Phillip war etwas zu sehen. Die waren tatsächlich arbeiten. Hätte ich nicht gedacht, nachdem die letzte Nacht ja doch etwas länger gewesen sein durfte.

Nun, bis zum Mittag blieb alles recht verhalten. Ich unterhielt mich mit den Damen und musste feststellen, die waren echt super gut drauf. Die Stimmung war derart ausgelassen, dass ich mich einige Male stark bremsen musste, um nicht zu verraten wer ich wirklich war. Auch Bot musste mir einige Male laut ins Ohr piepen, als ich kurz davor stand etwas auszuplaudern, was alles in Gefahr gebracht hätte. Irgendwie hatte ich aber so das Gefühl, selbst wenn ich es getan hätte, die zwei hätten das irgendwie verstanden.

Dann war es kurz nach Mittag. Rebekka verabschiedete sich. Sie wollte in die Stadt etwas essen gehen. Dabei fragte sie, ob wir mit wollen würden. Ich wollte gerade ja sagen, da fiel Janine mit ins Wort und meinte, wir würden hier bleiben. Zuerst dachte ich mir da nichts dabei, doch kaum war Rebekka die Tür draussen, ging Janine auf Tuchfühlung. Ihre erste Frage war, ob ich nur auf Männer stehen würde, oder ob mich auch Frauen ansprechen würden. Nun, ich kam aus einer Zeit, wo sexuelle Orientierungen weniger ein Thema waren. Eigentlich machte sich niemand Gedanken darüber, ob ein Mann etwas mit einem Mann hatte, oder eine Frau mit einer Frau. Die sollten damit klar kommen, den Rest interessierte es nicht wirklich. Da ich das aber so nicht ausdrücken konnte sagte ich einfach, auch Frauen könnten mich reizen.

Viel mehr wurde da auch nicht geredet. Sekunden später hatte ich schon ihre Zunge im Mund und ihre Hände wanderten zu meinen Brüsten. Im nächsten Moment flatterte mein Oberteil durch die Luft und meine Hose hielt auch nicht besonders lange. Bevor ich genauer wusste, was da eigentlich passierte, war Janine schon zwischen meinen Beinen verschwunden und brachte mir Gefühle, die ich kaum beschreiben kann. Sie wusste so ganz genau, was sie da bei mir anstellte. So unglaublich genau, dass ich schon nach wenigen Minuten zu einem Orgasmus kam, der seines Gleichen suchte. Es war so, als wäre Janine irgendwie in meinem Kopf und könnte dort überprüfen, was ich als nächstes wollte. Aber, nachdem ich so explodiert war musste ich nun ebenfalls meine Künste ausleben. Also schnappte ich mir die Kleine, drückte sie vor mir auf den Boden und wunderte mich, dass hier anscheinend alles so eingerichtet war, dass man ungestört vögeln konnte. Auf jeden Fall war hier um den Wohnzimmertisch überall genug Platz, damit ich sie vor mich legen und nun meinerseits entkleiden konnte. Sie hatte so unglaublich geile Brüste, da musste ich erst einmal dran knabbern. Im Ernst, ich leckte da nicht dran. Nein, ich biss rein und das nicht immer zärtlich. Die waren einfach so gross und fest, für mich die reinste Wonne. Auch Janine stöhnte bei jedem Biss so auf und schien mehr davon zu wollen, ach Mensch, ich hätte noch einen Orgasmus vertragen können. Aber, erst war das Mädel dran.

Nachdem ich genug von ihren Brüsten hatte wanderte ich nach unten. Leck mich war sie so nass! Es erregte mich alles so sehr, dass ich gleich drei Finger in sie bohrte und dabei den Kitzler mit meinen Zähnen bearbeitete. Das brachte nun Janine so in Fahrt, dass sie wild das Becken bewegte und meinen Kopf feste an sich drückte. In ihr ging die Post ab, doch bevor sie zum Höhepunkt kam hörte ich, wie die Haustür geöffnet wurde. Ich hielt sofort inne und richtete mich auf. Einen Moment später kamen Derrick und Phillip herein, schauten kurz nach uns, grüssten und bewegten sich dann in Richtung Küche. Ich war schockiert. Es war doch mehr als offensichtlich, was hier gerade passiert war, wieso sagte niemand was. Janine meuterte. Ich solle nicht mittendrin aufhören. Als ich dann sagte, dass wir gerade Besuch bekommen hatten meinte sie nur grinsend, die wären das gewohnt. Wäre nicht das erste Mal, dass jemand rein kam, während gerade eine Nummer lief. Wo war ich hier nur hingeraten? Meine Zeit war ja schon offen, aber was hier abging schlug einfach alles. Viel nachdenken konnte ich allerdings nicht mehr, denn schon hatte sie meinen Kopf geschnappt und ihn wieder zum Ort des geschehen gezogen.

Es dauerte noch ein bisschen, bis sich ihre Schenkel fest um meinen Kopf pressten und dabei fast einen meiner Ohrringe aus seinem Loch zog. Ich war heil froh, als sie diese Haltung lockerte und ich alles wieder richten konnte. Doch damit war das Ganze noch lange nicht beendet. Oh nein! Kaum hatte ich mich aufgerichtet war ich wieder schockiert. Derrick und Phillip sassen ganz cool auf dem Sofa und futterten Sandwiches. Sie waren gerade fertig, da rief Phillip schon nach Janine. Sie solle ihn auch mal bedienen, meinte er. Ich war erneut entsetzt. Wenn hier jetzt eine wilde Fickerei stattfinden würde, dann blieb für mich ja nur Derrick und wie erwähnt, auf den hatte ich eigentlich gar keine Lust! Janine stand auch prompt auf und ging zu Phillip. Ich bekam noch mit, wie sie sich an seiner Hose zu schaffen machte, dann kamen Worte, die ich befürchtet hatte, aber wahrscheinlich nie vergessen werde.

»Hopp Lisa, komm ficken!«

Was zur Hölle passierte da? Bei »Hopp Lisa« hatte ich noch ein ungutes Gefühl im Magen. Doch nach den Worten »komm ficken« war ich schlagartig so geil auf Derrick, ich hätte mein Raumschiff gesprengt, nur um mit ihm vögeln zu können. Wie in einem Bann drehte ich mich zu ihm um und robbte, immer noch auf den Knien, zu ihm. Zum Glück hatte er eine Sporthose an, die konnte ich einfach so entfernen. Okay, er half mir ein bisschen dabei, aber was zum Vorschein kam schockierte mich ein weiteres Mal. Das Ding war ja so gross! Ich war kein Kind von Traurigkeit und hatte schon jede Menge gesehen, aber dieses Teil war der Hammer! Ich schaute aber nicht unbedingt lange hin, denn ich musste ihn einfach in die Hand nehmen und mein Mund liess auch nicht lange auf sich waren. Menschens Kind! Ich war doch gerade erst gekommen, wie konnte ich schon wieder so in Fahrt sein, als hätte ich seit Monaten keinen Sex mehr gehabt? Warum machte mich Derrick auf einmal so an? Ach, wen interessierte das? Ich kniete da und lutschte seinen übergrossen Schwanz und war voll in Wallung.

Er liess mich aber nicht lange so mein Werk vollbringen, nein er wollte ficken. Ich kann es auch nicht genau beschreiben, wie schnell ich da auf seinem Schoss sass, aber selbst erschrocken von dem Umstand registrierte ich, wie mich da etwas bis zum Anschlag ausfüllte. Als er ganz in mir war tat es weh. Doch kaum war er draussen drückte ich schon wieder alles was ging in mich hinein. Es war, als würde ich diesen Schmerz am Ende irgendwie brauchen. Irgendwo in meinem Hinterkopf erinnerte ich mich daran, dass auch Amy so etwas beschrieben hatte. Aber ganz ehrlich. Was waren geschriebene Worte gegen echtes Erleben? Fassungslos, gierig und nicht mehr Herr meiner Sinne ritt ich da auf Derrick rum, während Janine auf dem Sofa neben uns gerade missionar gevögelt wurde. Das war mir alle egal. Ich wollte nur von Derrick gefickt werden und nahm mir alles was ich brauchte. Er spielte derweil auch immer wieder an meinen Brüsten und meine wild umherwackelnden Ohrringe, zu denen er immer wieder schaute, schienen ihn noch weiter anzuheizen.

Nun, jeder Spass hat einmal ein Ende. Für mich gleich drei Mal, bevor nun auch Derrick abfeuerte. Tief in mir was mir das Gefühl gab, gleich aufgrund von Überdruck von ihm wegzufliegen. Als er ausgeschossen war liess ich mich neben ihm aufs Sofa fallen. Das der Inhalte meiner Muschi sich dabei über ihn und das Sofa ergoss war mir in dem Moment komplett egal. Auch das wir die letzten Minuten von Phillip und Janine beobachtet wurden störte mich kein bisschen. Ich war am schnaufen. So fertig hatte mich schon lange kein Kerl mehr gemacht. In nur einer Stellung! Vielleicht war es auch das Vorspiel mit Janine, auf jeden Fall fühlte ich mich noch nie so befriedigt. Das würde ich meinem Spielgefährten aus meiner Zeit aber verschweigen, wenn ich denn zurückkehren würde. Ganz ehrlich, langsam hatte ich stark das Gefühl, dass ich hierbleiben wollte. Wieso denn auch nicht? In der Zukunft hatte ich eigentlich nichts, was ich zurücklassen würde. Mein Schiff und Bot waren hier, mehr hatte ich in der Zukunft nicht und wenn ich abends den Jackpot abräumen würde, war auch für genug Geld gesorgt. Ganz ehrlich, warum sollte ich eigentlich zurück? Wenn ich hier meinen Ausweis hatte, dann war ich ganz regulär auf diesem Planeten, in dieser Zeit registriert und Freunde hatte ich auch schon, was man von meiner Zeit nicht unbedingt sagen konnte. Bei dem Sex war es dann auch zu verschmerzen, dass ich meinen Spielgefährten nicht mehr sehen würde. Ausserdem, wenn ich meine neuen Freunde richtig einschätzte und sie kamen mit meinem Geheimnis klar, dann konnte ich mit ihnen dorthin fliegen, wo bisher noch nie ein Mensch zuvor gewesen war. Mit Derrick in meinem Schiff vor Jupiter ficken, also in meinem Kopf klang das super.

Noch mitten in meinen Gedanken bat mich Derrick plötzlich, ich solle mal bitte aufstehen. Das er aufgestanden und auch seine Hose wieder angezogen hatte bekam ich gar nicht mit. Janine lachte und meinte, dass wäre nicht nur mir bei meinem ersten Mal mit Derrick so gegangen. Das wäre ganz normal. Na, wenn sie es sagte. Ich stand also auf, damit Derrick das Sofa reinigen konnte. Muss ich etwas sagen? Natürlich war das abwaschbar. Ich fand es aber cool, dass Derrick sich um die Reinigung kümmerte. Ich verschwand kurz ins Bad, zusammen mit meinen Klamotten, die ich erst einmal suchen musste.

Im Bad fragte Bot sofort, ob ich eigentlich immer gleich alles bumsen würde, was mir zwischen die Beine kam. Na ja, vielleicht nicht alles, aber gegen Derrick hätte ich mich nicht zur Wehr setzen können. Irgendein innerer Zwang hatte mich nach seinen Worten gepackt und liess mir gar keine andere Wahl. Ich sollte mich aber im Schiff einfinden, schliesslich wollten wir weder Babys, noch irgendwelche Krankheiten. Noch so einen Vorteil von meiner Zeit. Da konnte man problemlos alles neutralisieren, was man nicht haben wollte.

Gut. Unter einem Vorwand verschwand ich also kurz, liess im Schiff die entsprechende Prozedur über mich ergehen, nahm mir die Geburtsurkunde und machte mich wieder auf den Weg. Abends kam es dann zur Ziehung mit den Lottozahlen. Ich spielte Aufregung vor, als eine Zahl nach der anderen, die ich getippt hatte, gezogen wurde. Verdammt war das eine Party als klar war, dass wir den Jackpot geknackt hatten. Party. Klar. Was gehörte zu einer Party? Alkohol und Sex. Ein richtiges Rudelbumsen ging da ab. Wobei allerdings, ich hatte mit jedem Kontakt, nur Phillip verweigerte sich. Nicht einmal ein Kuss bekam ich von dem. Das ganze war so wild und dauerte so lange, dass ich schlussendlich gleich an Ort und Stelle, nackt wie ich war, zwischen dem Haufen einschlief.

Sonntag

Irgendwann wurde ich dann tatsächlich wieder wach. Irgendwie war ich so ziemlich überall wund. Mein Intimbereich brannte, die Obeschenkel schmerzten und generell hatte ich irgendwie Muskelkater. Die hatten mich ganz schön fertig gemacht. Ich war aber auch extrem befriedigt, ein Umstand, den ich so gar nicht kannte. Auf jeden Fall war mein Wunsch noch ein Stück weiter gewachsen, hier in dieser Zeit zu bleiben. Bot hatte da jedoch Einwände. Ich würde eben nicht hier her gehören und irgendwann würde ich auffliegen. Als er mit den potentiellen Konsequenzen anfing kam ich ins Schleudern. Nein, nicht das ich irgendwie die Zeit so verändern würde, dass ich irgendwann nicht mehr existieren würde. Den Zahn hatten die Wissenschaftlern den Zeitreisen schon lange gezogen. Ja, ich konnte die Zeit manipulieren. War nicht wirklich schwer. Ich hätte nur eine Firma gründen und im Anschluss die Technik meines Raumschiffes vermarkten können. Selbst die ältesten Bauteile meine Raumschiffs waren der Technik dieses Zeitalters so extrem weit vorraus, ich hätte sofort alles auf den Kopf gestellt. Wie man aber mittlerweile wusste, es würde nur die Zukunft verändern, in die ich eigentlich gehörte. Ich war am Leben und egal was ich jetzt tat, daran würde sich nichts ändern und es würde kein Paradoxon entstehen. Von daher hatte ich also wenig zu befürchten. Da war schon wesentlich schlimmer, dass man mich wahrscheinlich wegsperren würde, wenn man meine wahre Herkunft kennen würde. Irgendwo in ein Labor, wo ich zukünftig mein Gnadenbrot bekommen würde. Bot hatte da noch eine Reihe von Konsequenzen auf Lager, vielleicht war es wirklich keine gute Idee,  hierzubleiben.

Aber, ich war auch noch lange nicht auf dem Heimweg. Zuerst ging ich jedoch mal zu den anderen. Die sassen im Wohnzimmer und schienen von der vorherigen Nacht nicht wirklich etwas abbekommen zu haben. Die waren es wahrscheinlich gewohnt. Kaum kam ich aus dem Schlafzimmer wurde ich sofort als Hellseherin begrüsst. Ich meine, die waren auch nicht blöd und hatten ja mitbekommen, dass exakt meine Zahlen bei der Lotterie gezogen wurden. Verdacht hatte wohl niemand, ich war dennoch so etwas wie ein kleiner Held. Nachdem ich mich über die reicht gedeckte Tafel hergemacht und meinen Hunger erfolgreich bekämpft hatte, wollte ich ein bisschen spazieren gehen. Verdauung usw. Daran störte sich niemand und zum Glück war auch keiner auf die Idee gekommen mich begleiten zu wollen.

Wenig später war ich wieder in meinem Raumschiff. Es war schon komisch, aber wenn ich längere Zeit auf der Erde war und dann hier her zurückkehrte, kam mir alles so futuristisch vor. War es ja auch, aber das war mir vorher nie aufgefallen. In dieser Zeit rumzulaufen veränderte definitiv meinen Blick. Bot hatte mir sofort viel zu erklären. Natürlich blieb er die ganze Zeit nicht untätig, während ich da unten meinen Spass hatte. Er hatte das Internet danach durchforstet, wie ich das benötigte Material beschaffen konnte, ohne gross aufzufallen. Wie er entdeckt hatte würde es wahrscheinlich verdächtig wirken, wenn ich als Privatperson anfangen würde, solche Technik zu ordern. Den wirklichen Grund dafür würde wohl niemand erahnen können. Bot merkte an, in dieser Zeit gab es etwas, was man Terrorismus nannte. Fanatische Menschen bauten Bomben, um damit Angst und Schrecken zu verbreiten. Deshalb wurde sehr viel überwacht. Würde ich nun anfangen, meine Teile zu besorgen, so würde die Gefahr bestehen, dass ich auffallen würde und man mich im Anschluss wegen Terrorverdacht unter die Lupe nahm. Dabei würde man herausfinden, dass auch wenn ich wohl bald einen gültigen Ausweis hatte, von mir nicht existierte. Noch so etwas, was mich verdächtig machen würde. Aus diesem Grund musste ich mein Vorhaben tarnen und Bot war der Meinung, die Gründung einer Firma wäre dafür geeignet. Ich sollte mich also am Folgetag auf die Suche nach einem kleinen Büro machen, er würde mich lotsen, um eine Firma eintragen zu können usw. Geld sollte da ja keine Rolle mehr spielen. Er hatte auch schon ein paar Dinge zusammengestellt, welche man mit den von mir benötigten Bauteilen bauen konnte. Harmlos Dinge, die keinen Verdacht erregen würden. Eines musste ich dem kleinen Nerv lassen. Er dachte wirklich an alles.

Zurück bei den anderen bliebe die Frage, was man an dem Tag noch anstellen würde. Janine wollte in die Halle, um an ihrem Auto zu schrauben. Derrick und Rebekka lagen schon wieder im Schlafzimmer und liessen es krachen. Phillip schien wenig motiviert zu sein. Er wollte daheim bleiben. Irgendwie schien er nicht glücklich darüber zu sein, dass seine Freundin weg war. Ich hatte nun die Qual der Wahl. Mit zur Halle, oder hier bleiben. Hier bleiben brachte die Gefahr mit sich, dass Derrick mich wieder zu einem Schäferstündchen auffordern würde. Wenn es bei ihm immer so funktionierte, dann würde ich mitmachen und wäre hinterher wahrscheinlich nur noch rohes Fleisch. Nee, dann lieber Halle.

Nachdem Rebekka mit Derrick fertig war gingen wir auch schon los. Oder fuhren. Voller Stolz zeigten sie mir dann die Halle. Ihre Anlagen, die Computer, mit welchen sie das Auto überwachten und warteten und natürlich das Auto selbst. Es war schwierig ihnen vorzumachen, dass ich davon wirklich begeistert war. In Wirklichkeit war ich zwar schon fasziniert, aber eher von der Tatsache, dass die hier gezeigten Computer bei uns selbst im Museum kaum zu finden waren. Da musste man schon speziell suchen. Aus meiner Sicht konnte man die Dinger auch kaum Computer nennen. Schaltkreise mit Halbleitertechnik. Mit den heutigen Quantencomputern war das nicht mehr zu vergleichen. Mario, der schon in der Halle war, warf dann noch mit Zahlen für CPU und Co um sich und war wirklich stolz auf das, was er da zusammengebaut hatte. Bot piepte mir ins Ohr, wie man mit diesen vorsintflutigen Dingern zum Mars fliegen konnte wäre ihm ein Rätsel. Die Werte, die Mario da als super schnell ansah, wären schon für einfache Kommunikatoren bei uns unzulänglich gewesen. Um ehrlich zu sein, jede Armbanduhr aus meiner Zeit hatte viel, viel mehr Rechenleistung. Aber gut, hier in dieser Zeit schien es die Spitze des Eisberges zu sein.

Eine gewisse Begeisterung konnte ich für das Ganze schon aufbringen. Wie sie mir erklärten und wie ich es aus dem Buch ja wusste, hatten sie hier alles alleine aufgebaut und das war, egal in welcher Zeit, definitiv eine Leistung. Fasziniert war ich auch, mir das Auto erklären zu lassen. Wie das Prinzip funktionierte war mir klar. Das wusste jedes Schulkind aus dem Geschichtsunterricht. Im Museum hatte ich auch schon ein Fahrzeug mit solchem Antrieb gesehen, auch wenn es technisch um die 50 Jahre weiter war. Ich erlebte den Geschichtsunterricht am lebenden Objekt, wenn man so sagen will. Das war schon wirklich faszinierend. Ich bekam PS genannt, Newtonmeter und ähnliches. Mit Newtonmeter konnte ich etwas anfangen, PS hingegen sagte mir nichts. Das war eine grosse Zahl, aber was die mir nun sagen sollte verstand ich nicht. Ich nickte deshalb nur anerkennend.

Dann war Wartung angesagt. Bald würde es mit den Rennen losgehen und da musste die Kiste vorher komplett auf den Kopf gestellt werden. Mario machte das von seinem Computer aus. Schon kurz darauf hatte er eine ganze Liste zusammen, wo wir was kontrollieren sollten. Dabei konnte ich dann mit meinem Wissen glänzen. Wobei, eigentlich konnte ich mit dem Wissen von Bot glänzen. Der Piepte mir dauernd ins Ohr, was ich da besser machen konnte. Meine neuen Freunde waren sofort begeistert. Ich hätte ein richtig gutes Verständnis für Technik. Hatten sie mir wohl nicht zugetraut. Da war der richtige Zeitpunkt gekommen, meine Pläne für die Zukunft auszubreiten. Vor allem Mario war sofort Feuer und Flammen und sagte, wenn ich wollen würde bekäme ich tatkräftige Unterstützung von ihm. Bot hielt das für eine gute Idee. Damit war das also quasi abgemacht. Unglaublich eigentlich. Ich kannte die Leute erst seit ein paar Tagen und sie boten mir so viel Hilfe an, in meiner Zeit müsste man so etwas suchen. Hilfe klar, aber immer gegen Bares. Dabei hiess es eigentlich, die Zeiten hätten sich geändert und bei uns wäre der Erwerb von Reichtum schon lange nicht mehr die treibende Kraft. Nun, mittlerweile hatte ich da eine etwas andere Sicht auf die Dinge.

Gegen Abend hatte ich den unwiderstehlichen Dran, meinen Freunden die ganze Wahrheit zu sagen. Ich setzte auch mehrfach dazu an, wurde aber immer wieder von Bot zurückgehalten. Aber im Ernst. Zu gerne hätte ich denen mein Raumschiff gezeigt und sie ins Staunen versetzt. Okay, etwas angeben war da natürlich mit von der Partie. Doch wie gesagt, Bot hielt mich jedes Mal davon ab. Nachdem die Wartung des Autos soweit beendet war ging es an eine Probefahrt. Natürlich sollte ich mit. Rebekka fuhr, Mario sass mit einem Laptop neben ihr. Janine und ich platzierten uns nach hinten. Ein wenig schien ich Rebekka zu verärgern. Ich meine, sie drückte wild auf die Tube und mich beeindruckte es nicht. Von 0 auf 100 unter 4 Sekunden. Für sie schien das krass zu sein. Mein Schiff beschleunigte jedoch von 0 auf 30000 in weniger als 2 Sekunden. Von 0 auf LS1 in einer Sekunde. Zugegeben, die kannten noch nicht das Verfahren, um sich gegen die Trägheit zu schützen. Egal wie stark ich mein Schiff beschleunigte, im Allgemeinen merkte ich davon nichts. Das war bei ihrem Auto schon anders. Aber auch da hatte ich schon weit grössere Beschleunigungskräfte aushalten müssen.

Nach der Probefahrt lernte ich dann jemand kennen, der mir bist heute etwas Angst macht. Ein Mann Namens Pascal war in der Halle, als wir wieder dort hinein rollten. Nachdem ich kurz überlegt hatte wusste ich, um wen es sich handelte. Er war der Meister von Amy und benutzte sie regelmässig, um seiner Leidenschaft zu frönen. Das machte mir aber noch keine Angst. Auch nicht, als er nach einiger Zeit fragte, ob ich ein bisschen mit ihm spazieren gehen wollte. Da dachte ich mir noch nicht wirklich etwas dabei. Ich meine, vielleicht wollte er mich ja auch in seinen Raum bringen und so etwas hätte mich schon interessiert. Doch es kam ganz anders. Er wollte mit mir reden und kam schon wenige Meter hinter der Halle zum Punkt.

»Wer bist du?«

Fragte er mit einem Tonfall, dass ich sofort Gänsehaut bekam.

»Lisa heisse ich. Habe ich doch schon gesagt!«

Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, dass er da auf etwas anderes hinauswollte.

»Wer du bist will ich wissen! Du gehörst hier nicht her!«

Seine Worte erschütterten mich bis ins Mark und auch Bot piepte, ich solle vorsichtig sein.

»Stimmt, ich komme eigentlich aus Norddeutschland.«

Erklärte ich kleinlaut.

»Und die Wahrheit? Du kannst dem Ding in deinem Ohr auch sagen, dass du vor mir keine Angst zu haben brauchst!«

Ich blieb stehen. Es war unmöglich, dass er Bot gehört hatte. Die Technik war so angelegt, dass ausschliesslich ich hören konnte, was von meinen Ohrringen abgestrahlt wurde.

»Dem, dem Ding in meinem Ohr?«

Stammelte ich.

»Ja! Wo dir eben gesagt hat, dass du vorsichtig sein sollst!«

Ich stand unter Schock. Wer war der Kerl?

»Hör zu. Seit gut einer Woche habe ich das Gefühl, dass irgendetwas nicht ganz korrekt läuft. Seit ich dich gesehen habe weiss ich, dass du dafür verantwortlich bist. Nach allem, was ich bisher in Erfahrung bringen konnte, scheinst du aber keine bösen Absichten zu haben. Meine Freunde sind begeistert von dir und die haben normalerweise eine gute Menschenkenntnis. Dennoch. An dir ist etwas Faul und das Ding in deinem Ohr beweist es mir. Du gehörst nicht hier her. Ich spüre aber auch keinen Dämon, oder sonstiges in dir. Also. Wer bist du?«

Ich wusste gar nichts damit anzufangen.

»Ein Dämon?«

Fragte ich, nur um irgendetwas zu sagen.

»Ja. Ich gebe dir zwei Möglichkeiten. Du sagst mir die Wahrheit, oder ich hole sie mir!«

Nun bekam ich es wirklich mit der Angst zu tun. Pascal strahlte etwas aus, was mich erschütterte. Ich war mir sicher, mit Gewalt würde er mir nicht kommen und wenn, dann könnte ich mich nicht dagegen wehren. Ich hatte wohl keine wirkliche Wahl, ausser ihm die Wahrheit zu sagen.

»Du gehst damit aber nicht hausieren, oder?«

Fragte ich.

»Sicher nicht!«

Bekam ich versichert.

»Also gut. Ich heisse Lisa, dass ist nicht gelogen. Ich komme auch aus Norddeutschland. Das ist ebenfalls die Wahrheit. Aber nicht aus dieser Zeit! Ich komme aus dem Jahr 2310 und bin letzte Woche ungewollt hier gelandet.«

Fing ich an zu erklären. Pascal hörte sich das alles an und schien nicht daran zu zweifeln.

»Ich bin mit meinem Raumschiff einer Raumanomalie zu nahe gekommen, die mich hier her geschleudert hat. Du hast auch recht. Ich hege keine bösen Absichten. Ich will nur in meine Zeit zurückkommen.«

Nachdem ich ihm das erklärt hatte schaute er mich an.

»Und was redet dir da ins Ohr?«

Fragte er.

»Wie kannst du das hören? Nur ich kann das eigentlich!«

Das brachte ihn nicht aus der Ruhe.

»Ich kann es einfach. Das muss dir reichen.«

Toll. Ich musste hier meine Geheimnisse offenbaren, während er den Verschwiegenen geben konnte.

»Das ist Bot. Mein Roboter, der auf meinem Schiff sitzt. Ich kann ihn nicht mit her bringen, er würde sofort auffallen.«

Erklärte ich schliesslich.

»Und was hast du nun vor?«

Fragte er.

»Wie gesagt. Ich will nachhause zurück. Dafür brauche ich aber noch etwas und das müssen wir erst bauen.«

Wenn wir ja schon bei der Wahrheit waren.

»Mit der Technik aus dieser Zeit?«

Fragte er verwundert.

»Ja. Bot hat das schon alles ausgeknobelt. Die Beschaffung dauert aber wohl noch einige Zeit.«

Antwortete ich.

»Es war also kein Zufall, dass ihr den Jackpot geknackt habt.«

Sagte er. Ich schüttelte den Kopf.

»Ich mache dir ein Angebot. Du zeigst mir dein Raumschiff, ich helfe dir dann bei der Beschaffung der Dinge, die du brauchst.«

Das verstand ich nun gar nicht. Eben sage ich ihm noch, dass ich aus der Zukunft komme und dennoch bot er mir seine Hilfe an? Wie waren die nur alle drauf? Natürlich piepte Bot, ich solle den Scheiss lassen. Ich war jedoch der Meinung, ich könnte ihm vertrauen. Ja, er machte mir Angst, aber irgendwie schien er es auch ehrlich zu meinen.

Kurz darauf liess ich uns von Bot zum Schiff transportieren. Als wir ankamen schaute sich Pascal sofort neugierig und interessiert um. Als wir im Cockpit waren verwunderte er mich jedoch. Meine Technik interessierte ihn sehr. Den Blick nach draussen schien er aber komplett zu ignorieren.

»Und das ist also Bot?«

Fragte er, nachdem auch der kleine Scheisser ins Cockpit gerollt kam. Ich nickte. Bot fing jedoch an panisch zu piepen. Das wäre ein Monster! Er solle verschwinden usw.

»Keine Angst mein kleiner Freund. Ich bin nicht euer Feind!«

Sagte Pascal und ging neben dem Kleinen in die Hocke. Bot wich zurück. So hatte ich ihn noch nie gesehen und dabei hatten wir schon ganz anderen Dingern gegenüber gestanden. Bot blieb auch dabei. Pascal sei ein Monster, ich solle vorsichtig sein. Was dann kam verstärkte nun auch meine Angst.

»Ja, ich bin ein Monster. Ich gehe mal davon aus, deine Sensoren haben meine wahre Gestalt erkannt. Aber ich garantiere dir, ich bin kein böses Monster. Wenn, dann wärt ihr sowieso verloren.«

Was sollte das denn heissen? Wieso war er ein Monster?

»Wie darf ich das verstehen? Du bist ein Monster?«

Fragte ich und bemerkte, dass auch ich mich etwas von ihm entfernt hatte. Pascal stand auf.

»Monster ist vielleicht der falsche Begriff. Da du aber offen zu mir warst, will ich jetzt auch offen zu dir sein. Ich bin ein Dämon. Wenn man es genau nimmt, dann bin ich der Neffe des Teufels höchst selbst. Ich lebe seit über 400 Jahren auf der Erde.«

Für Bot war das anscheinend zu viel. Er flitzte mit einem derart hohen Tempo aus dem Cockpit, dass er die Kurve nicht richtig bekam und seitlich in der Wand einschlug. Pascal schien amüsiert.

»Du bist ein Dämon?«

Eigentlich glaubte ich nicht an so etwas, aber wenn Bot so grosse Angst vor ihm hatte, dann war wohl doch etwas dran.

»Ja. Aber ich garantiere dir noch einmal, ich bin nicht böse!«

Ich war kaum in der Lage ihm zu widersprechen. Wenn er böse wäre, dann hätte ich in Amys Buch ja irgendetwas darüber gelesen. Sie beschrieb ihn jedoch als einen wirklich guten Freund, als Mann für alle Probleme. Da verstand ich den Zusammenhang.

»Kannst du deshalb Amy immer wieder bei ihren Problemen helfen?«

Fragte ich vorsichtig. Pascal lachte.

»Sag jetzt nicht, du kennst ihr Buch?«

Was daran so komisch war verstand ich nicht.

»Doch, kenne ich. Ist das so verwunderlich?«

»Wenn man bedenkt aus welcher Zeit du kommst, dann ist es verwunderlich.«

Seine Erklärung ergab irgendwie Sinn.

»Ich bin viel unterwegs, da kann man gut lesen!«

Sagte ich.

»Aber ja, du hast Recht. Man kann keine 400 Jahre auf der Erde leben, ohne die Menschen kennen zulernen. Aber Amy hat keine wirklichen Probleme. Hier und da muss man ihr mal einen Stein aus dem Weg rollen, den Rest schafft sie schon alleine.«

Wie er das sagte war faszinierend. Er schien grosse Stücke auf sie zu halten.

»Es ist schade, dass ich sie nicht kennenlerne.«

Sagte ich.

»Das ist wirklich schade. Ihr hättet euch bestimmt gut verstanden. Sie muss aber zu sich selbst finden.«

Erklärte er mir. Ich will nicht sagen, dass ich das verstanden hatte, aber gross nachfragen wollte ich auch nicht.

»Und warum willst du mir helfen?«

Fragte ich.

»Warum nicht? Ich spüre deine Aura und merke, dass du auch kein schlechter Mensch bist. Wobei sich mir die Frage stellt, was machst du eigentlich in deiner Zeit?«

Wie er nun auf die Frage gekommen war verstand ich zwar nicht, aber beantworten konnte ich sie.

»Ich bin Kopfgeldjäger. Na ja, mittlerweile wohl eher Detektiv, aber eigentlich eben Kopfgeldjäger.«

Nachdem ich das ausgesprochen hatte fing Pascal laut an zu lachen. Irgendwie verärgerte mich das.

»Ist das witzig?«

Wollte ich wissen.

»Ja, ist es! Meine Partnerin und ich sind ebenfalls Detektive, deshalb finde ich das jetzt super lustig.«

Da verstand ich und nun musste auch ich lachen. Nicht so laut wie Pascal, aber lustig war es definitiv.

»Da lerne ich jemand aus der Zukunft kennen und der hat dann auch noch den gleichen Beruf wie ich.«

Ironisch war das schon irgendwie.

Wir unterhielten uns noch eine ganze Zeit, über mein Raumschiff, was ich schon so an Aufträgen erledigt hatte usw. Irgendwann meinte er dann, wir sollten zurück, bevor es noch auffällig würde. Da musste ich dann lachen.

»Ach was, die denken nur das wir ficken!«

Lisa, es gibt Sachen die sollte man nicht unbedacht aussprechen. Denn wie sollte es anders sein, Pascal gefiel die Idee und wie im Bann zerrte ich ihn in meine Koje. Alter Schwede. Dachte ich noch Derrick wäre gut bestückt, so sah selbst er klein aus, gegen das was Pascal da in der Hose hatte. Ich würde den Sex auch ausführlich beschreiben, nur fehlen mir dafür die Worte. Was er da mit mir machte war definitiv nicht von dieser Welt. Haha, klar, wir waren ja auch im Weltraum. Aber nein. Er fickte mich erst in meiner Koje. Danach im Gang, im Cockpit. Genau genommen vögelte er mich  einmal quer durchs Schiff. Diese Ausdauer, diese Gewalt. Ich hatte das Gefühl, wir hätten einige Stunden intim zugebracht. Doch als wir fertig waren war es etwas mehr als eine halbe Stunde. Heilige Scheisse!

Zurück bei den anderen fragte niemand, wo wir so lange waren. Nur grinsende Gesichter zeigten mir, dass sie sich schon ausmalen konnten, was da gerade passiert war. Von meinem Raumschiff mal abgesehen. Wir blieben auch nicht mehr lange in der Halle, denn der Hunger machte sich breit. Die Mädels wollten zurück, schleppten Pascal und Mario gleich mit, besorgten noch Essen bei einem Pizzaservice und es ging nachhause. Noch Essen, anschliessend wieder vögeln, dann klang der Abend aus. Für jeden in seinem eigenen Bett.

Fall #50217: Wird fortgesetzt!


Kommentare
;