Diabolus Umarov

Blog des Autor Diabolus Umarov

The Shallows

Von: diabolusUmarov
Erstellt am: 14.05.2017

Yeah, ein Tier-Horrorfilm! Das könnte interessant werden!

So mein Gedanke, als ich den Film entdeckt habe. Wasser, Bucht, da spielt doch bestimmt ein Hai die Hauptrolle. Schau an, ich hatte recht!

Ab hier besteht Spoiler-Alarm!

Die Geschichte mal kurz geschildert. Eine junge Dame wird von einem Fahrer zu einer einsamen Bucht gebracht, um dort zu surfen. Klingt ja schon einmal lahm. Das Mädel macht auch durchgehend den Eindruck, sie macht Urlaub. Auch das reizt nun nicht besonders, zumindest mich nicht. Dabei wird ein Geheimnis darum gemacht, wie der Strand nun heisst. Das könnte spannend sein, könnte es sich doch um die Haifisch-Bucht, oder Strand ohne Wiederkehr handeln. Irgendwie habe ich aber bis zum Ende den Namen nicht mitbekommen. Also war es wohl nicht so wichtig. Als jemand, der in seinen Büchern auch gerne auf Namen verzichtet sollte das eher positiv sein, ich fand es nur belanglos.

Nun geht es weiter. Die Dame entkleidet sich, wobei Bikini-Oberteil so gar nicht zur Hose passen will, wachst ihr Board ein, wobei man die Hände unverständlicherweise sehr nah sieht und dann der Knaller. Die Dame schnallt sich einen Neoprenanzug über. Warum mich das stört? Weil es nur eine Jacke ist und die auch nur so weit geschlossen wird, dass die Hupen schön in Position gebracht werden. Warum? Genau wie die dauernden Zeitlupen, wo man den Hintern des Mädels sieht. So toll ist der nun auch wieder nicht, dass man den unbedingt so oft so genau zeigen muss. Will der Filmmacher etwa damit punkten? Also bei mir hat er damit Minuspunkte eingeheimst.

Das junge Ding, welches mal wieder zeigt, wie stolz Amerikaner auf ihr Land sind, geht Surfen und auch hier werden Einstellungen mit seltsamer Musik hinterlegt, als wäre das gerade die Offenbarung. Auch nicht mein Ding. Interessanterweise, eben taucht sei noch unter riesigen Wellen durch, oder schwimmt über sie drüber, dann ist das Meer mit einem Schlag glatt wie ein Spiegel. Ich war nun noch nicht in so einer Bucht, aber normalerweise hat man eben Wellen, oder nicht. So ein Wechsel? Na ja, dient der Story.

Sie lernt zwei anscheinend einheimische Surfer kennen. Von ihr bekommt sie erzählt, dass in der Nähe scharfe Felsen sind, die bei Ebbe, welche nur einmal am Tag kommt, zur Insel werden. Ausserdem gibt es in der Nähe noch Feuerkorallen. Okay, soweit, so gut. Es wird gesurft. Natürlich ist die Kleine super auf dem Brett, was auch sonst. Die Jungs scheint das zu beeindrucken und sie surfen eine paar Mal gemeinsam. Spannung zum Weglaufen.

Was man dann erfährt, nachdem die Dame eine Pause einlegt und einen Videoanruf mit ihrer Schwester und ihrem Vater abhält, die macht gar keinen Urlaub! Die verarbeitet den Verlust ihrer Mutter! Echt jetzt? Da wäre ich niemals drauf gekommen! Also ganz ehrlich, für mich sah das nach Urlaub und Spass auf und nicht nach Trauerbewältigung! Man bekommt auch nebenbei noch gesagt, dass sie Medizin studiert. Kann ja hilfreich sein.

Während die Jungs aus dem Wasser gehen will sie noch eine Welle mitnehmen. So etwa ab da wird es interessant. Denn mal wieder ist das Meer erst einmal ruhig und es gibt keine Welle. Anhand von Möwen und netterweise aufspringenden Delfinen entdeckt sie etwas im Wasser treiben. Den Kadaver eines Wal mit Bissspuren und Blut. Spätestens ab dem Moment hätte ich so schnell es geht das Weite gesucht. Sie denkt da ähnlich und gerade in dem Moment kommt eine Welle. Sie versucht sie zu reiten, nimmt einem mächtigen Hai dir Vorfahrt und klatscht ins Wasser, wobei die Leine zum Board natürlich reisst. So muss das sein! Verdammt beschissene China-Qualität, oder wie?

Ab hier beginnt nun der Kampf ums Überleben! Darüber hinaus auch meine positiven und negativen Eindrücke.

Negativ

Also ganz, ganz, ganz schlecht fand ich ja, dass sie sofort beim ersten Angriff ins Bein gebissen kriegt. Das hätte sich der Regisseur eindeutig schenken können! Sie kann sich zwar auf den Wal retten und ihr Bein mittels der abgerissenen Leine abbinden, doch auch wenn ich kein Mediziner bin, ich glaube es kaum, dass sie diese Verletzung über diese Zeitspanne überlebt hätte! Nachdem sie merkt, dass der Hai den Wal immer weiter aufs Meer hinaus schiebt, geht sie auch noch samt Verletzung schwimmen und erreicht die neu entstandene Insel, welche sie von den Surfern genannt bekommen hat. Dort heisst es Wundversorgung. Dazu sollte ich sagen, die Wunde ist echt gross! Viel Blut tritt heraus. Womit repariert sie das? Genau! Mit ihren zwei Ohrringen! Im laufe des Films lockert sie auch mal den Druckverband, um den Zehen wieder Blut zuzuführen, die anscheinend zwischenzeitlich taub geworden sind. Aus dem Ärmel des Neoprenanzugs wird noch eine Durckverband gebastelt und fortan scheint es, als wäre sie durch die Verletzung kein Stück mehr behindert. Manchmal schreit sie, wenn ihr auffällt, dass sie irgendwie an die Wunde gekommen ist. Aber im Allgemeinen scheint sie das nicht zu kümmern. Schwimmen, stehen, geht alles problemlos! Wenn man jetzt noch sagen könnte, dass diese Verletzung in irgend einer Hinsicht für die Handlung sinnvoll gewesen wäre, dann okay, aber der Film wäre auch problemlos ohne ausgekommen und dadurch in meinen Augen noch um einiges glaubwürdiger geworden!

Weiterhin sehr negativ ist der komplette Anfang! Bis zu dem Punkt, so sie diese eine Welle noch mitnehmen will, ist der Film einfach nur öde und schlecht!

Darüber hinaus wirkt die Darstellerin auch nicht unbedingt überzeugend. Das liegt vor allem an ihrer Verletzung. Irgendwie war ich an ganz alte, billige Filme aus Fernost erinnert. Filme, wo jemand einen durchgeschnittenen Muskel einfach zusammen knotet und danach wieder kämpfen kann. Ein fettes Minus für den Gesamteindruck!

Positiv

Was mir besonders gut gefallen hat war der Hai! Der hat einfach das gemacht, was Haie eben so machen. Zum Wal schwimmen, den anknabbern und eine Runde drehen. Schliesslich lauern da ja noch andere Leckerbissen. Er versucht nicht durchgehend die Darstellerin zu fressen. Klar, wenn er die Chance wittert schlägt er zu, aber er umkreist jetzt nicht dauern den Fels und sucht nach Möglichkeiten, sie da runter zu kriegen. Sehr gut!

Weiterhin sehr positiv waren die Einstellungen, wo andere Menschen zu Schaden kamen. Nicht wie in den Meisten Filmen, wo man schön sieht, wie ein Mensch ums nackte Überleben kämpft und dann auf einmal literweise Blut an die Oberfläche dringt. Hier verschwinden die Menschen und im Allgemeinen war es das dann. Sehr gut! Sehr, sehr gut!

Mit am Positivsten war allerdings die Spannung. Der Hai bleibt durchgehend unberechenbar, taucht aus Situationen auf, wo man wirklich erschrickt, so will ich das haben! Er lauert unter der Oberfläche und man weiss nie, wo er ist und von wo er kommt. In einigen Situationen sieht man natürlich die herannahende Rückenflossen, aber das tut dem kein Abbruch! Definitiv, so gut hat mir schon sehr lange kein Film mehr gefallen, wo es um Haie ging! Grosses Lob von meiner Seite!

Ebenfalls gut fand ich gegen Ende, so der Hai die Boje zerlegt. Da sieht man eindrucksvoll, was diese Fische wirklich drauf haben! In einigen Dokus habe ich schon gesehen, wie Haie Stahlplatten massiv beschädigt haben, von daher entspricht das Gezeigte also der Realität. In anderen Filmen beissen sich die Haie stellenweise an Holz schon die Zähle aus, dieser Vertreter gibt jedoch richtig Gas und zeigt eindrucksvoll, um wie viel er doch dem Mensch überlegen ist! Sehr gut gemacht!

Fazit

Der Film hat seine Schwächen, die will ich nicht schön reden und man braucht auch Durchhaltevermögen, bis es endlich wirklich losgeht! Aber dann kann der Film überzeugen! Ein Film mit einem Hai? In letzter Zeit war das nichts, was ich den Leuten empfohlen hätte. Spätestens bei den Zombie-Haien war bei mir der Kanal voll. Aber der Film war wirklich sehr gut, wenn man den Anfang überstanden hat! Die Wunde stört mich zwar definitiv, doch letzten Endes kann ich nur sagen, wer solche Filme mag, der kann sich diesen gerne anschauen! Ich empfehle ihn!


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