Diabolus Umarov

Blog des Autor Diabolus Umarov

Star Trek Discovery S01E07

Achtung! Hier wird definitiv gespoilert!

Und täglich grüsst das Murmeltier? Damit sollte schon recht genau beschrieben sein, um was es in dieser Folge geht! Ich mag das, auch wenn es prinzipiell nicht besonders originell ist und eigentlich in so ziemlich jeder Serie irgendwann einmal auftaucht.

In Discovery ist es niemand anderes als Harcourt Fenton Mudd, der für die immer wiederkehrende Abfolge der Ereignisse verantwortlich ist. In dem Fall ist es also kein zufälliges Ereignis, welches die Zeitschleife verursacht. Dazu hat Mudd auch noch eine wirklich geniale Methode entwickelt, die Discovery zu infiltrieren. Natürlich gibt es auch ein Protagonist, welcher das Zurücksetzen der Zeit registriert und fortan nach Kräften versucht, dem Treiben von Mudd Einhalt zu gebieten. Rein prinzipiell ist die Story nichts neues und zu grossen Teilen auch vorhersehbar. Nichts desto weniger macht sie richtig Spass und ich würde diese Folge auch als eine der Besten von Discovery ansehen.

Es gab gleich viele Highlights für mich! Allen voran die Party. Was ich besonders bei TNG immer sehr nervig fand, waren die Konzerte und Theateraufführungen. Das war immer so ein bisschen wie die Akademiker im Weltall. Für mich eher weniger ansprechend. Ich bin weder Akademiker, noch freund von Konzerten und dem Theater. Man mag mich dahingegen vielleicht als ungebildet, oder einen Banausen ansehen, es ist aber meine Meinung. Bei Discovery gibt es nun eine Party, mit guter Musik, Tanzen und natürlich Alkohol. Schätze ich mal, es stand ja leider nicht dran. Aber, im Kontext ist es so erklärbar.

Weiterhin ist es auch der Humor, welcher Mudd mit seiner Art in den jeweiligen Zeitschleifen an den Tag legt. Das mag auch am Schauspieler liegen, welcher mir bei Stargate Atlantis und in den wenigen Auftritten bei Dark Matter immer sehr gut gefallen hat. Aber auch der Herr Chefingenieur weiss Spass zu verbreiten. Vielleicht nicht mit Absicht, es macht aber auf jeden Fall Spass, wenn er auftaucht.

Zudem hat mir auch noch die sich entwickelnde Beziehung zwischen Michael und Ash gefallen. Vor allem, weil sie sich in der nächsten Schleife nicht mehr dran erinnern. Ash erkennt den Vorteil dieser Situation und nutzt sie zudem auch noch! So mag ich das. Michael entwickelt sich dabei immer mehr zu einer Mischung aus Spock und 7of9, was ihrer Rolle irgendwie sehr gut steht! Sie hält auf der einen Seite an den angelernten Verhaltensmuster fest, möchte dennoch gerne ausbrechen. Sie befindet sich in einem kleinen Teufelskreis, hat aber mit Tilly einen Menschen zu Seite, der ihr da mit Sicherheit raushelfen kann!

Stichwort Sylvia Tilly. Die hätte irgendwie in keine andere Serie von Star Trek reingepasst. Nein, gar nicht richtig! In TOS Story könnte ich sie mir noch vorstellen. In TNG hingegen wäre sie wahrscheinlich wegen inkorrektem Verhalten aus der nächsten Luftschleuse geworfen worden. So ein munterer Freigeist auf der immer korrekten Enterprise D, unvorstellbar! Aber auch auf der Voyager könnte ich sie mir nur ganz schwerlich vorstellen. Als Hilfskoch vielleicht. Aber auch da war ja alles eher steril. In DS9 wäre sie wahrscheinlich gar nicht eingefallen, oder wäre nur im Quarks als Randerscheinung aufgefallen. Mit einem zugedrückten Auge wäre sie in ENT noch vorstellbar, auch wenn es eher unwahrscheinlich scheint, dass so jemand auf der erste Schiff mit Warp 5 gesetzt worden wäre. Discovery geht da neue Wege! Wege, die ich sehr gut finde und die Handlung auch etwas „realisitischer“ gestalten. Es mag ja sein, dass die Führungsriege des Flaggschiffs der Sternenflotte sich lieber mit einem Konzert die Zeit vertreibt, aber auf der D war ja sogar der junge Wesley schon so stocksteif, dass es schon unglaubwürdig erschien, als er in einer Folge kurzfristig mit einem Mädel zu sehen war. Während ich bislang immer der Meinung war, am liebsten würde ich mit der NX-01 durchs All düsen, macht die Discovery da langsam wirklich Konkurrenz! Man nehme meine im Entstehen begriffene Serie, die ich gerade schreibe. Auch da ist das Leben eher locker und es fliegen nicht noch hochgestochene, aalglatte Raumfahrer durchs All. Mir gefällt es, wie sich Discovery entwickelt!

Wer meine bisherigen Reviews zu Discovery gelesen hat wird sich jetzt wahrscheinlich wundern. Noch keine negative Kritik? Das mag daran liegen, dass dieses Mal die Klingonen nicht auftauchen, keine Technik gezeigt wird, welche man in früheren, bzw. nachfolgenden Serien (wenn man bedenkt das Discovery vor Kirk angesiedelt ist) nicht mehr sieht, oder generell eher eine Handlung anzutreffen ist, welche in die neue Zeitline passt.

Kritik könnte ich natürlich dennoch üben. Denn nach wie vor gefällt mir die Brücke nicht! Viel zu gross und weitläufig. Selbst die Brücke der D scheint in dem Fall eher klein zu sein. Aber, wer will den Kritisch sein?

Zum Schluss ändere ich mein Fazit etwas. Die Serie ist auf jeden Fall sehenswert, gefällt mir immer besser und ich kann sie eigentlich jedem ans Herz legen, der sich für Sci-Fi interessiert!

Star Trek Discovery S01E05

War ich von Episode 4 ein wenig enttäuscht, punktete Episode 5 dann wieder richtig!

Ich bleibe jedoch bei meine Meinung, die Klingonen sind in dieser Serie optisch ein Griff ins Klo. Was auch immer die Macher dazu inspiriert hat, diese stolze Rasse so zu verunstalten, in meinen Augen ist es schwer verunglückt. Super schade, hat man doch grossen Wert darauf gelegt, klingonisch in dieser Serie richtig einzusetzen. Sogar ein Klingonischlehrer, ich wusste gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt, wurde zu Rate gezogen. Dann baut man ihre Optik aber so um, dass sie mich an den Ausseriridischen aus »Enemy Mine« erinnern. Will mir nicht in den Kopf!

Aber, in dieser Folge sind die Klingonen dann schon eher das, was ich mir unter ihnen vorstelle. Stark, brutal und kein bisschen freundlich. Auf ihrem Gefängnisschiff geht es richtig rund. Da gibt es keine Genfer Konventionen. Da kriegen die Gefangenen in regelmässigen Abständen mal schön in die Fresse. Da kommt das zum tragen, was Kirk und Co immer mal wieder erwähnten. Von Klingonen gefangen zu nehmen ist einfach keine angenehme Angelegenheit.

Bleiben wir aber bei den Klingonen. Wo mir ihr Verhalten noch gut gefallen hat, waren die Raider dann wieder komplett für den Arsch. So ein Design habe ich bei den Klingonen noch nie gesehen. Ist es bei ihnen etwa auch so, dass man die schädlichen Nebenwirkung ihrer Technik auf die Gesundheit erst später erkannte und deshalb danach das Design so radikal verändert hat? Irgendwie sehr, sehr komisch. Dazu bliebe für mich noch die Frage, warum kann Captain Lorca so problemlos so ein Teil fliegen? Da erinnere ich mich an Star Trek III, wo selbst ein Scotty eher raten musste, wie man den geklauten Bird Of Prey in Bewegung setzt. Wenn dieses Ass da raten muss, wieso ist es für Lorca so, als hätte er diese kleinen Schiffe schon in der Grundausbildung geflogen? Nee, das hätte man besser machen können.

Sehr gut fand ich dann wieder, dass das Bärtierchen in der Folge freigelassen wird. Eigentlich fand ich das Tier ziemlich cool, da ich ja auch ein Fan seines irdischen Pendants bin. Aber dieses Geheule von Michael fand ich schon stark übertrieben. Nicht das Mitgefühl, nein eher wie das aufgebauscht wurde. Erst war es ein Monster, vor dem alle weg rannten und Panik schoben, auf einmal ist es das geliebte Haustier, dem man auf keinen Fall schaden möchte. Als Tierliebhaber prinzipiell eine gute Sache, nur etwas zu übertrieben dargestellt. Wie man dann aber Ersatz dafür finden konnte fand ich dann wieder klasse!

Okay. Kommen wir dann mal zu einem Punkt, der in den sozialen Medien ja stark diskutiert wurde. Sollte man homosexuelle Offiziere auf einem Sternenflottenschiff haben? Ehrlich gesagt, die Diskussion darüber hat mich mehr schockiert, wie der Umstand selbst. Leben wir echt noch in Zeiten, wo die sexuelle Orientierung eines Menschen irgend eine Rolle spielt? Wenn die beiden damit doch klar kommen, warum interessiert uns das dann? Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter! Als Kämpfer für lange Haare bei Frauen heule ich ja auch nicht rum mit der Frage, ob ein Offizier eines Raumschiffs kurze Haare haben sollte. Ich beschwere mich zwar gerne, dass eine Frau mit langen Haaren diese beim Kämpfen offen trägt, weil das in der Realität niemand so machen würde, aber deshalb eine Diskussion mit Umfragen vom Zaun brechen? Ich bin ein wenig schockiert. Ich habe homosexuelle Freunde in meinem Umfeld und die unterscheiden sich in keinster Weise von Heteros. Okay, es sind eben Männer, die sich da küssen. Aber wie gesagt, es ist doch nicht mein Problem! Viel schlimmer finde ich aber, würde Michael nun ein Verhältnis mit Sylvia anfangen, wären die Gespräche in den sozialen Netzwerken gleich ganz andere. Frauen dürfen das, Männer nicht. Absoluter Schwachsinn!

Kommen wir aber jetzt mal zu meinen Highlights!

Da wäre eben Sylvia Tilly. Immer am plappern, oft unsicher, aber ein Charakter der einfach Spass macht. Die redet auch mal von geilem Scheiss und ähnliches. Eine Tatsache, die ich seit TNG stark vermisst habe. Ab dieser Serie waren die Leute immer so steif und achteten auf korrekte Ausdrucksweise. Sylvia haut einfach raus, was ihr durch den Kopf geht und das lockert das Ganze enorm auf! Sie ist dabei zu meinem Lieblingscharakter der Serie aufzusteigen, auch wenn ich Stamets für ebenfalls sehenswert halte. Er erwähnt immer mal wieder, dass mit dem neuen Antrieb noch nicht zu spassen ist. Da wird nicht gekuscht, wenn der Captain eine anscheinend unmögliche Aufgabe stellt. Nein, er sagt auch mal, dass es so einfach nicht funktioniert und behält damit auch Recht. Auch hier war mit TNG und auch Voyager ein wenig zu steif. Da hiess es nur, mach das, du hast so und so lange Zeit. Also wurde das im angegebenen Zeitrahmen ohne Widerworte erledigt. Scotty war da anders und Trip auf der NX-01 war sich auch nicht zu fein, mal einer Anordnung zu widersprechen. Hier punktet die Serie deutlich.

Das Oberhighlight in dieser Episode war jedoch ein alter Bekannter von Kirk. Harcourt Fenton Mudd ist mit von der Partie und bislang so ziemlich das einzige Element, welches wirklich aus der original Zeitlinie stammt. Er ist so gut getroffen, dass es bei mir schon geklingelt hat, bevor ich seinen Namen hörte. Da haben die Macher der Serie mal einen Volltreffer gelandet! Ich konnte so richtig ausmalen, wie er aus seiner misslichen Lage dann irgendwann auf den Planeten mit den Androiden gerät. Das hätte der Serie an einigen anderen Punkten auch nicht geschadet und die Machen beweisen damit in meinen Augen auch, dass sie es eigentlich drauf haben. Leider kommt das viel zu selten vor. Aber, ich bin nun bereit zu hoffen!

Als Fazit bleibt alles beim alten. Sehen kann man die Serie auf jeden Fall, wenn man auf Science-Fiction steht. Man muss in meinen Augen nicht einmal ein Trekki sein und vielleicht wäre es sogar von Vorteil keiner zu sein, da einem dann die ganzen Unstimmigkeiten nicht auffallen. Mit ungetrübtem Auge kommt die Serie wahrscheinlich noch um einiges besser, kann ich aber schlecht beurteilen, da ich nun einmal ein Trekki bin. Einer, der mit dieser Serie warm geworden  ist und sie genauso wie die neue Zeitlinie wirklich gerne zu Star Trek zählt! Wer also Netflix hat, der sollte sich auf die Montage freuen! Ich tue es.

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