Diabolus Umarov

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Origin

Von: diabolusUmarov
Erstellt am: 26.02.2018

Eigentlich will ich ja behaupten, dass ich ein Fan von Dan Brown bin. Diabolus, Meteor, Illuminati, Sakrileg, alles ganz hervorragende Bücher. Das verlorene Symbol gefiel mir ebenfalls recht gut und ich finde es schade, dass es bei den Filmen übergangen wurde. Denn, Inferno war dann so eine Sache. Da fing es schon an zu bröcken, wie ich finde.

Nun kommt Origin. Na gut, taufrisch ist es nicht mehr, aber dennoch.  Über eine ganze Strecke gefiel mir das Buch ziemlich gut. Winston, die künstliche Intelligenz, hat mir von Anfang an gefallen. Dann kam jedoch die Nummer, wo Robert Langdon mal wieder als Tatverdächtiger herhalten muss. Wie macht der Kerl das? Egal wo er auftaucht, kurz darauf wird er des Mordes verdächtigt. So mehr oder weniger. Dieses Mal war es weniger Mord, da konnte er ja schnell genug seine Unschuld beweisen, aber kurz darauf ist er ein Entführer.

Soweit also nichts neues.

Als schön empfand ich die Geschichte mit dem Supercomputer, künstlicher Intelligenz und ähnliches. Das mag aber auch daran liegen, da ich selbst zur Zeit mit KI experimentiere. Zwar halte ich es für relativ unwahrscheinlich, dass man in unserer Zeit ein Programm wie Winston erschaffen kann, aber das ist nicht tragisch. Es passt gut zur Geschichte und ich finde auch, es ist gut beschrieben. Nicht zu detailreich, aber auch nicht zu sparsam. Dan Brown kann schliesslich nicht davon ausgehen, dass jeder Leser Ahnung von dieser Materie hat. Soweit passt also alles noch ganz gut zusammen.

Im Laufe der Zeit ist mir aber aufgefallen, zu Sakrileg und Illuminati hat der Herr Schriftsteller ein deutlich detailliertes Bild gezeichnet. Ich nehmen mal an, ihm bleibt zur Zeit einfach nicht genug Freiraum, sich ausreichend mit Recherche zu befassen. Alles wirkt irgendwie kürzer und abgehakter. Bei Sakrileg zum Beispiel. Es ging von einem Rätsel zum Nächsten. Neue Charaktere kamen hinzu, um die Geschichte weiterzutragen. Man wusste nie so genau, wer nun auf welcher Seite steht und um was es eigentlich geht! Der heilige Gral. Gut, im normalen Gebrauch ist das ein Kelch, Becher, oder was auch immer man da benutzt hat, um das Blut aufzufangen. Dan Brown hat es verschoben und eine Frau draus gemacht. Hier und da mag es ein wenig weither geholt, wirklich in allem eine geometrische Form mit Absicht dahinter zu sehen. Da Vinci muss da stellenweise ja ordentlich herhalten.

Bei Origin wirkt das alles sehr überhastet. Aber vor allem, während es bei Illuminati und Sakrileg eher um was monumentales geht, scheint die Veröffentlich eines Videos nun nicht gerade der Bringer.

Da kommen wir auch zum Kernstück dessen, was mir nicht wirklich gefallen hat. Dieser fast zwanghafte Drang, den Schöpfer zu wiederlegen. Sorry, aber darauf kann ich eigentlich gar nicht. Es mag viele Menschen geben, die einen Schöpfer ablehnen. Okay, kann ja jeder glauben, an was er will.  Aber irgendwie stellt sich Dan Brown hier auch ein Bein. In Origin geht es in der Hauptsache darum, die Grundfesten der Religionen zu erschüttern, indem man ihr einfach den Schöpfer entzieht. In Sakrileg hingegen, taucht ein Nachfahre von Jesus persönlich auf. Ja was denn jetzt?

So. Was mir dann aber gut gefallen hat, war der Aufbau der Spannung. Ich wollte unbedingt wissen, was dieser Kirsch da jetzt fundamentales entdeckt hat. Das hat Brown ganz hervorragend realisiert! Ich war tatsächlich, bis zur Veröffentlichung im Buch, absolut neugierig darauf, was da jetzt kommt.

So die 2. Dann kam die Veröffentlichung. Ehrlich? Das war alles, worum dieser ganze Hype gemacht wurde? Kirsch hat mittels E-Wave ein altes Experiment im Computer nachgestellt und rechnen lassen und da kommt heraus, es hat doch funktioniert? Man muss nur ein paar Millionen Jahre  warten? Das zeigt dann eindeutig, man braucht keinen Schöpfer, um Leben zu erschaffen? Ganz ehrlich. Wenn es real gewesen wäre und ich hätte mir diese spektakuläre angeschaut, ich wäre richtig enttäuscht gewesen. So ein wenig wie beim ersten Kampf von Mike Thyson, nachdem er aus dem Knast gekommen ist. Du wartest Stunden und dann ist es nach 30 Sekunden vorbei. Genauso hätte ich da auch geguckt. Bzw. so habe ich geguckt. Es war zwar nicht real, doch nach Ende der Übertragung war ich enttäuscht. Hiess es nicht, diese Übertragung würde die Welt verändern? Weil Edmund Kirsch mit einem Computer eine Simulation durchgeführt hat? Bitte! Militante Atheisten kriegt man auf diese Weise hinterm Ofen hervorgelockt, aber doch niemand der halbwegs Ahnung von Simulationen hat! Ausserdem, ein Zeitraum von mehreren Millionen Jahren zu simulieren funktioniert vielleicht bei Galaxien, wo man die meisten der Gesetzte dafür kennt. Aber das?

Ich nehme mal Harald Lesch zu rate. Eine Theorie muss an der Erfahrung scheitern können. Besser gesagt, im Experiment scheitern können. Kirsch nimmt nun eine Simulation aufgrund einer Theorie. Es kommt ein Ergebnis heraus. Oh Wunder. Um es jedoch im Experiment nachweisen zu können, darf man sich ein kleines Weilchen vor so ein Reagenzglas gucken und warten. Viel Spass, wer das durchziehen will. Ich mache dann mal eine Vorhersage. Er wird das Ende des Experimentes nicht mehr erleben! Egal, wie jung er gerade ist. Von daher. Da mag es dann eben schon das Experiment gegeben haben. Aber, wie korrekt sind denn die Ausgangsbedingungen? Haben die wirklich exakt die Ur-Erde nachgestellt? Das glaube ich ja mal nicht. Warum? Na, wie hat es denn damals hier ausgesehen?

Jetzt könnte man als Gegenargument anführen, es sei schliesslich egal, ob man die Ausgangssituation getroffen hat, wenn denn wirklich Leben entstanden ist. Das ist soweit richtig. Aber, entsteht wirklich Leben? Weil der Computer das vorhersagt, muss es noch lange nicht stimmen! Newton hat schliesslich auch seine Gesetze beschrieben und man hat später gemerkt, sie sind gut, aber nicht so ganz korrekt. Warum sollte es einem Kirsch da anders gehen? Falls er wirklich über so einen Zeitraum präzise Vorhersagen treffen kann, dann würde ich gerne das Wetter vom 25.01.2038 erfahren. Da werde ich 60. Oder die Lottozahlen für nächsten Samstag!

Da wäre aber noch etwas, was ich bei so einer Geschichte gerne anführe. Okay, Leben kann auch ohne Schöpfer entstehen. Aber, wie war das mit dem Urknall? Wo kam der denn her und wo fand er statt? Was kam vorher? Also so einfach ist ein Schöpfer dann doch nicht aus der Welt zu schaffen!

Also nein, was Brown da gemacht hat gefällt mir überhaupt nicht. Erst die Nase lang machen und dann kommt so etwas bei raus.

Aber die Übertragung ging ja noch weiter. Kirsch hat entdeckt, dass eine neue Spezies im Kommen ist. Die Verschmelzung von Mensch und Technik. Hust. Dafür braucht er einen Supercomputer?

Ich will das jetzt mal zum Abschluss bringen. Man kann das Buch lesen. Definitiv! Aber einen Kracher wie Meteor bis Illuminati darf man nicht erwarten! Ich nehme mal an, Herr Brown ist vertraglich dazu verpflichtet, in einer gewissen Zeit ein neues Buch zu veröffentlichen und deshalb kommt im Moment so halb garer Mist bei raus. In dem Fall sollte sich der Verleger mal überlegen, ob er seine goldene Gans wirklich so weit herunterwirtschaften will, bis niemand mehr seine Bücher kaufen möchte. Er ist doch quasi ein Garant dafür, hohe Verkaufszahlen zu erreichen. Kann man ihm dann nicht mal etwas mehr Zeit lassen? Sollte es jedoch daran liegen, dass Dan Brown lieber die schnelle Kohle machen will, dann tut es mir wirklich leid!


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