Diabolus Umarov

Blog des Autor Diabolus Umarov

awesome und Icons auf dem Desktop

Allgemein bin ich kein Freund davon, seinen Desktop mit Icons zu tapezieren. Das hat zum einen irgendwie Windows-Style und zum anderen finde ich es einfach nicht schön. Wozu gibt es denn Startmenüs, Schnellstartleisten und Shortcuts? Okay. Das Startmenü ist ja auch so eine Windows Erfindung. Aber, eine gute. Trotzdem. Ich mag es einfach nicht, wenn der Desktop voll ist.

Es gibt allerdings auch Dinge, die ich schon ganz gerne auf dem Desktop liegen habe. Zum Beispiel der Zugriff auf meine persönlichen Dateien, oder meine Bücher. Das ist für mich recht angenehm.

Nun habe ich in awesome keine Möglichkeit gefunden, Icons auf dem Desktop zu platzieren. Das ist aber nicht besonders schlimm. Linux bietet ja genügen Tools, die das übernehmen. Von fluxbox her kenne ich iDesk und das lässt sich auch problemlos bei awesome verwenden! Es ist allerdings nicht besonders komfortabel. Man muss die Icons mittels einer Datei anlegen, die Position festlegen, den Startbefehl kennen und auch noch wissen, wo man die Bilddatei findet, die man gerne sehen möchte.

Prinzipiell ist es aber nicht schwierig. Schauen wir uns zuerst mal so einen Eintrag an, den iDesk später auf den Desktop zaubert. Diese finden sich in aller Regel im Verzeichnis:

~/.idesktop/

Für mein Beispiel nehme ich die Datei »home.lnk«. Dabei ist es aber eigentlich egal, wie man die benennt. Lediglich das ».lnk« ist für iDesk wichtig. Die Datei sieht nun so aus:

table Icon
Caption: Persönlicher Ordner
Command: thunar /home/umarov
Icon: /home/umarov/.idesktop/if_file-manager_2101.png
X: 80
Y: 50
end

Wie man sieht, ist der Eintag in »table Icon« und »end« eingebettet. Das ist einfach so, muss man mit leben. Ich denke aber, dass sollte ja kein Beinbruch sein.

Die zweite Zeile lautet nun:

Caption: Persönlicher Ordner

Sie definiert das, was unter dem Icon auf dem Desktop angezeigt wird. »Caption:«  bleibt einfach stehen. Es sagt iDesk, was dahinter folgt. Dort kann man hinschreiben, was auch immer man gerne auf dem Desktop sehen würde. Es hat keinen Einfluss auf irgendetwas, sondern dient nur der Identifizierung für den User.

Als nächstes kommt:

Command: thunar /home/umarov

»Command:« bleibt natürlich einfach stehen. Dahinter kommt nun der Befehl, den iDesk beim Doppelklick auf das Icon ausführen soll. In meinem Fall wird der Dateimanager »thunar« gestartet. Warum? Nun, weil er schlank ist, schnell gestartet wird und dennoch recht kompfortabel ist. Dort kann aber auch sonst alles mögliche stehen. Mittels »vivaldi« würde zum Beispiel der Browser Vivaldi gestartet werden. Sollte sich jemand nicht sicher sein, mit welchem Befehl man das entsprechende Programm startet, der kann einfach einen Terminal starten und es ausprobieren. Was im Terminal funktioniert, funktioniert auch in dieser Zeile.

Nun sieht man aber auch, dass ich hinter thunar noch »/home/umarov« als Option angegeben habe. Wie gesagt, wenn es im Terminal funktioniert, dann auch in dieser Zeile. In diesem Beispiel wird also thunar gestertet, der wiederum das Verzeichnis /home/umarov öffnet. Also meinen Home-Ordner. Genau so, wie es es gerne haben möchte.

Mit der Zeile:

Icon: /home/umarov/.idesktop/if_file-manager_2101.png

definiert man nun, welches Icon angezeigt werden soll. Wie man sieht, dass sind ganz gewöhnliche PNG-Dateien. Wer also künstlerisch gut drauf ist, der kann sich auch selbst seine Icons zusammenbasteln. Ich bevorzuge die Grösse 32×32, aber das ist jedem selbst überlassen. Man kann sich auch, wie ich es in diesem Fall getan habe, ein Icon im Netz suchen. Es spielt dabei keine Rolle, wo man das Icon speichert. Ich habe es in den .idesktop Ordner gespeichert. Es gilt aber, wenn der User Zugriff auf den Speicherort hat, dann kann er es hinspeichern wo er will. Hinter das »Icon:«, was natürlich stehenbleiben muss, muss lediglich der entsprechende Pfad und die jeweilige PNG-Datei angegeben werden. Schon findet iDesk das Icon und zeigt es auf dem Desktop.

Als Tipp sei gesagt, die meisten Programme speichern bei der Installation ihr Icon im Verzeichnis:

/usr/share/icons/

Es wird oft in verschiedenen Qualitäten und Grössen gespeichert und man kann es mittels iDesk abrufen. Zumindest ist es unter Gentoo so. Will man zum Beispiel das Icon von Vivaldi haben, würde man in der Zeile folgendes angeben:

Icon: /usr/share/icons/hicolor/32×32/apps/vivaldi.png

Damit würde das gewohnte Icon von Vivaldi auf dem Desktop erscheinen. In den meisten Fällen ist es gewünscht, dass man die Icons gezeigt bekommt, die man gewohnt ist und dieser Ordner ist dafür absolut richtig!

Weiter im Text. Die beiden nächsten Zeilen nehmen wir uns zusammen zur Brust, da sie prinzipiell das gleiche machen:

X: 80
Y: 50

Man mag es kaum glauben, aber »X:« und »Y:« müssen natürlich stehen bleiben. Was macht man nun mit diesen Werten? Wer in der Schule aufgepasst hat, der kann es sich denken. Man gibt die Position an, auf welcher das Icon auf dem Desktop erscheinen soll. Simples Koordinatensystem. X gibt die Position von links nach rechts an, Y von oben nach unten.

X: 0
Y: 0

Würde das Icon also ganz oben links platzieren. Wobei man nur noch das untere, rechte Viertel sehen würde, da diese Koordinaten den Mittelpunkt des Icons definieren. Zumindest hat es sich beim Ausprobieren so dargestellt. Man muss in dem Fall aber auch bedenken, awesome hat oben noch seine Task-Leiste sitzen! Die wird von iDesk ignoriert. Man kann das Icon also auch darunter schieben!

In meinem Beispiel habe ich das Icon für mein Home-Verzeichnis 80 Punkte von links und 50 Punkte von oben platziert.

Damit wäre das Icon fertig und wenn ich nun alle starte sieht es so aus:

Da sind die Icons! links oben ist nun mein »Persönlicher Ordner«, wie ich ihn in der »home.lnk« Datei angelegt habe. Man kann ihn mit einem Doppelklick öffnen und er erfüllt damit seinen Zweck! Man sieht auch das Icon »Bücher«. Das habe ich nach dem selben Prinzip angelegt. Natürlich öffnet er das Verzeichnis, in dem meine Bücher zu finden sind.

Für mich ist der Desktop damit absolut ausreichend bestückt. Awesome ist bei mir ja als Window-Manager für VNC eingerichtet. Wenn ich also unterwegs bin, kann ich mit meinem NetBook, oder dem Tablett auf meinen Desktop-Rechner daheim zugreifen und bekomme diesen Window Manager angezeigt. Ich kann dann bequem zu meinen Büchern und daran arbeiten. Perfekt und wirklich absolut schnell! Meine Tests haben ergeben, dass ich damit selbst im Falle, dass ich mobil nur eine Edge-Verbindung habe, absolut einwandfrei und ohne Einschränkungen arbeiten kann! Genau so soll es sein.

Kommen wir noch kurz dazu, wie man iDesk überhaupt startet. Das hängt nun ganz davon ab, wie man awesome startet. Ich starte es mit TigerVNC. Dafür benötige ich im persönlichen ».vnc« Ordner die Datei xstartup, die so aussieht:

#!/bin/sh

unset SESSION_MANAGER
unset DBUS_SESSION_BUS_ADDRESS
exec idesk &
exec awesome

Man sieht also, idesk wird noch vor awesome gestartet! Das »exec« ist dabei so eine Sache. Man kann es davor setzen, muss man aber nicht. In der Praxis hat sich aber gezeigt, es ist sinnvoll! Also einfach dazu schreiben, tut keinem weh! Wichtig ist dabei das »&«. Warum? Nun, würde man es nicht dazu schreiben, würde beim Start nach dem Aufruf von idesk nichts mehr weitergehen, bis idesk beendet wurde. Mit »&« gibt man nun an, dass nach dem erfolgreichen Start von idesk weitergearbeitet werden soll und dann wird awesome gestartet.

Nun weiss ich natürlich nicht, wie ihr den Window-Manager startet. Es gibt auch zu viele Wege dafür, dass ich jeden davon hier behandeln möchte. Ich denke aber mal, wenn ihr in der Lage seit, awesome zu starten, dann kriegt ihr das auch mit iDesk geregelt! Das Internet gibt ja auch mehr als genug Hilfestellungen dafür.

Okay. damit wären wir soweit am Ende dieses Artikels. Ich möchte aber noch kurz erwähnen, man kann es sich mit iDesk auch einfacher machen. Hat man idesk-extras installiert, dann kann man über den Befehl

idesktool

die Icons auch grafisch hinzufügen, ändern und löschen. Das habe ich allerdings noch nie benutzt, da es für meine Fälle ausreichend ist, die .lnk Dateien von Hand zu erstellen. Ausserdem tippe ich ganz gerne, vielleicht bin ich deshalb auch Autor. Wer es aber etwas komfortabler möchte, kann sich dieses Tool natürlich gerne anschauen!

Meine Anfänge mit »awesome«

Ich neige dazu, immer wieder nach einem neuen Window Manager, oder auch Desktop Manager zu suchen. Wenn das jemand erfährt und Ahnung davon hat, bekomme ich immer wieder eine Frage gestellt:

Was ist falsch an …

Dabei tauchen dann immer wieder die gleichen Kandidaten auf. Gnome, KDE, Mate und gelegentlich Enlightenment. Dabei ist die Frage schon in sich falsch! Denn weil ich nach neuen WMs suche heisst das nicht, dass mit den anderen etwas nicht stimmt! Meine Suche hat viele Gründe. Manchmal ist es Langweile. Also Langeweile wegen des eingesetzten WM.  Alles läuft wie man es haben will, man ist alles gewohnt usw. Irgendwie überkommt es mich dann manchmal, etwas verändern zu wollen. Meistens reicht es, wenn ich einen neuen Hintergrund oder ein neues Thema einsetze. Aber manchmal muss es eben mehr sein.

Es gibt aber auch andere Gründe. Neben meinem normalen Desktop betreibe ich zum Beispiel noch ein NetBook. Die kleinen Dinger sind allgemein immer etwas beschränkt in ihrer Ausstattung, was dem Platzmangel geschuldet ist. Da macht es wenig Sinn, wenn ein WM bereits 20% des Bildschirms mit Leisten zupflastert und man nicht mehr wirklich viel Platz für die Anwendungen hat. Es macht allerdings auch wenig Sinn, einen fetten WM einzusetzen. Gnoe3 wäre auf meinem NetBook zum Beispiel schon so dick, dass kaum noch Anwendungen ordentlich laufen. Das macht also keinen Sinn und da suche ich nach etwas kleinem, schnellen, was man dennoch gut bedienen kann.

Aber auch die Nutzung von VNC macht das Nachdenken über eine Alternative sinnvoll. Ist man mit dem NetBook, oder einem Laptop, oder einem Tablet unterwegs und hat nicht die beste Verbindung, will aber dennoch etwas am Desktop daheim arbeiten, dann sollen natürlich möglichst wenig Daten über die Leitung wandern müssen. Auch hier ist also ein schlanker WM sinnvoll.

Ich kann gerade förmlich die Frage in den Köpfen einiger Leser lesen. Warum VNC und nicht ssh? Ganz einfach. Ich bin grosser Anhänger von Application-Remote, also dem Tunneln einzelner Anwendungen über das Netzwerk. Daheim mache ich das dauernd. Da wandert ein Programm vom Rechner meiner Frau auf meinen Rechner, oder ich starte etwas auf dem NetBook und arbeite damit auf meinem Desktop. Daheim, bei einem internen Netzwerk, ist das auch kein Problem. Ist man aber unterwegs und hat nicht gerade die perfekte Verbindung, dann kann Application-Remote echt zum Geduldsspiel werden. Ausserdem habe ich schon die Erfahrung gemacht, zum Beispiel WPS-Office neigt dazu, wenn ich es mittels ssh auf dem NetBook betrieben habe, auf dem Desktop sämtliche Einstellungen zu verändern und stellenweise die zuvor geöffneten Daten nicht mehr zu finden. Das ist öde. Deshalb habe ich einen extra Benutzer angelegt, der seine Session headless auf dem Desktop laufen hat und mit dem ich unterwegs dann arbeite. Die Übertragung klappt mittels TigerVNC ganz vorzüglich und auch WPS-Office lässt die EInstellungen am Desktop in Ruhe.

Zurück zum Thema:

Bislang setze ich für VNC gerne fluxbox ein. Dieser flotte WM gehört bei mir seit den Anfängen meiner Gentoo-Zeit zum festen Bestandteil meiner Software. Wenn ich in die Verlegenheit komme, Gentoo neu zu installieren, dann ist so ziemlich das erste was ich baue fluxbox. Netterweise baut das aus den Abhängigkeiten dann auch gleich noch das ganze X11 mit, so dass ich mich darum nicht zu kümmern brauche.

Gut. Fluxbox hat jedoch auch einen Nachteil. Es ist unglaublich langweilig. Seine kleine Leiste am Boden ist auch nicht gerade ansprechend und ich habe noch kein Thema gefunden, was daran etwas geändert hätte. Aber, fluxbox ist eben doch schnell wie kaum etwas anderes. Deshalb ist er auch immer sofort mit dabei. Ist er installiert, starte ich X11 und von da geht die Installation von Gentoo dann weiter. Schön in Terminals. Einfach bequem.

Nun hat mich gestern wieder der Forscherdrang gepackt und ich habe mich umgeschaut, was es noch so an schnellen WMs zu finden gibt. Dabei bin ich über »awesome« gestolpert.  Die Screenshots haben mir sofort gefallen. Er hat eine Leiste, die im Allgemeinen oben Sitz, ein Menü befindet sich in der linken Ecke, direkt daneben sitzen gleich 9 virtuelle Desktops, man hat eine Taskleiste und eine Uhr. Das war doch schon interessant. Aber auch die Möglichkeit, die Fenster verschieden anzuordnen hat mir direkt gefallen. Diese kleine WM bietet dafür so viele Möglichkeiten an, dass habe ich bislang noch nie gesehen. Von Mate her kenne ich, dass ich ein Fenster nach links an den Rand schiebe und es wird über die linke Hälfte des Bildschirms vergrössert. Das können natürlich auch viele andere WMs und sogar Windows kann das. So habe ich es bei mir auch eingestellt. Ich schiebe zum Beispiel Geany nach links und es wird gross. Ein Terminal schiebe ich nach rechts oben und er füllt in der rechten Hälfte die Hälfte vom Rest des Bildschirms aus. Darunter kann ich dann noch eine Anwendung starten. Einfach!

Awesome ist da dann noch krasser. Man kann vorgeben, wie Anwendungen geöffnet werden. Sagen wir mal, ich will Geany links die hälfte des Bildes füllen lassen und andere Anwendungen sollen sich um die verbleibende Hälfte streiten. Dann muss man nur oben Rechts im Eck den entsprechenden Modus aktivieren und kann dann einfach seine Programme starten. Geany als erstes, das wird links gross. Der Terminal nimmt dann rechts die Hälfte ein und wenn man noch einen Dateimanager öffnen will, macht der Terminal sich dünn und darunter erscheint der Dateimanager. Geniale Sache!

Aber awesome hat noch etwas, was ich bislang noch nie bei einem WM gesehen habe. Was aber nicht heisst, dass es das nicht gibt. Er wird nämlich über lua konfiguriert. Ganz im Ernst! Normalerweise, wie zum Beispiel fluxbox es macht, definiert man in einer Datei einfach, was in den Menüs stehen soll und fertig. Bei awesome kann man es ähnlich machen. In meiner ~/.config/awesome/rc.lua steht zum Beispiel folgender Abschnitt, welcher das Menü oben links zusammenstellt:

myawesomemenu = {
{ „hotkeys“, function() return false, hotkeys_popup.show_help end},
{ „manual“, terminal .. “ -e man awesome“ },
{ „edit config“, editor_cmd .. “ “ .. awesome.conffile },
{ „restart“, awesome.restart },
{ „quit“, function() awesome.quit() end}
}

internetmenu = {
{ „Vivaldi“, „vivaldi“},
{ „Evolution“, „evolution“},
{ „Pidgin“, „pidgin“}
}

mymainmenu = awful.menu({ items = {
{ „Internet“, internetmenu, beautiful.awesome_icon },
{ „awesome“, myawesomemenu, beautiful.awesome_icon },
{ „open terminal“, terminal }
}
})

Das ergibt dann folgendes Menü:

Im ersten Moment mag das nicht so angenehm erscheinen. Was man da für einen Aufwand betreiben muss, um ein paar Menüpunkte einzufügen. Wäre da nicht der Punkt, dass lua eben eine Programmiersprache ist! Das bedeutet, man kann hier mit Funktionen hantieren und, zumindest gehe ich derzeit davon aus, so ein Menü auch automatisch erstellen lassen. Indem man bestimmte Verzeichnisse ausliesst und ähnliches. Wie weit da lua bei awesome funktioniert, muss ich noch herausfinden. Es gibt eine API dafür, die habe ich mir aber noch nicht angeschaut. Cool ist es aber auf alle Fälle! Dank lua kann man die rc.lua quasi voll dynamisch erstellen lassen und das ist irgendwie cool. Bliebe noch die Frage, ob und wann ich mich damit auseinandersetze. Abwarten!

So wäre es zum Beispiel auch möglich, dass man eine Funktion schreibt, welche per Zufall ein Bild in einem bestimmten Ordner als Hintergrund festlegt. Damit würde dann, bei jedem Neustart von awesome, immer ein anderes Bild erscheinen. Nur so als Beispiel.

Ich habe aber auch schon ein Problem bei awesome herausgefunden. Terminator, mein bevorzugter Terminal, will unter awesome nicht richtig laufen. Er startet zwar, aber das Fenster bleibt schwarz. Man kann das Fenster auch nicht wie gewohnt schliessen, sondern muss es richtig killen. Warum das so ist, habe ich bislang noch nicht herausgefunden.

Positiv aufgefallen ist mir, in der Titelleiste eines Fenster befinden sich rechts mehr Buttons, als bei eigentlich allen anderen WMs. Dort kann man zum Beispiel umschalten, wie sich ein Fenster verhält. Dort kann man zum Beispiel einem Fenster auch vorgeben, dass es fullscreen gezeigt werden soll. In dem Fall überlagert es auch die obige Leiste von awesome. Das kann auch ganz nützlich sein und bislang habe ich das so noch nicht gesehen!

Interessant finde ich bei der Konfiguration auch, man kann das Clock-Widget so zusammenbauen, wie man es persönlich haben möchte und auch gleich noch angeben, nach wie vielen Sekunden es aktualisiert werden soll. Ich bevorzuge es, das komplette Datum und die Zeit mit Sekunden angezeigt zu bekommen. Dafür habe ich diese Zeile

mytextclock = wibox.widget.textclock()

Für mich wie folgt abgeändert:

mytextclock = wibox.widget.textclock(“ %d.%m.%Y %H:%M:%S „, 1)

Damit erscheint bei mir Uhr und Datum nun so:

Da mir das aber ein bisschen zu gepresst aussieht, habe ich noch einen Bindestrich hinzugefügt:

mytextclock = wibox.widget.textclock(“ %d.%m.%Y – %H:%M:%S „, 1)

Nun sieht es so aus, was für mich absolut in Ordnung ist:

Um mal den ganzen Desktop zu zeigen, hier mal ein Bild der Totalen:

Bevor ich diesen ersten Artikel zu awesome beende sei noch eine Kleinigkeit zu bemerkten, die mir gerade erst aufgefallen ist. Anscheinend kann es vorkommen, dass bei mehreren geöffneten Fenstern auf einmal eins den Dienst quittiert und sich über die Titelleiste nicht mehr bewegen, oder anordnen lässt. Woran das liegt kann ich jetzt noch nicht sagen. Das werde ich aber wahrscheinlich herausfinden.

Was einen Leser natürlich auch interessieren könnte, sind folgende Angaben:

awesome Version: 4.2

OS: Gentoo Linux 64-Bit

Enlightenment, Orbit, Gnome3

Enlightenment

Verwendung findet die Version 0.21.7.

Ich muss sagen, dieser Desktop-Manager (oder ist es doch nur ein Window-Manager?) hat sich ganz schön gemausert. Zuletzt habe ich die Version E16 angetestet und fand die Bedienung eher fragwürdig. Mit E20 hat sich jedoch viel getan und meines Erachtens nach läuft läuft das Ding sehr gut! Sowohl unter X11, wie auch unter Wayland.

Da muss ich jedoch direkt anmerken, man merkt keinen Unterschied! Ich zumindest nicht! Auf dem NetBook könnte ich nicht aus dem Stehgreif sagen, unter welchem System der Manager läuft. Man kann es als positiv ansehen, aber auch als negativ bewerten. Nach dem, was man von Wayland so hört, sollte dieses System ja viel Ballast von X11 nicht mehr mitschleppen und alles in allem sollte man davon ausgehen können, es läuft etwas schneller. Doch Fehlanzeige! Egal was ich mache, es zeigt sich keinen Unterschied!

Getestet habe ich es auch auf meinem Laptop. Auch dort lief es von Start weg einwandfrei. Ich will jetzt nicht die Spezifikationen des Laptops aufschreiben, da es prinzipiell nur um die Performance geht und die habe ich anhand von Minetest und meiner Tochter getestet. Zu diesem Zweck habe ich darauf geachtet, dass am Spiel selbst nichts verändert wurde. Also keine Shader deaktiviert, oder ähnliches. Das Resultat ist wieder ernüchternd. Es tut sich nichts! Während unter X11 das Spiel zwischen 10 und 15 FPS schwankt, zeigt sich unter Wayland exakt das gleiche Bild.

Nun ist die Frage, liegt das daran, dass dieses Spiel X11 verlangt? Möglich. Auf jeden Fall bringt Wayland zum aktuellen Zeitpunkt nichts, wenn man mich fragt.

Ich kann aber immerhin behaupten, man kann auf jeden Fall problemlos mit Wayland arbeiten. Wie gesagt, es zeigt sich kein Unterschied, ob Enlightenment unter X läuft, oder Wayland. Das bewerte ich als positiv, denn sollte der Moment kommen, wo X11 zu Grabe getragen wird, muss man sich mit keinen nennenswerten Problemen herumschlagen!

Orbital

Orbital ist quasi eine Erweiterung für Weston. Ich musste es aus den Source bauen, da es für Gentoo zur Zeit noch kein ebuild dafür gibt. Ich wage es auch zu bezweifeln, dass es jemals den Einzug in Portage finden wird, denn wenn man es genau nimmt, dann ist es nicht notwendig. Es fügt Westen ein paar Kleinigkeiten hinzu. Eine Auswahl für den Desktop, oben in der Leiste neben den Icons und man kann mit einem Rechtsklick den Hintergrund ändern und Applets verwalten. Letzteres habe ich nicht ausprobiert. Es gilt jedoch das Gleiche wie bei Weston. Das Ding ist schnell! Schnell gestartet und alles geht wirklich zackig.

Allerdings gibt es auch ein Nachteil. Anscheinend funktionieren einige X11 Programme nicht ganz problemlos unter Weston/Orbital. Minetest zum Beispiel. Startet man es, dann verschwindet der Mouse-Pointer hinter dem Fenster. Man muss raten, um das Eingabefeld für das Passwort zu treffen. Hat man sich jedoch einmal eingeloggt, dann taucht das Bekannte X als Pointer auf.

Auch hier habe ich am Laptop getestet. 15 bis 17 FPS. Eigentlich schade, denn ich wäre davon ausgegangen, unter dem Manager müsste das Spiel flutschen. Aber nein. Zum Vergleich, mit X11 und Fluxbox bringt es Minetest auf 20-22 FPS. Wenn man dann noch bedenkt, dass Fluxbox um einiges funktionaler ist, als Weston/Orbital. fällt es schon schwer auf Wayland zu setzen.

Gnome3

Damit habe ich echte Schwierigkeiten! Okay. Es läuft unter Wayland. Aber, meine Mouse kann nicht klicken! Ich kann sie bewegen, aber keine Taste funktioniert! Zumindest vom Touchpad meines NetBooks. Auf dem Laptop habe ich es bislang nicht ausprobiert und habe auch so noch nicht viel damit experimentiert. Wie auch, denn ohne Mouse ist die Sache schon schwierig. Von daher kann ich zu seiner Leistung nichts sagen.

Es ist eigentlich schade, denn Gnome3 hatte ich vor Mate auch auf meinem Desktop laufen und hätte Vergleiche ziehen können. Vielleicht installiere ich es doch noch auf dem Laptop, aber derzeit hat mich das so frustriert, dass meine Motivation etwas im Keller ist.

Fazit

Aktuell würde ich sagen, man kann auf Wayland umsteigen. Einen Argument dafür finde ich jedoch nicht. X11 läuft bei mir seit Jahren problemlos. Auch die Netzwerktransparenz ist eigentlich ein Argument gegen Wayland. Ich kann eigentlich nur sagen, wer unbedingt umsteigen will, dem sollte nichts im Wege stehen. Wer es mal testen möchte, es funktioniert ganz hervorragend neben X11. Die kommen sich kein Stück in die Quere. Ich für meinen Teil bleibe aber definitiv bei X11, solange ich die Möglichkeit dazu habe. Auf dem NetBook werde ich Wayland aber weiter betreiben und weiter experimentieren. Vielleicht findet sich ja noch ein Argument für einen Umstieg. Aktuell wage ich es jedoch stark zu bezweifeln!

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