Diabolus Umarov

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Lisa! Kopfgeldjäger! (Fall #11316 – Finde den Beweis)

Von: diabolusUmarov
Erstellt am: 14.11.2016

Was bisher geschah!

Eigentlich nichts! Aufträge gab es bisher keine. Ich habe mir allerdings einen neuen Freund zugelegt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Roboter. Sechs Räder, schwenk- und aufrichtbare Kamera und einigen Extras. Eigentlich war das eine Art verbesserter Autopilot. Er konnte sich mit dem Schiff verbinden und es steuern, während die Besatzung andere Dinge erledigte. Der Kleine gehörte noch zur ersten Generation, deren künstliche Intelligenz noch unbegrenzt lernfähig war. Er sollte verschrottet werden, da niemand mehr Verwendung für einen aufsässigen, kleinen Autopilot hatte. Als ich ihn fand, war es fast schon zu spät und nach einem kurzen Gespräch mit dem Besitzer durfte ich das kleine Kerlchen mitnehmen. Irgendwie tat er mir leid. Was ich damit dann wieder angerichtet hatte seht ihr noch. Auf jeden Fall gehörte er ab sofort zur Besatzung und kam mit meinem Schiff, trotz seiner Extras, gut zurecht. Kommunizieren konnte er auch, allerdings war das nur ein piepen. Wer sich noch an die Modems aus den ersten Jahren des Internets erinnert, der weiss was ich meine. Um ihn zu verstehen brauchte man einen Übersetzer. Da so Dinger aber in jedem Funk zu finden war stellte es also kein Problem dar. Er hatte auch einen Namen. Bezeichnenderweise wurde er Bot genannt. Da ich ihn aber meistens nur Penner, Klugscheisser, oder noch schlimmer nannte, spielt der Name weniger eine Rolle.

Montag

Der Tag fing ganz harmlos an. Irgendwann rollte ich aus meine Koje und machte mich auf die Suche nach etwas zu Essen. Ich musste wirklich suchen, hatte ich doch mal wieder mein ganzes Geld in das Raumschiff gesteckt. Wer denkt auch dran, dass eine Landung ohne Gestell gleich so viel Schaden verursacht! Der kleine Klugscheisser hatte mich zwar darauf hingewiesen, aber wer hört schon auf den. Hätte ich es tun sollen? Vermutlich! Wie dem auch sei. Ich suchte also nach Nahrung und fand letzten Endes noch eine Schachtel Kekse. Frühstück für Kopfgeldjäger. Ganz eindeutig. Okay. Während ich also im Cockpit sass und meine Beine auf dem Steuerpult liegen hatte, meldete sich unvermittelt der Funk. Da ich auf optische Übertragung keine Lust hatte, aktivierte ich nur das Audiosystem und ein Mann mit bäriger Stimme meldete sich.

»Sie sind Lisa? Die Kopfgeldjägerin?«

»Genau die. Was gibts?«

»Ich habe einen Auftrag für sie. Sind sie interessiert?«

»Wenn sie mir sagen, um was es geht, dann sehen wir weiter!«

»Es geht darum. Vor kurzem bekamen wir Informationen zugespielt, dass ein skrupelloser Geschäftsmann namens Carlos eine Übernahme plant, welche seine Macht grossflächig ausbauen würde. Leider bewegt er sich offiziell nur im legalen Bereich. Wir wissen aber, dass er auch diverse illegale Mittel eingesetzt hat. Ihre Aufgabe wäre nun, verschaffen sie sich Zugang zu seinem Computer und finden sie den Beweis.«

»Ist das Alles?«

»Ja. Die Übernahme soll in einer Woche stattfinden. Es wäre als zwingend Notwendig, dass die Beweise bis Sonntag verfügbar sind.«

»Wie komme ich an ihn ran?«

»Das ist nicht einfach. Er vertraut nur wenigen Leuten und wer es bis zu ihm schaffen will, muss eine ganze Menge an Hürden überwinden.«

»Und ich wette, ich bin nur deshalb auf ihrem Schreibtisch gelandet, weil ich den Ruf habe nicht zimperlich zu sein.«

»Das ist richtig.«

»Also dann bitte Informationen. Wo finde ich ihn, welche Hürden muss ich nehmen.«

»Die Koordinaten schicke ich ihnen. Die Hürden bestehen darin, Frauen werden quasi zu ihm durchgereicht. Wenn seine Leute eine neue Eroberung haben und sie sich als würdig und vertrauenswürdig erweist, kommt sie einen Schritt nach oben. Es gibt drei Stufen. Die erste dürfte leicht sein. Er hat eine Reihe von Handlangern. Als Frau dürfte es nicht schwer sein, einen davon zu überzeugen. Ist er der Meinung, sie wären interessant, dann sollten sie kurz darauf auch schon Kontakt mit der nächsten Schicht bekommen. Die besteht aus Personen, welche sich für Carlos die Hände schmutzig machen und auf die letzten Endes auch das Meiste zurückfällt, wenn mal eine Sache auffliegt. Auch hier heisst es wieder, sie müssen gut sein und vertrauenswürdig erscheinen. Wenn das klappt bekommen sie Kontakt zu seinen engsten Vertrauten. Wieder das gleiche Spiel. Erst wenn das alles geklappt hat, werden sie zu einen von Carlos Partys eingeladen.«

»Klingt nicht besonders schwer.«

»Vielleicht nicht schwer. Doch haben die Frauen, die sich als unwürdig erweisen, so die Angewohnheit nie wieder gesehen zu werden.«

»Und das alles bis Sonntag?«

»Genau.«

»Spesen?«

»Daten für eine begrenzte Kreditlinie bekommen sie übermittelt.«

»Dann bis Sonntag.«

Das klang ja wie ein Spaziergang. Leute ausfindig machen, sich vernaschen lassen und das so lange wiederholen, bis ich bei Carlos war. Dem dann noch eine unvergessliche Nummer spendieren, Daten klauen und fertig. Wenn doch nur alles so einfach wäre! Das Ganze klang so einfach, dass nicht einmal der Klugscheisser etwas dazu zu sagen hatte. Aber gut, Kurs setzen und ab die Post. Bot übernahm diese Aufgabe. Vielleicht hätte ich noch fragen sollen, ob diese Leute auf bestimmte Sachen standen. Aber das konnte ich auch so heraus finden. Ich platzierte mich im Cockpit nach hinten. Dort waren die ganzen Computer und ich fing an, mich über diese Typen schlau zu machen. Eine halbe Stunde später hatte ich eine Vielzahl von Bildern, die ich auswerten konnte. Was mir nicht gefiel war, keine der Frauen hatte die Haare zusammen. Das nervte mich. Ich hatte meine Haare immer zu, da ich es nicht leiden konnte, wenn sie irgendwo herum flatterten, in mein Gesicht hingen usw. Aber sie trugen netten Schmuck. Auch die Kleider waren toll. Da hiess es erst einmal Shoppen gehen.

Dank des starken Antriebs waren wir ziemlich schnell bei dem angegebenen Planeten. Nur landeten wir nicht in der angegebenen Zielregion. Nein. Erst war Einkaufen angesagt. Von daher parkte ich das Schiff im Raumhafen einer ziemlich grossen Stadt. Dieses Mal jedoch mit ausgefahrenem Landegestell. Kaufhäuser gab es da mehr wie genug und eine knappe Stunde später hatte ich vier neue Kleider, neuer Schmuck und neue Schuhe. Alles elegantes Zeug, was nicht ganz billig war. Aber wozu hatte ich denn die Spesen? Ich beschränkte mich auf die Farben schwarz, blau und rot. Natürlich hatte jedes Kleid das passende Paar Pumps. Insofern hatte sich der Auftrag schon gelohnt. Der grosse Einsatz konnte beginnen. Aber erst morgen. Da ich ja noch Spesen hatte, genehmigte ich mir erst einmal ein richtig feines Essen. Davon dann gleich reichlich und als ich aus dem Restaurant wieder raus kam, war mir unendlich schlecht. In gewisser Weise kugelte ich mich zurück ins Schiff und wurde von dem kleinen Penner sofort  ausgelacht. Sofern man bei einem Roboter von Lachen reden kann. Der sollte die Klappe halten und alles für morgen vorbereiten. Bevor ich mich in die Koje legte, machte ich mich noch schlau, wo und wie ich am Besten an die Leute ran kam. Da gab es direkt viele Möglichkeiten. Anscheinend gab es diverse Örtlichkeiten, wo die Typen anzutreffen waren. Ich würde es Morgens auf einem Markt probieren. Wenn meine Informationen korrekt waren, gab es dort diverse Stände, die von Carlos kontrolliert wurden. Warum eigentlich? Der Machte doch eigentlich viel mehr Geld mit seinen anderen Geschäften. So ein Stand, auf einem Markt, stellte ich mir nun nicht sonderlich produktiv vor. Der Besserwisser hatte da natürlich so seine Theorie. Es wäre ein guter Ort, um heimlich Informationen, oder illegale Substanzen zu vertreiben. Der hatte doch keine Ahnung.  Keine Ahnung, aber zu allem eine Meinung. Würde ich dort keinen Kontakt bekommen, würde ich gegen Nachmittag in einem bestimmten Restaurant essen gehen. Dort hatte Carlos angeblich auch seine Finger drin. Zum guten Schluss würde ich mich in einem Club einfinden. Der gehörte zwar nicht ihm, aber laut meinen Bildern waren dort immer wieder Leute von ihm zu treffen. Soweit der Plan. Jetzt nur noch schlafen, dann auf ins Gefecht.

Dienstag

Das mit dem Markt konnte ich vergessen. Ich wachte erst gegen Mittag auf, obwohl die Nervensäge über vier Stunden versuchte mich zu wecken. In meinem Traum bekam ich das mit, dadurch aufwachen war aber keine Option. Dieser kleine Penner war sogar so dreist uns schon einmal zum Zielort zu fliegen. Dazu hatte er zwar keine Befugnis, doch hatte ich mittlerweile aufgehört, ihn darauf hinzuweisen. Also raus aus der Koje und ran an die Kerle. Ich duschte und entschied mich für das blaue Kleid. Das fühlte sich gut an und wenn ich das so sagen darf, ich sah verdammt scharf darin aus. Es war etwa knielang, eng und hatte einen perversen Ausschnitt. Dazu die silberne Uhr, eine breite, silberne Halskette und natürlich brauchte ich Ohrringe. Die konnte man unter den Haaren zwar nicht sehen, doch hatten sie einen bestimmten Zweck. Damit hielt ich Kontakt mit dem Bot, der mir eventuell mal unter die Arme greifen konnte. Die Headsets hatten zwar eine besser Verbindung, doch konnte man die schnell ausmachen. Als Ohrringe getarnte, interessierte sich niemand dafür. Ich entschied mich für die grossen Runden. Die trug ich eigentlich immer, von daher war es nichts ungewöhnliches.  Zum Schluss noch dezentes Makeup und blaue Fingernägel, perfekt! Selbst Bot war der Meinung, ich sei super scharf. Wie weit man auf seine Meinung da zählen konnte wusste ich allerdings nicht.

Es ging in das Restaurant. Super feiner Schuppen. Mein Problem war nun, ich wusste nicht, auf wen ich achten musste und es gab dort scharfe Weiber gleich Tonnenweise. Das Essen war auch nicht besonders lecker, dafür aber um so teurer. Ich sah ein paar Typen, die ich durchaus als Zielpersonen ansehen konnte, doch fehlten mir weitere Informationen. Von daher entschied ich mich, keine eigene Aktion zu starten und zu warten, bis ich angesprochen wurde. Während und nach dem Essen geschah das allerdings nicht und ich wurde gebeten, entweder noch etwas zu bestellen, oder mich zu verziehen. Da ich keinen Bedarf auf noch eine Portion hatte, machte ich mich also vom Acker. Das war also ein dicker, teurer Reinfall gewesen. Bliebe mir noch die Nacht. Die war aber noch einige Stunden entfernt, so vertrieb ich mir die Zeit in der Stadt. Was mir auffiel, es gab eine ganze Reihe von Kerlen, die anscheinend für Ordnung sorgten. Keine Polizei. Es schien sich um etwas privates zu handeln. Manchmal fühlte ich mich stark beobachtet. Was wohl daran lag, dass zwei von denen mir die meiste Zeit nach liefen. Das machte mir Angst. Von daher fing ich an Haken zu schlagen. Nein, ich bin nicht wie ein Hase hin und her gehüpft. Na doch, aber nur kurz. Dabei kam ich mir dann doch albern vor und meine Verfolger schlossen auf. Ich fing an in verschiedene Läden zu gehen. Dabei achtete ich immer darauf, wo meine Verfolger waren. Schliesslich entkam ich den beiden und machte mich auf den Weg zurück ins Schiff. Der Klugscheisser meinte, vielleicht wollten die beiden ja genau das von mir, was ich provoziert hatte. Der hatte auch echt zu allem eine Meinung.

Der Abend kam und ich machte mich auf den Weg in den Club. Dort war ganz schön was los. Viele Kerle wurden an der Tür abgelehnt. Ich wurde jedoch aus der Schlange gerufen und durfte eintreten. Dadurch machte ich mir nicht gerade Freunde. Vielleicht hätte ich auch »Viel Spass ihr Looser« seinlassen sollen, na ja. Drinnen war nicht weniger los. Viele tanzten, einige sassen an den Tischen und eine ganze Menge Leute standen an der Theke. Da aufzufallen war wirklich schwer. Mein Vorteil, die Meisten hatte schwarze Kleider an. Ich kam in blau. Gute gemacht. Also rauf auf die Tanzfläche, um kurz darauf runter geführt zu werden. Die beiden von Mittags hatten mich gefunden und schleiften mich zu einem Tisch. Grossartig. Noch vor dem Start schon abgefangen. Ich dachte schon, ich könnte meinen Auftrag vergessen. Doch was sagten die beiden? Sie hatten den Auftrag bekommen, mich zu Tino zu bringen. Tino? Wer war das schon wieder? Das erfuhr ich wenige Augenblicke später. Er gesellte sich zu uns und meinte. ich wäre ihm beim Essen aufgefallen. Er würde die Meisten aus der Stadt kennen und ich war neu. Die Meisten aus der Stadt? Ein wenig grössenwahnsinnig, oder? Sein Interesse war, was ich auf dem Planeten zu suchen hätte. Klar. Ich war in einem Raumschiff gekommen. Das ich also nicht von dieser Kugel war,konnte man an einer Hand abzählen. Ich erzählte ihm, ich sei auf der Suche nach einer neuen Heimat. Bei uns wären die Meisten so spiessig. Er sagte, dann wäre ich hier absolut richtig! Vor allem in dieser Stadt und wenn ich mich nicht dumm anstellen würde, dann könnte es mir hier sehr gut gehen. Natürlich wollte ich wissen, inwiefern ich mich nicht dumm anstellen müsste. Er griff sich in den Schritt und meinte, dass wäre wie ein Schlüssel in ein sehr gutes Leben. Da lachte ich und sagte, wenn das der Schlüssel wäre, hätte ich das perfekte Schloss.

Natürlich wollte er das auf die Probe stellen. Er zog mich, einige Minuten später, auf die Tanzfläche und ich liess mich so richtig gehen. Ich rieb meinen Hintern an seinem Becken, zeigte viel Ausschnitt und kam ihm immer wieder sehr nah. Das schien ihm auf jeden Fall zu gefallen. Er war auch eindeutig einer aus der untersten Schicht dieser Pyramide. Ein echter Macho mit allem drum und dran. Bis hoch zum Goldkettchen. Mein Typ war er nicht, aber Auftrag war Auftrag. Ich will nicht sagen, es kostete mich Überwindung, seiner Einladung zu folgen und mit ihm sein Auto zu besteigen. Doch geil war ich nun nicht unbedingt auf ihn. Ausserdem war das eine 0815 Karre von der Stange. Keine Limousine, oder irgendetwas mit Fahrer. Nein. Ein normales Auto, mit welchem noch unzählige andere umher fuhren. Seine Wohnung war auch nicht gerade der Hit. Er war ganz bestimmt keiner, der grossen Einfluss hatte. Ein Handlanger eben. Aber gut, an dem musste ich nun einmal vorbei. Er bot mir etwas zu trinken an und kaum war es ausgetrunken, machte er sich schon über mich her. Netterweise zerlegte er dabei auch gleich mein neues Kleid, was ich ihm gerne in Rechnung gestellt hätte. So eine Sauerei! Aber gut. War nicht zu ändern und ich machte so, als würde es mich stark anmachen. Von ihm gab es kurz darauf ein Vorspiel, an dem ich nichts zu meckern hatte. Er wusste, was er da tat. Aber gut, wahrscheinlich hatte er jeden, oder jeden zweiten Tag eine Andere und wenn die Übung seine Qualitäten nicht verbesserte, dann wusste ich es auch nicht.  Auch ich gab anschliessend mein bestes und schien ihm damit wirkliche Freude zu bereiten. Über den Sex müssen wir nicht reden. Der war kurz und langweilig, wenngleich ich auch so tat, als hätte ich noch nie einen besseren Mann im Bett gehabt. Vielleicht sollte ich auf Schauspieler umsatteln. Noch weniger will ich eigentlich von dem schreiben, was nach dem Sex passierte. Noch mit seinem Samen befleckt, wurde ich wüst von ihm aus der Wohnung geworfen. Meine Klamotten flogen hinterher und ich durfte mich auf dem Flur anziehen. Zum Glück kam niemand. Ausserdem musste ich mein Kleid irgendwie zusammenhalten. Ach egal. Bis zum Schiff würde es reichen. Tat es dann auch. Nur gefühlte 100 Leute sahen mich und die Gesichter waren schon gemein. Im Schiff hiess es dann erst einmal duschen. Ich musste dem sein Zeug von mir runter kriegen. War ja wirklich eklig. Ach, ich vergass zu erwähnen, Tino bekam natürlich noch den ID Code von meinem Schiff. Also nicht mein eigentlicher. Für den Fall der Fälle hatte ich eine ganze Reihe davon, die unauffällig waren. Das hatte doch mal richtig gut funktioniert!

Mittwoch

Warten war angesagt. In die Stadt wollte ich nicht unbedingt. Ein wenig Scham hatte ich schon und wollte keinem über den Weg laufen, der mich am Abend zuvor vollgespritzt und mit zerrissenem Kleid gesehen hatte. Also abwarten und Tee trinken. Na ja, Tee nun nicht unbedingt. Ich hatte nichts gegen Tee, doch irgendwie gab es bei der Zubereitung immer irgendwelche Unfälle und heftige Brandblasen. Also trank ich eben etwas anderes. Nur, das Abwarten blieb gleich und strapazierte meine Nerven. Erst am späten Nachmittag meldete sich der Kommunikator auf der richtigen ID. Schnell schlüpfte ich aus meinen Klamotten, um einen entsprechenden Eindruck zu machen. Natürlich meldete ich mich dieses mal mit Video.

Tino: »Was machst du heute Abend?«

Ich: »Ich wollte mich bald auf die Jagd machen.«

Tino: »Vergiss die Jagd! Sei um 22 Uhr im Club und zieh etwas schwarzes an. Ich will dich jemandem vorstellen!«

Ich: »Ich hoffe, er ist ähnlich gut wie du!«

Tino: »Niemals. Aber er wird dir gefallen.«

Das war auch schon alles, was gesprochen wurde. 22 Uhr. Da hatte ich noch einiges an Zeit. Was tun damit? Genau! Schlafen! Bot sollte mich eine Stunde vorher wach machen, damit ich mich noch anziehen konnte.

Er versuchte es. Wirklich. Doch wurde ich erst 20 Minuten vor dem Termin wach. Eile war angesagt. Ich schlüpfte in das schwarze Kleid und die Schuhe, legte den Schmuck wieder an und verzichtete auf Schminke. Mit einem höllischen Tempo eilte ich zu dem Club. Mir war gar nicht klar, wie schnell ich mit den Schuhen sein konnte. Pünktlich wie die Feuerwehr stand ich am Eingang, wurde aus der Schlange gerufen und erntete wieder tonnenweise böse Blicke. Doch ging es drinnen nicht in den eigentlichen Club. Ich musste vorher durch eine Tür und über die dahinterliegende Treppe nach oben. In dem Raum sah ich Tino und noch einen Kerl. Der war definitiv einer aus der oberen Schichten. Teurer Anzug, gutes Auftreten, dagegen war Tino ein Prolet. Wir wurden vorgestellt. Billy hiess der gute Mann und freute sich meine Bekanntschaft zu machen. Er stand sogar auf und gab mir einen Handkuss. Etwas altbacken, aber hatte Stil. Tino sollte sich kurz darauf vom Hof machen. Der folgte brav und so waren wir alleine.

»Tino hat mir gesagt, du wärst auf der Suche nach einer neuen Heimat.«

»So ist es! Dort wo ich her komme, dürfte ich mich in so einem Kleid nicht zeigen. Dann würde man sofort einen Exorzisten rufen, oder mich auf den Scheiterhaufen stellen.«

»Na, da hast du hier nichts zu befürchten.«

»Wäre mir schon aufgefallen. Für das,was ich gestern mit Tino gemacht habe, gäbe es bei uns wahrscheinlich Gefängnis.«

»Ich habe davon gehört. Tino sagte, du wärst sehr wild und nicht zu stoppen.«

»Das hängt immer davon ab, was ich angeboten bekomme.«

»Schwer zu glauben. Was Tino anzubieten hat ist ja nun nicht wirklich weltbewegend.«

Dilemma! Sollte ich ihm nun recht geben, oder widersprechen? Beschissene Situation!«

»Sagen wir mal, ich hatte auf meiner Suche schon deutlich schlimmeres erlebt!«

»In welchen Gegenden treibst du dich rum?«

»Hier und da. Anfangs war ich nicht unbedingt wählerisch.«

»Das kannst du ändern!«

»Wie? Mit dir Vögeln? Das würde ich auch ohne Verbesserung!«

Dabei lehnte ich mich zu ihm vor, damit er meinen Ausschnitt und den fehlenden BH sehen konnte.

»Nun, ich habe nicht von Sex geredet.«

»Von was dann?«

»Nun, Sex bekomme ich an jeder Ecke. Auch wenn du anscheinend eine echte Raubkatze bist,reicht das nicht.«

»Dann schiess mal los!«

»Es gibt da so einen Typen. Der hat einem meiner Freunde vor einigen Wochen eine Uhr gestohlen. Daran ist ein hoher, emotionaler Wert gebunden. Bring mir die Uhr, dann sehen wir weiter!«

»Wenn ich mehr Informationen bekomme gerne.»

»Der Kerl geht jeden Mittag am Stadtrand essen. Seinem Onkel gehört der Schuppen. Du kannst ihn nicht verfehlen. Er ist fett, schwitzt, sobald er einen Gedanken fasst und frisst wie ein Schwein.«

»Und wenn ich die Uhr habe?«

»Dann bringst du sie mir. Morgen Abend, selbe Zeit, selber Ort.«

»Ich werde da sein!«

Damit wurde ich verabschiedet. Unten hatte ich dann noch viel Spass auf der Tanzfläche. Ich schien in dem Schuppen richtig gut anzukommen und bekam Drinks ohne Ende. Was daraufhin passierte, kann man sich denken. Irgendwann war ich zu wie eine Handbremse.

Donnerstag

Als ich wach wurde, hatte ich keinen Plan, wo ich war. Weder wo ich war, noch was da neben mir lag. Ich schaute nach. Boah. Der Typ war nicht schlecht. Zu schade, dass ich keine Ahnung hatte, wer es war, oder was passiert war. Blick auf die Uhr. Verdammt! Schon fast Mittag.

»Bot, wo bin ich«

»Nordöstlich der Innenstadt.«

»Schmeiss die Dusche an, ich bin gleich da.«

Heimlich schlich ich mich aus dem Zimmer. Mein Kopf tat weh und mir war richtig schlecht. Dennoch legte ich, trotz Pumps, ein beachtliches Tempo vor. Die Zeit lief mir davon. Im Schiff hatte ich meine Klamotten schnell entsorgt und sprang unter die Dusche. Bot war so nett, mir schon die neuen Kleidung rauszulegen und gab mir auch noch eine aufgelöste Schmerztablette. Die verbesserte zwar meine Schmerzen, nicht aber meine Verfassung. Als ich mich auf den Weg zum Stadtrand machte, fühlte ich mich, als hätte ich irgendeine heftige Droge zu mir genommen. Ich stand so halb neben mir. Oh je, da hatte ich ja was vor. Als ich ankam bezahlte ich das Taxi und ging in den Schuppen.

Grossartig! Der Kerl war da und definitiv nicht zu übersehen. Bei ihm standen aber auch noch drei richtig finster aussehende Kerle. So einfach kam ich also doch nicht an ihn ran. Also erst einmal setzten und etwas essen. Vielleicht ergab sich ja eine Gelegenheit. Keine Chance. Die Typen wichen dem Kerl nicht von der Seite. Also versuchte ich es mit meinen weiblichen Waffen. Ich ging einfach rüber und versuchte, mit dem Dicken zu flirten. Der Hob gar nicht erst den Kopf. Dafür wurde ich unsanft gepackt und in einem sehr schmerzvollen Griff auf den Nachbartisch genagelt. Das lief nicht besonders gut. Der Dicke sagte aber, sie sollen mich los lassen und zur Tür bringen. Genial! So kam ich ja nie an die Uhr. Die hatte er am Arm, dass hatte ich schon gesehen. Da musste eine neue Strategie her. Am besten auf die harte Tour. Wie gesagt, die drei geleiteten mich nach draussen. Doch an der Tür bekam der eine den Absatz meines Schuh in die Seite seines Beines. Das tat dem natürlich weh und er war einen Moment nachlässig. Ich wollte sofort einen Schlag nachsetzten, doch beim Ausholten traf mein Ellenbogen irgendetwas hartes, was mir verdammt weh tat. Ich griff also nach meinem Arm und krümmte mich etwas. In der Zwischenzeit hatte der Typ, der hinter mir gegangen war, wohl versucht mich zu schlagen. Da ich jedoch gebückt war, ging der Schlag über mich drüber und traf den, der meinen Ellenbogen abbekommen hatte. Ich richtete mich wieder auf, wobei mein Kopf das Kinn des Typen traf, der schon meinen Schuh abbekommen hatte. Die Typen, links und rechts von mir, waren damit schon einmal ausser Gefecht. Bliebe nur noch einer. Seinem Schlag konnte ich ausweichen und ihm dafür selbst ein dickes Ding verpassen. Peng, lag auch der. Ich hatte also mehr wie genug Zeit, zu dem Dicken zu gehen, ihn um die Uhr zu bitten und das Lokal zu verlassen. Yes Baby!

Draussen bekam ich dann zum Glück schnell ein Taxi und war schon auf dem Weg zum Schiff, noch bevor mir jemand nachkam. Ausgezeichnet! Im Schiff schloss ich zur Sicherheit die Rampe, man konnte ja nie wissen. Ausserdem sollte der Besserwisser das Schiff für einen Notstart vorbereiten. Dieser kleine Arsch meinte doch tatsächlich, wenn ich nicht mehr Glück wie Verstand hätte, wäre das voll in die Hose gegangen. Blödsinn! Ich hatte alles unter Kontrolle! Ja, ich weiss. Einbildung ist auch eine Bildung. Nichts desto weniger hatte ich diese dämliche Uhr und konnte sie Abends Billy übergeben. Bis dahin hiess es aber erst einmal Faust und Ellenbogen pflegen. Die taten ganz schön weh. Klavier spielen konnte ich damit eine Zeit lang nicht!

Die Zeit für das Treffen stand an. Dieses Mal musste ich mich nicht verhetzen. Bot war so freundlich, mein schwarzes Kleid zu reinigen, so dass ich wieder in dem geforderten Schwarz auftauchen konnte. Noch etwas Makeup und ich war unterwegs. Das Übliche bei der Schlange und kurz darauf war ich bei Billy. Ich warf ihm die Uhr hin.

»Bitte, wie bestellt!«

»Beeindruckend! Ich habe nun schon viele Leute losgeschickt, um die Uhr zu holen. Zurück kam bisher niemand.«

»Ich bin aber nicht irgend jemand!«

»Sieht ganz so aus. Ich würde sagen, du hast da einen guten Schritt in die richtige Richtung getan.«

»Und ich wette, es war nicht der Letzte!«

»Das werden wir sehen.«

Mit den Worten stand er auf, kam auf mich zu und küsste mich. Er war dabei sehr fordernd, als wolle er mir etwas zeigen. Er wollte, er nahm. Aber Gegenwehr gab es sowieso keine. Zum Einen verlangte es der Auftrag, zum Anderen war Billy schon ziemlich geil! Nach dem Kuss führte er mich nach hinten und es ging durch den Hintereingang zu seinem Wagen. Dieses Mal dann doch eine Limousine mit Fahrer. So hatte ich mir das schon eher vorgestellt. Auch sein Haus war ein echter Traum. Keine Bruchbude, wie bei Tino. Tolle Einrichtung, alles sehr elegant. Ohne Umschweife wurde ich in sein Schlafzimmer geführt und dort mehrfach auf Wolke 7 gebracht. Beeindruckend. Er hatte nicht nur Stil und einen grossen Riemen, nein er wusste auch perfekt damit umzugehen. Natürlich liess auch ich meine Qualitäten spielen und ihm damit sehr entgegen zu kommen. Soweit lief alles wie am Schnürchen. Auch wurde ich hinterher nicht einfach so vor die Tür gesetzt. Ich konnte den Rest der Nacht mit ihm verbringen, noch eine zweite Nummer einschieben und wurde erst am nächsten Morgen zum Gehen aufgefordert. Natürlich brachte mich seine Limousine zum Schiff.

Freitag

Im Schiff musste ich mich erst einmal in die Koje hauen. Auch wenn ich etwas Schlaf bekommen hatte, die zwei Runden Sex hatten verdammt viel Energie gefordert. Noch komplett angezogen schlief ich dann ein. Der kleine Depp piepte mich dabei durchgehend mit irgendwelchen schlauen Sprüchen zu.

Als ich wieder zu mir kam, war es schon Nachmittag. Anrufe hatte ich nicht verpasst, also auch nichts verschlafen. Natürlich musste ein Anruf in dem Moment kommen, in welchem ich gerade unter der Dusche stand. Bot piepte mich an, um mich auf den Anruf hinzuweisen. Sofort sprang ich aus der Dusche, rutschte aus und legte mich mal schön lang. Währenddessen piepte sich der Kommunikator wund. Klatsch nass und mit viel Aua meldete ich mich. Es war Tino. Auf den hatte ich nur so gar keine Lust.

»Du scheinst bei Billy ja sehr viel Eindruck hinterlassen zu haben!«

»Das kann ich nur zurückgeben!«

»Er will dich jemandem vorstellen. Also heute Abend wieder im Club. 22 Uhr!«

»Ich werde da sein!«

Das lief ja wirklich perfekt! Wenn meine Informationen richtig waren, würde ich heute einen der engsten Vertrauten von Carlos kennen lernen. Mit etwas Glück würde ich eine Einladung zur morgigen Party bekommen, insofern auch wirklich eine stattfand. Der Klugscheisser piepte mich wieder zu. Doch ich ignorierte ihn. Ich gab ihm den Auftrag,dass Kleid zu reinigen, ich würde es Abends brauchen. Anschliessend beendete ich meine Körperpflege, zog mich zur Abwechslung mal normal an und ging essen. Ich hatte einen riesigen Hunger und stillte diesen zu Lasten des Spesenkonto. Den Laden musste ich mir merken. Nicht teuer und super leckeres Essen!

Bald war es Zeit für das Treffen. Wieder Kleid und Schmuck angelegt, es konnte losgehen. Wieder die Schlange, wieder die bösen Gesichter und wieder die Treppe hoch und Billy begrüssen.

»Deine Pünktlichkeit ziert dich!«

»Ich lasse ungern jemand warten.«

»Das ist gut! Ich mag keine Menschen, die mich warten lassen.«

»Ich dachte, du willst mir jemand vorstellen.«

Billy nickte und machte eine Handbewegung. Kurz darauf kamen zwei Typen rein. Sie hatten den Fettsack mit der Uhr dabei. Der hatte schon ganz schön was abbekommen und viel auch direkt vor mir auf die Knie. Einer der Typen drückte mir eine Waffe in die Hand.

»Lass uns mal herausfinden, ob du wirklich so taff bist, wie du dich gibst. Töte ihn!«

Bitte? Der Kerl hatte mir doch nichts gemacht! Ausserdem, wenn ich den erschiessen würde, hätte ich gegen die Auflage verstossen, keine tödlichen Waffen benutzten zu dürfen. Da piepte mir Bot ins Ohr. Er sagte, die Waffe sei nicht geladen. Manchmal war er schon praktisch. Ich ging also auf den Typ zu, drückte ihm die Mündung der Waffe an den Kopf und ungerührt drückte ich ab. Ein Warnsignal ertönte.

»Sehr gut! Das hätte ich dir eigentlich nicht zugetraut!«

»Ich stecke voller Überraschungen!«

»Das sehe ich. Schafft diesen ekelhaften Anblick hier raus und sagt Deven, er könne reinkommen.«

So wurde es auch ausgeführt. Der Fettsack wurde nach draussen gebracht und kurz darauf betrat ein anderer, ebenfalls sehr stilvoller Mann den Raum.

»Deven, ich möchte dir Lisa vorstellen.«

Er kam auf mich zu und auch von ihm bekam ich einen Handkuss.

»Ich habe viel von dir gehört! Billy spricht nur in den höchsten Tönen von dir!«

»Er stellte mir ein gutes Leben in Aussicht!«

»Ich weiss und bislang scheinst du ja allen Prüfungen stand zuhalten.«

»Das waren doch keine Prüfungen! Ich würde noch viel weiter gehen, wenn ich damit endlich normal und sorgenfrei leben könnte.«

»Wir werden sehen. Wenn du die Nacht überstehst, dann hast du morgen vielleicht die Chance,jemanden kennen zulernen, der dir ein solches Leben ermöglichen kann.«

Ich ging auf ihn zu, liess einen Finger über seine Brust streichen.

»Und du kannst das nicht?«

»Nicht so, wie du es vielleicht verdienst. Lass uns gehen, wir werden sehen, wo wirklich deine Grenze liegt.«

So geschah es. Wieder Limousine, wieder tolles Haus. Doch darin wurde es deutlich unangenehmer. Ja, er wollte Sex. Aber auf eine ziemlich harte Art. Erst wurde ich mit den Händen an die Decke gefesselt und musste mir etliche Schläge mit einer Peitsche gefallen lassen. Das tat unglaublich weh und Schreie konnte ich nicht unterdrücken. Doch anstatt mich zu wehren,bat ich kleinlaut um mehr. Er sagte ja, ich müsse die Nacht überstehen. So einfach wurde das dann leider nicht. Nach dem Peitschen kam heisses Wachs, nach dem Wachs ein Paddel und nach dem Paddel wieder die Peitsche. Er liess sich voll und ganz gehen und fügte mir echt brutale Schmerzen zu. Doch im Sinne des Auftrags tat ich so, als würde er mir damit unsagbare Lust bereiten. Nach vielen Stunden der Qual kam es dann auch zum Sex. Er interessierte sich nicht für meine Belange, forderte jedoch das volle Verwöhnprogramm von mir. Es wurde schon hell, als es dann zum eigentlichen Sex kam und auch der dauerte eine ganze Zeit und er benutzte mich ganz nach seinen Wünschen. Ich war heil froh, als er mich aufforderte, nach Hause zu fahren und mich für Abends auszuruhen. 20 Uhr sollte ich bei bestimmten Koordinaten sein und ich sollte ein Kleid im Reptilienlook tragen.

Samstag

Erst war Schlafen angesagt. Diese Nacht hatte mich so heftig fertig gemacht, ich fiel in die Koje und schlief. Tief und fest. Wobei ich nur auf dem Bauch liegen konnte, mein Hintern und mein Rücken brannten wie Feuer. Auch nach dem Aufstehen fühlte ich mich echt beschissen. Normaler Sex von mir aus. Aber das war ja Folter! Bot meinte auch, ich wäre verrückt. Aber ich musste ja in meiner Rolle bleiben. Mit etwas Glück würde das heute Abend mit Carlos klappen, ich bekam die Beweise und morgen war der Film für mich abgelaufen. Bot war noch so nett, meinen Rücken mit einem schmerzstillenden Spray zu bearbeiten. Manchmal war er wirklich für etwas zu gebrauchen.

Wie war nun mein Tagesplan? Abends Party, so viel war klar. Ich musste aber auch noch einkaufen. Das geforderte Kleid hatte ich nicht. Hoffentlich gab das Spesenkonto noch genug her. Etwas Essen musste ich auch noch. Das würde alles mal wieder ganz schön knapp werden. Ich liess Bot die Navigationsarbeit machen, zog mich an und ging in die Stadt. Ein entsprechendes Kleid zu finden war gar nicht einfach. Die meisten Läden hatten nur eher konservative Auswahl. Die Kleider waren zwar super, aber eben einfarbig, wie es zur Zeit Mode war. Im letzten, kleinen Laden wurde ich dann fündig. Zwar war es kein Kleid, aber ein Rock und passendes Oberteil. Würde ich eben bauch frei gehen. Das müsste Carlos doch auch gefallen. Zum Essen blieb nicht mehr viel Zeit, so machte ich mich auf den Weg in ein McFly, der einzigen Burger-Kette, welche bis heute überlebt hatte und anschliessend auch wieder auf dem Weg ins Schiff.

Kaum war ich dort, erklärte mir Bot, die Koordinaten seien falsch. Auf was für Ideen der manchmal kam. Wie sollten die falsch sein? Deven hatte mir genau diese gegeben. Sie würden nicht mit denen übereinstimmen, die der Auftraggeber genannt hatte. Ja und? Feierte Carlos eben dieses Mal wo anders. War doch kein Problem. Bot protestierte. Ich musste ihm mit Deaktivierung drohen, bis er endlich das Schiff auf den Weg brachte. Immer diese Diskussionen mit dem Fussvolk! Schlussendlich waren wir aber dann doch auf dem Weg. Nach den Berechnungen würden wir sogar etwas zu früh ankommen. Das war sehr gut. Konnte sich Bot drum kümmern die Umgebung zu überprüfen. Das Haus hatte eine grosse Landeplattform und ich hatte,  bei der Landung ,sogar das Landegestell draussen. Dafür räumte ich eins der Versorgungsfahrzeugen bei Seite. Was stand der auch da rum? Sollte egal sein. Bot machte sich sofort an die Arbeit. Es gab kaum Sicherheitseinrichtungen. Das machte mich schon etwas stutzig. Der Klugscheisser meinte natürlich sofort, wir wären eindeutig falsch. Langsam fing er an mich echt zu nerven.

Pünktlich erschien ich dann auf der Party. Auch wenn man das kaum Party nennen konnte. Vielleicht zehn Leute waren da. Das Meiste waren Kerle. Aber gut, wenn es eben so war, dann war es so. Deven begrüsste mich und begleitete mich auch schon kurz danach in einen der hinteren Räume. Nichts grossartiges. Ein normaler Aufenthaltsraum. Vielleicht mit kleinem Büro Einschlag. Aber da war der Typ. Ich hatte einen beeindruckenden Latino erwartet. Doch Carlos war eher klein, hatte eine ziemlich helle Hautfarbe und glich dem Bild, welches ich von ihm gesehen hatte, nun nicht wirklich. Ich fing an mir Gedanken zu machen. Hatte Bot vielleicht doch recht?

»Carlo, ich möchte dir Lisa vorstellen.«

Na bitte! War also doch richtig. Bot piepte mir natürlich wieder ins Ohr, ich wäre falsch. Der Typ hiess Carlo und nicht Carlos. Aber das war wohl nur die Abkürzung, so meine Meinung. Bot verteidigte seine Meinung und sagte, so Leute würden ihr Namen nicht abkürzen. Kurzerhand unterbrach ich das Gespräch.

»Ich habe schon viel von dir gehört! Deven und vor allem Billy sind der Meinung, du könntest genau die sein, die wir brauchen!«

»Und wen braucht ihr?«

»Eine Frau, die sich nicht zu fein ist, auch schwere Aufträge zu übernehmen. Wie ich gehört habe, bist du auch im Stande dich deiner Haut zu wehren.«

»Sagen wir mal, ich verliere nicht gerne!«

»Das ist gut! Lass mal sehen, wie wir zwei uns heute verstehen. Wenn du hältst, was mir bisher versprochen wurde, dann hast du eine grosse Zukunft vor dir!«

»Ich halte immer meine Versprechen! Solange die Zukunft nicht so aussieht, wie Tino es mir gezeigt hat, bin ich durchaus interessiert.«

Carlo lachte.

»Tino. Tino ist ein nichts. Er erledigt die Drecksarbeit. Ein kleiner Möchtegern, der denkt bei den Grossen mitzuspielen. Für dich hätte ich weit grössere Aufgaben.«

»Das klingt vielversprechend.«

»Wir werden sehen. Du hast meine Leute auf jeden Fall genug beeindruckt, dass ich dich heute hier her eingeladen habe. Wenn du nun auch mich beeindrucken kannst, steht deiner Zukunft nichts im Weg.«

Das klang doch gut. Mal schauen, wie ich ihn beeindrucken sollte. Ich hoffte mal stark auf Sex. Eigentlich hätte ich zwar lieber noch eine Nummer mit Billy gehabt, aber wenn ich es bei ihm hinter mich gebracht hatte und dann an die Daten kam, dann konnte ich mich verziehen und die Belohnung einstreichen. Ich musste dringend Nahrung ins Schiff bringen. Ich schaute mich um. Einen Computer konnte ich hier nicht sehen. Wahrscheinlich stand der wirklich in seinem Allerheiligsten. Seinem Schlafzimmer. Genau wie mein Auftraggeber sagte.

Das mit dem Beeindrucken gestaltete sich dann auch ziemlich einfach. Er unterhielt sich viel mit mir, wir tanzten, ich besorgte ihm Getränke und kehrte mein bestes Verhalten an den Tag. Auch mein Outfit gefiel ihm sehr gut. Es käme selten vor, dass eine Dame auf seinen Partys so viel Haut zeigte. Das war doch prima. Aber es ging kein Stück voran. Bis Mitternacht hatte er keine Anstalten gemacht, mich ins Bett zu kriegen. Das war nicht gut. Viel Zeit hatte ich ja nicht mehr. Also ging ich in die Offensive. Ich spielte einen leichten Schwips vor und fing an ihn anzugraben. Doch bis ein Uhr war er nicht zu erweichen. In der ganzen Zeit nervten mich meine offenen Haare derart, dass ich mir kurzerhand einen Strohhalm nahm, die Haare zusammen drehte und sie mit dem Halm hielt. Da taute er auf. Nicht wegen der Haare. Nein, meine Ohrringe schienen ihn heiss zu machen. Zumindest fing er sofort an zu flirten. Na endlich! Wer kam denn auch auf so etwas? Knapp eine halbe Stunde später ging es dann ins Schlafzimmer. Als ich ihn auf dem Bett hatte, kniete ich über ihm und griff nach dem Halm in meinen Haaren. Er hielt mich ab. Ihm gefiel es, dass er meine Ohrringe sehen konnte. Alle Frauen hätten die Haare immer offen und man konnte weder die Ohren noch den Schmuck sehen. Na, da sprach er mir aus der Seele. Bei den Nummern, der vorangegangenen Tage, hatte ich es gehasst, dass dauernd meine Haare im Weg waren. Nun konnte ich mich mal ungezwungen gehen lassen.

Richtig ungezwungen wurde ich dann, als ich sein Gerät auspackte. Im Vergleich zu seiner Körpergrösse war das ein echtes Monster. Da mir das gefiel, gab es eine extra intensive Bearbeitung. Das wiederum gefiel ihm und als ich ihn richtig rasend hatte,ging es dann zur Sache. Meine Güte, so eine Leistung hätte ich dem kleinen Mann echt nicht zugetraut! Stundenlang scheuchte er mich in den verschiedensten Stellungen durchs Bett. Das war sagenhaft und bereitete mir wirklich viel Vergnügen. Er stand Billy beim besten Willen in nichts nach, auch wenn der besser aussah, wenn er auf mir lag. Da Carlo jedoch fast durchgehend hinter mir war, konnte ich das problemlos ignorieren. Doggy, die perfekte Stellung, wenn man einen Mann hatte,der nicht wirklich sexy war.

Wie dem auch sei. Irgendwann war dann selbst ein Carlo fertig. Er gab mir zu verstehen, dass seine Erwartungen weit hinter dem zurückstanden, was ich ihm geboten hatte. Er wollte mich auf jeden Fall zukünftig beschäftigen. Das bedeutete aber auch, ich würde ihm öfter zu Willen sein. Daran sollte es nicht scheitern. Selbst wenn ich ernsthaft sein Angebot hätte annehmen wollen, diese Bedingung stellte kein Problem dar. Nun wollte er sich aber schnell frisch machen gehen. Sehr gut. Konnte ich meinen Plan umsetzen. Er verschwand und sofort machte ich mich an seinen Computer. Wo der Stand, hatte ich zuvor schon ermittelt. Freundlicherweise war er sogar eingeschaltet. Ich musste also nur meinen Stick daran anschliessen und kurz warten. So ich den versteckt hatte? Ganz einfach. Ich habe lange Fingernägel und einer davon ist ein getarnter Stick. Ganz einfach, oder?

Super. Die Daten hatte ich. Jetzt Land gewinnen. Bot war einsatzbereit und aktivierte das Schiff. Ich musste nur noch hin gelangen. Vor dem Schlafzimmer war ein kleiner Balkon. Schnell zog ich mich wieder an und wollte dann auf diesem Weg entfliehen. Das hätte soweit auch geklappt. Ich kletterte also über die Brüstung und blieb dabei echt toll mit dem Oberteil irgendwo hängen. Tollpatsch, wie immer. Carlo war mittlerweile zurück und entdeckte meine Flucht. Da blieb mir also nur noch eins. Mein Oberteil zurücklassen. Ich musste mich nur los lassen. Dieser dämliche Stoff war so fest, dass er nicht zerriss. Nein, ich schlüpfte einfach aus dem Ding raus. Ganz toll. Barbusig kam ich also auf dem Boden an und machte mich sofort auf die Socken. Bot piepte etwas, von wegen ich solle rechts ums Haus. Ich ging natürlich links und lief Carlos Männer in die Arme. Also kehrt Marsch und doch in die andere Richtung. Dort wartete aber mittlerweile Carlo. Irgendwoher hatte er eine Waffe und zielte auf mich. Glücklicherweise war er ein richtig schlechter Schütze. Ich kam zu ihm, rammte ihm mein Knie dort rein, wo es wirklich wirkt und schon lag er jammernd am Boden. Also rechts rum, dieses Mal. Bot hatte recht. Dort erreichte ich problemlos das Schiff und wir dampften ab. Natürlich versuchte man uns zu verfolgen und ballerte auch aus allen Rohren. Doch kaum hatten wir den Planeten verlassen gab ich Vollgas. Weg waren wir. Das alles mit blanken Brüsten. Hätte aus einem Porno sein können. Dennoch. Mission erfüllt!

Sonntag

Ich hatte die Daten auf einen anderen Stick kopiert und traf mich mit meinem Auftraggeber. Um Show zu machen, trug ich meinen Kampfanzug. Freudig wurde meine Erfolgsmeldung entgegen genommen. Ich übergab den Stick, mein Auftraggeber liess ihn prüfen. Wir unterhielten uns und er meinte, zukünftig würde er wahrscheinlich öfter auf mich zurückgreifen. Mein Ruf sei zwar nicht der beste, doch anscheinend sei auf mich Verlass.

Seine Meinung änderte sich, als sein Gehilfe zurück kam und sagte, es wären die falschen Daten. Das wäre nur irgendwelches Zeug mit Drogen. Nichts, was ihnen nützen würde. Ich wurde rot. Der Klugscheisser hatte wohl doch recht behalten. Super. Dafür würde der mich niemals bezahlen. Das mit dem Bezahlen war auch mein kleinstes Problem. Der Typ tobte wie ein Stier. Ich bekam wüste Beschimpfungen an den Kopf und ich glaube, der wollte mir auch ans Leder. Zumindest tauchte auf einmal eine Waffe auf, mit welcher er wild in der Gegend herumfuchtelte.

Bot rettete mir dann so gesehen den Arsch. Er piepte sich wund, von wegen da wären doch nützliche Daten drauf. Man solle nach Carlos suchen. Ich sagte es dem Auftraggeber, der seinem Gehilfen und der machte sich an die Arbeit. Ich bekam eine böse Drohung, wenn da nichts dran wäre, würde ich mir wünschen, nie den Auftrag angenommen zu haben. Das wünschte ich mir allerdings jetzt schon. Nach ein paar Minuten kam der Gehilfe total aufgeregt. Zwar hatte ich die Beweise nicht bekommen, welche angefordert wurden. Doch waren auf dem Stick genug belastende Beweise zu dem echten Carlos, dass er noch vor der Übernahme festgenommen werden konnte. Wie sich herausstellte, war Carlo in den Diensten von Carlos und hatte für diesen schon manch illegale Operation durchgezogen. Carlo war so nett gewesen, dass alles in seinem Computer zu erfassen. Samt Überweisungsbelegen und sonstigen, brauchbaren Informationen. Da war mir mal wieder das Glück zu Hilfe gekommen. Sogar der Auftraggeber entschuldigte sich. Schliesslich bedankte er sich und sagte, das Geld würde meinem Konto gut geschrieben. Wenig später war er weg.

Zurück im Schiff liess ich Bot sofort das Konto checken. Die Kohle war wirklich da! Endlich konnte ich einkaufen. Nachdem ich die Schäden durch den Beschuss beseitigt hatte. Doch würde es reichen, dass ich zur Abwechslung mal was anständiges im Schiff hatte und nicht immer nur alte Kekse essen musste.

Fall 11316: Geschlossen


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